Täter agieren raffiniert

Betrug auf Whatsapp: Polizei warnt jetzt vor Abzock-Methode

Whatsapp-Nutzer sollten aktuell besondere Vorsicht walten lassen. Berichte über eine neue Abzock-Methode mehren sich. Die Polizei warnt.

Dortmund – Der Messenger-Dienst Whatsapp erfreut sich großer Beliebtheit. Anfangs vor allem von jungen Leuten benutzt, verschicken inzwischen auch immer mehr ältere Menschen kurze Textnachrichten, Bilder und Emojis mit der App. Doch genau die werden jetzt zur Zielscheibe einer neuen Betrugsmasche.

AnwendungWhatsapp
EntwicklerWhatsapp Inc. / Facebook Inc.
Erscheinungsjahr2009

Whatsapp-Betrug: Enkel-Trick weitet sich auf beliebten Messenger aus

Dabei handelt es sich um eine Form des Enkel-Tricks, der den Polizeibehörden überall in Deutschland schon seit Jahren keine Ruhe lässt. Betrüger geben sich dabei als Angehörige – meist Enkel oder Kinder – aus und gaukeln ihren Opfern vor, dass sie Geld benötigen. „Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt“, erklärt die Polizei.

Die Betrüger täuschen in der Regel eine finanzielle Notlage vor, etwa aufgrund eines Autokaufs oder eines Unfalls. Nicht selten wird auch eine vermeintliche gesundheitliche Notlage suggeriert. In Dortmund erbeuteten Trickbetrüger mit einer fiesen Corona-Masche eine sechsstellige Summe.

Abzocke bei Whatsapp: Opfer erhalten Fake-Nachrichten wie „Hallo Opa, wie geht es dir?“

In der Vergangenheit erfolgte die Kontaktaufnahme durch die Betrüger in den meisten Fällen telefonisch. Doch mehr und mehr weitet sich der Enkel- oder Kinder-Trick auch auf Whatsapp aus. Nachrichten wie „Hallo Mama, ich bin‘s“ oder „Hallo Opa, wie geht es dir?“ trudeln laut der Polizei im Kreis Unna auf den Smartphones der ahnungslosen Opfer ein (mehr digitale News bei RUHR24).

Die Betrüger geben sich als Angehörige aus und behaupten zunächst, dass sie ihre Nummer gewechselt hätten. Danach folgt das altbekannte Spiel: Eine finanzielle Notsituation wird vorgegaukelt und die Überweisung oder die Übergabe einer oftmals großen Summe Geld wird gefordert (mehr News zu Kriminalität bei RUHR24).

Indem sie sich als Angehörige mit neuer Handynummer ausgeben, versuchen Betrüger über Whatsapp an Geld zu gelangen.

In Selm im Kreis Unna hat eine Frau einem unbekannten Täter auf diese Art und Weise eine vierstellige Summe überwiesen. Er gab sich als ihr Sohn aus. Doch der neue Whatsapp-Betrug ist kein reines NRW-Phänomen. Auch im Rest von Deutschland greift die Masche um sich.

Kinder-Trick bei Whatsapp: Frau überweist über 5000 Euro an angebliche Tochter

Im Raum Greifswald und auf Rügen hat es erst im September ähnliche Fälle gegeben. Eine 70-jährige Frau überwies ihrer angeblichen Tochter mehrere Geldbeträge in Summe von 5000 Euro auf verschiedene deutsche Konten. Als die Seniorin am Wochenende mit ihrer echten Tochter telefonierte, fiel der Betrug auf. Das Geld war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits weg und die Chatverläufe gelöscht.

Etwas mehr Glück hatte eine 60-jährige Frau, die auf Rügen lebt. Sie erhielt Whatsapp-Nachrichten von ihrem angeblichen Sohn. Der schilderte eine finanzielle Notsituation und verschickte zwei verschiedene IBAN-Nummern für Überweisungen. Die verwirrte Frau rief daraufhin bei ihrem tatsächlichen Sohn an und wollte wissen, welche Nummer denn nun die richtige sei. Dadurch flog der Schwindel noch gerade rechtzeitig auf.

Generell rät die Polizei beim Enkel-Trick zu Misstrauen. Wer von angeblichen Verwandten angerufen und um Geld gebeten wird, soll nach Dingen fragen, die nur der richtige Verwandte wissen kann. Zu keinem Zeitpunkt sollten am Telefon Details zu finanziellen oder familiären Verhältnissen preisgegeben werden.

Whatsapp-Betrug: Polizei gibt wichtige Tipps – immer beim echten Angehörigen anrufen

Auf keinen Fall sollen sich Opfer unter Druck setzen lassen. „Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen“, appelliert die Polizei.

Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen übergeben werden. Bei einem verdächtigen Anruf sollten Betroffene umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 alarmieren.

Wer Nachrichten von angeblichen Angehörigen bei Whatsapp erhält, sollte unbedingt seine tatsächlichen Angehörigen anrufen.

Die neue Abzocke bei Whatsapp lässt sich sogar noch leichter entlarven. Anders als am Telefon stehen die Opfer hier unter keinem so großen Druck. Die Polizei rät auch in diesem Fall, den tatsächlichen Angehörigen anzurufen und sich zu erkundigen, ob es tatsächlich einen Wechsel der Handynummer gegeben hat. „Ist dies nicht der Fall, sollten die Geschädigten Strafanzeige erstatten“, schreibt die Polizei Unna.

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa; Collage: RUHR24

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