Ernster Hintergrund

WhatsApp löscht Millionen Konten: Nutzer müssen jetzt handeln

WhatsApp löscht derzeit Millionen Konten – doch nicht alle Nutzer sind betroffen. Die Maßnahme soll viele Anwender schützen.

Dortmund – Wer viele Nachrichten auf WhatsApp schreibt, könnte schon bald Probleme kriegen. Denn der Messenger löscht seit neuestem Konten, die besonders viele Nachrichten verschicken. Sind alle Nutzer, die gerne chatten, jetzt gefährdet?

MessengerWhatsApp
Erscheinungsjahr2009
EntwicklerWhatsApp Inc. / Facebook Inc

WhatsApp sperrt Konten: Welche Nutzer jetzt betroffen sind

Der Messenger geht drastisch gegen Nachrichten in Dauerschleife vor. Im Zeitraum von etwa einem Monat hat WhatsApp mehr als zwei Millionen Nutzer gesperrt und deren Konten gelöscht, wie die BBC berichtet. Täglich gehen Millionen Nachrichten hin und her – doch nicht alle User müssen sich automatisch fürchten.

Betroffen sind vor allem Accounts, die aktiv Spam betreiben. Zehn Nachrichten pro Minute während einer angeregten Diskussion in einer WhatsApp-Gruppe zählen aber noch nicht dazu. 95 Prozent der gesperrten Konten seien vor allem automatisierte Roboter-Accounts, die das Versenden der Kurznachrichten automatisiert haben. Die Nachrichten würden laut WhatsApp in Abständen verschickt, die für Menschen unmöglich zu erreichen seien.

Der Großteil davon käme laut BBC aus Indien. Dort gibt es mit rund 400 Millionen Accounts weltweit die meisten WhatsApp-Nutzer und vor allem viele Organisationen, die massenhaft Spam oder Nachrichten verschicken, die betrügerische Absichten enthalten. Besonders tragisch: Die Verbreitung von Spam-Nachrichten mit sogenannten Fake-News habe dort schon öfter für Gewaltausbrüche gesorgt.

Spam bei WhatsApp: Messenger löscht regelmäßig betrügerische Konten

Aber wie unterscheidet WhatsApp zwischen gesprächigen Nutzern und Betrügern? Monatlich löscht der Messenger laut eigenen Angaben etwa acht Millionen Konten. Entweder, weil sie illegale Inhalte versendet haben oder weil WhatsApp sie als Betrüger oder sonstige Kriminelle einstuft.

WhatsApp benutzt dazu sogenannte „Verhaltenssignale“. Der Messenger wertet frei verfügbare und „unverschlüsselte Informationen“ aus. Dazu gehören die zugehörigen Profil- oder Gruppenfotos und die Account-Beschreibungen. Die Nachrichten liest der Messenger aber nicht mit, wie WhatsApp selbst angibt.

Wer also keine kriminellen Absichten mit dem Messenger-Dienst verfolgt oder tatsächlichen Spam verschickt, muss grundsätzlich nicht um seinen Account bangen (mehr News zum Thema Digitales bei RUHR24 lesen).

Betrüger bei WhatsApp: So kann man das eigene Konto schützen

Wer selbst auffällige Spam-Nachrichten erhält, kann aber auch selbst tätig werden. Immer wieder kommt es bei WhatsApp zu Betrugsmaschen, zuletzt wurde auch der Discounter Aldi mit hereingezogen. Betrüger behaupteten per Nachricht, dass ihr jeweiliges Opfer Gutscheine zum Einkaufen gewonnen hätte.

Wer solche oder ähnliche Nachrichten erhält, kann die Accounts direkt bei WhatsApp melden und eine Sperrung anregen. Wenn wirklich ein Betrüger hinter den Nachrichten steckt, hat die Meldung Aussicht auf Erfolg. Denn WhatsApp hat die angekündigte AGB-Änderung zwar zurückgenommen, die eigene Politik aber trotzdem stark verschärft. Die Verbreitung falscher oder gefährlicher Informationen sowie kriminelle Machenschaften würden laut Angaben des Messengers jetzt im Fokus stehen.

Rubriklistenbild: © Yui Mok/dpa

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