Nach Datenschutz-Skandal

WhatsApp: Alternativen zum Messenger mit besserem Datenschutz

WhatsApp Datenschutz Alternative
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WhatsApp galt lange Zeit als das Kommunikationsmedium Nummer eins. Doch jetzt gibt es Alternativen.

WhatsApp ist aufgrund seiner Datenschutz-Änderungen bei vielen Usern in Ungnade gefallen. Die Verbraucherzentrale NRW hat jetzt Alternativen untersucht.

Deutschland – Der Aufschrei war groß: WhatsApp, der beliebteste Nachrichtendienst Deutschlands, der die digitale Kommunikation vor einigen Jahren revolutioniert hat, will im Mai 2021 seine Datenschutzregeln ändern. Für viele Nutzer ein No-Go – doch auch der Messenger-Dienst Telegram ist keine wirkliche Alternative zu Whatsapp. Welche Dienste kann man überhaupt noch guten Gewissens nutzen, wenn man chatten – aber seine Daten nicht preisgeben möchte?

AppWhatsApp
Erstveröffentlichung3. Mai 2009
EntwicklerWhatsApp Inc. / Facebook Inc.
EigentümerFacebook Inc.
ProgrammspracheErlang

WhatsApp: Neue Datenschutz-Richtlinien sorgen für Wut – welche Messenger-Alternativen gibt es?

Hintergrund des Dramas: Die neuen Datenschutz-Richtlinien bei WhatsApp. Sie sollen dem Konzern ermöglichen, die Daten der Nutzer auch mit anderen Facebook-Unternehmen, zu denen auch WhatsApp gehört, zu teilen. Das Unternehmen Facebook käme so also auch an Daten von Menschen, die keine Facebook-Nutzer sind, und kann diese für Werbezwecke weiter benutzen. Ein Unding für viele WhatsApp-User.

Durch die Kritik an der App sind bereits jetzt schon viele Nutzer zu Messenger-Alternativen wie Telegram, Threema oder Signal gewechselt. Die jeweiligen Unternehmen meldeten kürzlich einen großen Zuwachs an Mitgliedern. Die Verbraucherzentrale NRW hat die WhatsApp-Alternativen deshalb genauer unter die Lupe genommen – und hat dabei tatsächlich neue Lösungen für das Datenschutzproblem beim Chatten gefunden.

Messenger-Alternativen zu WhatsApp: Anonym Chatten bei Hoccer und Threema

Grundsätzlich empfiehlt die Verbraucherzentrale Messenger zu verwenden, die weder Nachrichteninhalte noch andere Daten ihrer Nutzer zu Werbezwecken verwenden oder an andere Unternehmen weitergeben. Sichergestellt wird dies zum Beispiel mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In diesem Fall können App-Betreiber nicht mitlesen und die Daten weiterverwenden (mehr über Digitales gibt es bei RUHR24.de).

Die Apps Hoccer und Threema kommen in diesem Fall am besten weg. Diese Messenger-Apps sind komplett anonym nutzbar. Das bedeutet: In beiden Fällen bleiben die Anbieter gegenüber dem Konzern anonym. Im Falle von Threema kommt der Dienst sogar vollkommen ohne personenbezogene Angaben aus, berichtet die Verbraucherzentrale NRW.

Wie das geht? Threema vergibt eine zufällig generierte ID an seine Nutzer, unter der sie für andere angezeigt werden. Der Name oder die Telefonnummer werden nur auf Wunsch angegeben (zum Beispiel um das Auffinden von Freunden zu erleichtern) und dann jeweils verschlüsselt gespeichert.

WhatsApp-Alternativen: Besserer Datenschutz bei Ginlo

Eine weitere Alternative zu WhatsApp ist Ginlo, der als Nachfolger der Messenger-App SIMSme der Deutschen Post an den Start geht. Ginlo nutzt in seinen Chats ebenfalls die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und verspricht in seiner Datenschutzerklärung, keine Daten an Server außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zu übertragen.

Zur Nutzung des Messengers muss zwar die Handynummer angegeben werden, aber dem Konzern wird dadurch nicht automatisch Zugriff auf gespeicherte Kontakte gegeben.

Video: Nach Kritik: WhatsApp verschiebt Einführung der Datenschutzregeln

WhatsApp verändert Datenschutz: Messenger-App Signal könnte Alternative sein

Auch der Messenger-Dienst Signal wird häufig als WhatsApp-Alternative genannt: Auch diese Anwendung arbeitet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, jedoch verlangt Signal bei der Anmeldung einen Nutzernamen – hier kann jedoch auch ein Pseudonym oder Fantasiename gewählt werden.

Wenn man bei Signal mit jemandem chatten möchte, greift der Messenger außerdem nicht automatisch auf die Kontaktliste zu. Stattdessen kann die Telefonnumer des Chatpartners auch per Hand eingegeben werden. Einziges Problem: Der Anbieter der Verschlüsselungstechnik, Open Whisper Systems, kommt aus den USA und stellt seine Datenschutzerklärung nur auf Englisch und nicht auf Deutsch zur Verfügung.

Signal, Wire, Ginlo statt WhatsApp – welche Alternativen es zum Chatten gibt

Auch die App Wire macht es möglich, digital zu kommunizieren: Wire lässt sich jedoch nicht ohne Angabe eines Namens und einer Handynummer oder E-Mail-Adresse nutzen. Da Wire sowohl auf dem Smartphone als auch am Laptop genutzt werden kann, werden Nachrichteninhalte verschlüsselt auf Servern zwischengespeichert, bis diese zugestellt sind.

Die Kontakte synchronisiert der Messenger, indem verschlüsselte Telefonnummern aus dem eigenen Kontaktbuch verwendet werden. Das ist jedoch freiwillig – Wire lässt sich auch ohne Synchronisation nutzen.

WhatsApp galt lange Zeit als das Kommunikationsmedium Nummer eins. Doch jetzt gibt es Alternativen.

Chatten im Internet: Nach WhatsApp-Skandal – welche freien Messenger es außerdem gibt

Neben den von der Verbraucherzentrale getesteten Messengern gibt es im Übrigen auch freie Messenger-Apps als Alternative zu WhatsApp, die ähnlich einer E-Mail funktionieren und bei denen der Kommunikationspartner nicht zwingend ebenfalls Nutzer des Dienstes sein muss. Beispiele sind die Android-Messenger Conversations, Quicksy oder Yaxim oder bei iOS ChatSecure, Monal oder Siskin. 

WhatsApp/ Datenschutz: Wie man im Internet trotzdem anonym bleibt

Grundsätzlich kann aber auch jeder bei WhatsApp selbst zu einem gewissen Grad selbst steuern, wie viele Daten er von sich Preis gibt. So könnte beispielsweise auf ein Profilfoto oder Status verzichtet und auch der eigene Name nicht vollständig angegeben werden. Wahre Freunde erkennen einen schließlich auch ohne Foto und mit Spitznamen – und von fremden Personen sollte man sich im Internet sowieso fern halten.