Betrug im Umlauf

WhatsApp: LKA warnt – bei „Code“-Nachricht von Freunden droht Hacker-Attacke

WhatsApp Achtung
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WhatsApp – aktuell warnt das LKA Niedersachsen vor einer neuen Betrugsmasche. (Symbolbild)

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, die bei WhatsApp im Umlauf ist. Betrüger versuchen, fremde Accounts zu übernehmen.

Deutschland – Cyberkriminalität hat in Zeiten von Corona zugenommen. Denn da viele noch mehr Zeit online verbringen als sonst, finden Betrüger auch mehr potenzielle Opfer. Nach dem WhatsApp-Wurm und der Fake-Paket-SMS hat es jetzt erneut den Messaging-Dienst WhatsApp getroffen.

WhatsAppInstant-Messaging-Dienst
Erscheinungsjahr2009
EntwicklerWhatsApp Inc. / Facebook Inc.

WhatsApp: Per „Code-Trick“ – Betrüger versuchen, fremde Accounts zu übernehmen

WhatsApp ist derzeit in aller Munde. Die neuen Nutzungsbedingungen und das damit verbundene Hin und Her um vermeintliche Konsequenzen für AGB-Verweigerer kommen aus den Schlagzeilen nicht heraus. Viele Nutzer sind mittlerweile verärgert und zu Alternativen wie Signal oder Telegram gewechselt (mehr News rund um Digitales auf RUHR24).

Dennoch ist WhatsApp weiterhin ein viel genutzter Messaging-Dienst – und das ruft auch immer wieder Cyber-Kriminelle auf den Plan. Derzeit warnt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen vor einer Betrugsmasche, die bereits im Dezember 2020 einmal im Umlauf war: Betrüger wenden einen „Code-Trick“ an, um Accounts zu übernehmen.

WhatsApp-Betrug: Auf diese Nachricht eines „Freundes“ besser nicht reagieren

Bei der Masche erhalten die potenziellen Opfer eine Nachricht von dem Account eines Kontaktes. Darin bittet der vermeintliche „Freund“ darum, einen Code zuzusenden, den er angeblich versehentlich verschickt habe.

Die Nachricht lautet:

Hello sorry, ich habe dir versehentlich einen 6-stelligen Code per SMS geschickt. Kannst du ihn mir bitte weitergeben? Es eilt.

WhatsApp Fake-Message

Da die Nachricht aus den eigenen Kontakten kommt, werden viele Opfer nicht misstrauisch. Doch: Auch der Kontakt, von dem aus die Fake-Message gesendet wurde, ist bereits gehackt worden – und weiß nichts von dem Betrug.

WhatsApp: Miese Masche mit Sicherheitscode legt den eigenen Account lahm

Ein solcher Code kommt dann fast zeitgleich beim Empfänger an. Es handelt sich dabei allerdings nicht um den Code des Freundes, sondern um einen Sicherheitscode für den eigenen WhatsApp-Account.

Denn entsprechende Codes verwendet WhatsApp tatsächlich. Sie werden automatisch generiert und normalerweise an den Inhaber der Rufnummer beispielsweise bei Smartphone-Wechsel geschickt, um die App inklusive der Daten auf dem neuen Gerät einzurichten.

Gelangt der Code in fremde Hände, kann der Account ganz einfach übernommen werden – genau das ist hier das Ziel der Cyber-Betrüger. Die Täter fordern also für eine fremde Nummer einen Code an, der dann per SMS an das Opfer geschickt wird.

Video – Mysteriöser WhatsApp-Kettenbrief: Wurden Einstellungen geändert?

Code-Betrug bei WhatsApp – so holen sich Opfer ihren Account zurück

Wie das LKA mitteilt, fielen immer wieder Nutzer auf diesen Trick herein. Die Betrüger könnten mit dem Account beispielsweise Daten erspähen, strafbare Inhalte versenden und vieles mehr.

Wer in die Falle getappt ist, kann übrigens ebenfalls den Weg über den Code gehen, um seinen Account wieder herzustellen. Dazu muss sich das Opfer zunächst mit seiner Telefonnummer neu bei WhatsApp anmelden. Diese muss dann über den sechsstelligen Code, der per SMS kommt, verifiziert werden.

Sobald dieser eingegeben wurde, wird der Betrüger automatisch abgemeldet. Ist der Account bereits übernommen, könne es allerdings etwas dauern, bis er wieder hergestellt ist, mahnt das LKA.

Account-Klau bei WhatsApp – das rät das Landeskriminalamt Nutzern

Wenn Opfer den Schwindel bemerken, kann es allerdings bereits zu spät sein. Es lässt sich schließlich schwer nachvollziehen, ob die Täter bereits Missbrauch mit den Daten betrieben haben. Daher empfiehlt das LKA Niedersachsen Geschädigten, sich auf jeden Fall an die Polizei zu wenden.

Auch der Bekannte, von dem die SMS kam, sollte kontaktiert werden. Ganz wichtig: Natürlich den „Freund“ nicht über WhatsApp kontaktieren. Denn der Account ist schließlich in fremden Händen.

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