Kampf um Nutzer

WhatsApp: AGB-Zustimmung aufgehoben – Nutzer werden aber trotzdem genervt

Der Countdown für WhatsApp-User läuft, hieß es noch vor wenigen Tagen. Bis zum 15. Mai sollte man den neuen AGB zustimmen. Jetzt ist plötzlich alles anders.

Deutschland – Der Messenger WhatsApp sorgt seit Wochen mit seinen AGB für Schlagzeilen. Bislang hieß es, dass Nutzern Einschränkungen drohen, falls sie den neuen Nutzungsbedingungen nicht bis zum 15. Mai zustimmen. Das hatte für erhebliche Empörung und mediales Aufsehen gesorgt. Jetzt rudert der Messenger vorerst zurück – das Risiko, zu viele Nutzer zu verlieren, war wohl doch zu groß.

WhatsAppInstant-Messaging-Dienst
Erscheinungsjahr2009
EntwicklerWhatsApp Inc./Facebook Inc.

WhatsApp: Änderungen der AGB sorgen für riesiges Aufsehen bei Nutzern

Anfang Januar hatte WhatsApp angekündigt, neue Nutzungsbedingungen einzuführen. Wer diesen bis zum 8. Februar nicht zustimmt, sollte rausfliegen – so der ursprüngliche Plan. Doch die angekündigten Änderungen sorgten für einen weltweiten Shitstorm.

Zahlreiche User drohten damit, zur Konkurrenz zu wechseln. Ohne ihr Zutun haben Dienste wie Telegram oder Signal durch den Ärger der WhatsApp-Nutzer zahlreiche neue Fans erhalten. Darunter auch Prominente wie Tesla-Chef Elon Musk, der öffentlich auf Twitter für Signal warb (mehr News rund um Digitales auf RUHR24).

WhatsApp: AGB-Verweigerern drohten erhebliche Einschränkungen

Die Ankündigungen auf der Hilfeseite von WhatsApp klangen durchaus dramatisch. So betonte das Unternehmen zwar, der WhatsApp-Account würde auch nach dem 15. Mai nicht gelöscht, wie vielfach befürchtet, es werde „dann allerdings nicht mehr die volle Funktionalität von WhatsApp zur Verfügung stehen“. Bedeutet: Für kurze Zeit könne man weiter Anrufe und Benachrichtigungen erhalten, aber in der App weder Nachrichten lesen noch welche senden.

„Kurze Zeit“ seien dabei mehrere Wochen: Nach dem 15. Mai hätten die User noch eine Schonfrist von 120 Tagen gehabt, um ihren Account und die vollen Funktionen durch Zustimmung zu den AGB zu reaktivieren.

WhatsApp ändert die Datenschutzrichtlinien – das führte zu Verwirrung.

WhatsApp-Hammer: Funktionalität wird ab dem 15. Mai doch nicht eingeschränkt

Jetzt der erneute Rückzug. Auf der offiziellen Hilfeseite zum Thema heißt es:

„Es werden aufgrund der Aktualisierung am 15. Mai weder Accounts gelöscht, noch die Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt.“

WhatsApp

Konkret heißt das: Auch Nutzer, die den AGB nicht bis zum 15. Mai zustimmen, müssen vorerst keine Konsequenzen fürchten. Sie bekommen aber weiter Erinnerungen, die sie an Ihr Einverständnis zu den neuen AGBs erinnern.

Damit hat der Instant-Messaging-Dienst eine finale Entscheidung, was mit Nutzern passiert, die den AGB nicht zustimmen wollen, weiter hinausgezögert, berichtet Merkur*. Zu groß war wohl die Gefahr, unzählige Nutzer zu verlieren.

WhatsApp: Konsequenzen für AGB-Verweigerer aufgeschoben

Ganz vom Tisch ist das Thema damit aber keinesfalls. So gibt WhatsApp zwar keine neue Deadline an, hält aber grundsätzlich an den Änderungen den neuen Nutzungsbedingungen fest.

Der Dienst betont, man wolle „diejenigen, die es noch nicht getan haben“, weiter daran erinnern, die AGB zu lesen und zu akzeptieren. Und: Nach Ablauf „einiger Wochen“ soll den Nutzern dann eine permanente Erinnerung angezeigt werden.

Neue Schonfrist bei WhatsApp: Deadline ist bei jedem Nutzer eine andere

Sobald diese permanente Erinnerung angezeigt wird, wird die Funktionalität von WhatsApp dann doch eingeschränkt, bis der jeweilige Nutzer die Änderungen akzeptiert. Wann das passieren soll und ob es vielleicht einen erneuten Aufschub gibt, ist völlig unklar.

Klar ist hingegen, dass es keinen konkreten Termin für Einschränkungen geben wird. Denn der Messaging-Dienst gibt auf seiner Webseite an, dass die Konsequenzen „nicht allen Benutzern gleichzeitig“ drohen. Die einstige Deadline am 15. Mai ist damit definitiv hinfällig.

WhatsApp: AGB-Verweigerern droht wohl das schrittweise Aus

Nach Ablauf der erneuten Frist, deren Datum nicht feststeht, kann man nicht mehr auf die Chatliste zugreifen, aber trotzdem eingehende Sprach- und Videoanrufe entgegennehmen. Wenn man Benachrichtigungen aktiviert hat, kann man weiter darauf tippen, um eine Nachricht zu lesen oder zu beantworten. Man kann über die Benachrichtigungen auch zurückrufen, wenn man einen Sprach- oder Videoanruf verpasst hat.

Nach „ein paar Wochen eingeschränkter Funktionalität“ wird man dann aber keine Anrufe oder Benachrichtigungen mehr erhalten. WhatsApp schickt dann keine Nachrichten oder Anrufe mehr das Handy.

WhatsApp löscht keine Accounts – wer den AGB nicht zustimmt, fliegt am Ende dennoch raus

Der Messenger betont zugleich weiterhin, es würden bei Nichtakzeptieren keine Accounts gelöscht. Wer den AGB nicht zustimmt, wird aber schließlich wohl dennoch seinen Account verlieren.

Denn: Es gelten die Richtlinien für inaktive Benutzer. Und diese besagen, dass man seinen Account verlieren kann, wenn man ihn 120 Tage nicht nutzt. Im Endeffekt würde er also doch gelöscht.

WhatsApp verteidigt die neuen Nutzungsbedingungen – Chatverläufe sind sicher

WhatsApp erklärt, dass sich, was die eignen Chatverläufe angeht, in puncto Datenschutz nichts ändert. So betont das Unternehmen in seinen FAQ, niemand könne die Chats lesen, „nicht einmal WhatsApp oder Facebook“. Ebenso würden auch Kontakte nicht mit Facebook geteilt.

Vielmehr wolle man mit den Änderungen den „Nachrichtenaustausch mit Unternehmen sicherer und besser machen.“ Sprich: WhatsApp will die Möglichkeiten für Unternehmen verbessern, mit den Nutzern Geschäfte zu machen. *Merkur ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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