Menschengemachtes Wetter

Wetter-Experte klärt kurioses Winter-Schnee-Phänomen auf

Schnee auf Gehweg, Kind auf Schlitten
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Industrie braucht bestimmte Voraussetzungen: Ein Wetter-Experte erklärt das Wetter-Phänomen.

Im Winter gibt es mehrere Wetter-Phänomene. Ein Experte erklärt, wie es zu außergewöhnlichen Wetterlagen in Deutschland und NRW kommen kann.

Deutschland/NRW - Schnee ist auch bei kalten Temperaturen nicht gleich Schnee. Eine spezielle Art von Schneefall ist sogar durch Menschen gemacht. Ein Wetter-Experte klärt über das kuriose Wetter-Phänomen auf.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (Stand 2019)
HauptstadtDüsseldorf

Wetter-Experte klärt auf: So kommt es zum Phänomen Industrieschnee

Gemeint ist sogenannter Industrieschnee. Darunter verstehen Wetter-Experten in Deutschland und NRW eine besondere Art von Schnee oder Schneefall, der ohne Tiefdruckeinfluss einsteht. Damit er entsteht, muss eine ganz besondere Wetterlage vorhanden sein und einige Faktoren zusammenkommen, wie Kachelmannwetter aufklärt.

Industrieschnee entsteht vor allem in den Wintermonaten, also etwa von Ende November bis Februar, bei einer stabilen Hochdruckwetterlage in der trockene und milde Luft das Wetter bestimmt. Am Boden bildet sich dabei hingegen eine feuchte bis neblig-trübe und kalte Luftmasse.

Wetter-Phänomen: Diese Voraussetzungen braucht Industrieschnee in Deutschland und NRW

Allerdings muss nicht nur einfach eine Hochdruckwetterlage mit Inversion vorhanden sein, sondern diese Inversion muss auch ungewöhnlich tief liegen, also auf einer Höhe zwischen 100 und 300 Metern. Außerdem muss es in der darunter liegenden Kaltluftschicht frostig und sehr feucht sein.

Beide Wetter-Phänomene gleichzeitig entstehen in Deutschland und NRW aber meist nur in starken Hochdruckgebieten, die länger erhalten bleiben. Auch Frost in den niederen Wetterlagen ist mitten am Tag selten. Meistens setzt diese Bedingung eine sternenklare aber frostige Nacht voraus, in deren Verlauf sich dichter Nebel bildet. Damit Industrieschnee entsteht, darf dieser sich tagsüber allerdings nicht auflösen, sondern die Kälte muss bodennah konservieren.

Wetter-Phänomen: Industrie in Deutschland und NRW begünstigt Industrieschnee

Wenn die Wetterlage auf den Punkt passt, braucht Industrieschnee aber noch Industrieanlagen in der Nähe, wie die Wetter-Experten erklären. Das können beispielsweise Heizkraftwerke, aber auch viele andere Industrieanlagen mit Emissionen sein.

Die Emissionen der Industrie bringen einerseits zusätzlichen Wasserdampf in die Atmosphäre, andererseits aber auch Schmutzpartikel wie etwa Ruß. Sie dienen als zusätzliche Kondensationskerne bei der Entstehung von Industrieschnee.

Durch die Inversion aus in den höheren Wetterlagen können Wasserdampf und die Schmutzpartikel nicht aufsteigen und werden nur sehr langsam durch den Wind weggetragen. Wenn die unterkühlten Wolken dann auf die sogenannten Kondensationskerne treffen, bilden sich kleine Schneekristalle. Den aktuellen sieben-Tage-Trend zum Wetter in Deutschland und NRW gibt es hier.

Industrieschnee in Deutschland und NRW: Das steckt hinter dem Wetter-Phänomen

Weil das meistens ist in einer Höhe von nur 100 bis 300 Meter passiert, erreichen die Schneekristalle bei diesem Wetter-Phänomen den Boden bevor sie verdunsten können. Und das ist das Geheimnis hinter Industrieschnee. Meist kommt dieser allerdings nur sehr örtlich begrenzt vor.

Normaler Schnee ist im Oktober diesen Jahres übrigens noch nicht ausgeschlossen. Denn 2020 ist laut dem Bauernkalender ein Mondjahr und das sieht Überraschungen beim Wetter vor.

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