Hoffnung auf weiße Weihnacht?

La Nina im Winter 2020: Wetter-Phänomen könnte für reichlich Schnee sorgen

Der Winter 2020 könnte in Deutschland härter als gewöhnlich werden. Schuld daran wäre ein besonderes Wetterphänomen.

NRW - Der vergangene Winter 2019 war deutlich milder als die Jahre zuvor. Kaum Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und knapp 20 Grad kurz vor Weihnachten. Frühlingsgefühle mitten im Dezember sozusagen. Ob das in diesem Jahr wieder genauso wird, ist fraglich. Ein pazifisches Wetter-Phänomen könnte eher für das komplette Gegenteil sorgen und uns einen klirrend kalten Winter bescheren.

Wetter-EreignisLa Nina
AuftretenNach einem El-Nino-Ereignis
Jahr2020 (voraussichtlich)
AuswirkungenKälte, Schnee, Dürre, Starkregen

La Nina 2020: Wetter-Phänomen könnte für kalten Winter und Schnee sorgen

Mit Wehmut blicken wir auf das Jahr 2010 und die letzte deutschlandweite weiße Weihnacht zurück. Eine konstante Schneedecke sorgte damals tagelang für urige Wintertage. Grund für den heftigen Winter war das „La-Nina-Ereignis“, das damals besonders stark ausfiel. Und laut aktuellen Wetter-Modellen könnte sich dieses Phänomen 2020 wiederholen. Schnee-Fans dürfen also hoffen.

Doch was ist „La Nina“ eigentlich? Ganz einfach: Das Wetter-Ereignis sorgt für kühlere Temperaturen rund um den Äquator zwischen Südamerika und Indonesien. Durch den Einfluss auf die Passatwinde und den kalten Antarktisstrom wirkt sich La Nina (Spanisch: „das Mädchen“) indirekt auch auf das Wetter in Deutschland aus. Eisige Kälte und vergleichsweise große Schneemengen sind die Folgen, welche sich auch auf dem amerikanischen Kontinent bemerkbar machen. (alle Service-Themen bei RUHR24)

La Nina: Das steckt hinter dem exotischen Wetter-Phänomen aus dem Pazifik

Ein La-Nina-Ereignis, über das auch der Merkur berichtet, tritt meist nach einem sogenannten „El-Nino-Ereignis“ auf, das in unregelmäßigen Abständen auftaucht und für veränderte Meeresströmungen im Pazifik sorgt. Niederschläge und warmes Wasser gelangen so nicht wie normalerweise nach Asien und Australien, sondern nach Südamerika. Dort sorgt El Nino für Hitze und Überschwemmungen.

In Südostasien und Ostaustralien kommt es dagegen vermehrt zu Dürreperioden mit Waldbränden und Ernteausfällen. In Deutschland sorgt El Nino für einen durchschnittlich warmen Winter.

Bei La Nina verhält es sich andersrum: In Südamerika drohen während dieses Ereignisses harte Dürreperioden, während in Südostasien und Australien Überschwemmungen und Starkregen zum Problem werden. In den USA, Kanada und Deutschland hingegen sind schneereiche und kalte Winter die Folge.

La Nina 2020: Wetter-Ereignis könnte den ganzen Winter bleiben und für viel Schnee sorgen

Das letzte La-Nina-Ereignis gab es zwischen den Jahren 2015 und 2016, allerdings waren deren Auswirkungen nicht von globaler Bedeutung. Lediglich in Asien und Südamerika konnte man das Phänomen spüren. In Deutschland wartete man hingegen vergeblich auf Schnee und Kälte.

La Nina könnte für viel Schnee in Deutschland sorgen - ist aber keine Garantie dafür.

Amerikanische Meteorologen gehen aktuell davon aus, dass La Nina mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent den ganzen kommenden Winter andauern wird. Ob das tatsächlich so sein wird, bleibt abzuwarten. Selbst wenn es so sein sollte, ist La Nina immer noch keine Garantie dafür, dass es in Deutschland viel Schnee geben wird. Wünschenswert wäre dies nach zehn Jahren Matsch und Regen aber allemal.

Das nächste La-Nina-Ereignis steht übrigens erst wieder in vier Jahren an. Das ist der durchschnittliche Zyklus für ein derartiges Wetter-Phänomen.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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