Wetterprognose

Winter-Wetter in Deutschland 2021: Polarwirbel könnten eisige Kälte bringen

Der vergangene Winter hat es vorgemacht: Nach einem milden Start folgte ein eiskalter Februar mit enormen Schneemengen. Der kommende Winter könnte diesem Beispiel folgen.

Dortmund – Wir erinnern uns: Vor rund neun Monaten neigte sich ein eigentlich milder Winter schon dem Ende zu. Doch statt der erwarteten warmen Frühlingsluft sorgte im Januar ein kollabierender Polarwirbel dafür, dass eisige Kälte und ungeahnte Schneemassen weite Teile Europas erfassten. Nun steht der Winter wieder vor der Tür – und das Wetterphänomen unter genauer Beobachtung.

Polarwirbelgroßräumige Höhentief
LageArktis/Nordpol
Durchmesser1.000 Kilometern

Winter-Wetter 2021: Schwacher Polarwirbel könnte für eisige Kälte in Deutschland sorgen

Völlig unerwartet kam der plötzliche Wintereinbruch in Deutschland Anfang des Jahres 2021 nämlich nicht. Schon Ende Dezember 2020 hatte der Polarwirbel angefangen zu schwächeln. Schwächelt der Wirbel, führt das jedoch dazu, dass eiskalte Polarluft bis weit nach Südeuropa vordringen kann. Ein Effekt, der auch diesen Winter wieder auf uns zukommen kann – und unsere Chancen auf weiße Weihnachten erhöht.

Der Polarwirbel ist eine Windzirkulation hoch oben in der Atmosphäre, die sich regelmäßig im Herbst aufbaut und im Frühling wieder abschwächt. Verstärkt wird der Wirbel im Winter regelmäßig, weil sich dann die Atmosphäre im hohen Norden durch das fehlende Sonnenlicht nicht mehr erwärmen kann – es sammelt sich Kaltluft an, die in einem stabilen Polarwirbel „gefangen“ bleiben.

Am Rand der kalten Luft zieht der Jetstream mit viel warm-feuchter Luft entlang. In vielen Wintern beschert ein stabiler, kräftiger Polarwirbel uns also eher relativ mildes, wechselhaftes und zeitweise windiges Wetter, erklärt der DWD. Doch hin und wieder, so etwa jedes zweite Jahr, manchmal aber auch in zwei aufeinander folgenden Jahren, schwächelt der Wirbel und fängt an zu wabern. Das passiert dann, wenn es zu einer starken Erwärmung der Stratosphäre durch einfließende wärmere Luft kommt.

Wetter im Winter 2021: Schnee und Eis – Schwacher Polarwirbel schickt kalte Luft nach Europa

Ein instabiler Polarwirbel aber lässt in seinen trog-artigen Ausbuchtungen eiskalte Luft mitunter bis nach Mailand oder Madrid wandern. Einem völlig verbeulten Polarwirbel droht in manchen Jahren sogar der Kollaps. Ein schwacher oder kollabierender Polarwirbel schickt dann allerdings kalte Luftmassen aus der Arktis bis weit nach Europa hinein.

Sobald es schneit, ist Schneeschippen Pflicht – was kommt in diesem Jahr auf uns zu?

Verlässliche Prognosen darauf, wie das Winter-Wetter in diesem Jahr wird, kann es jetzt zwar noch nicht geben, doch Experten versuchen immer wieder frühzeitig Einschätzungen abzugeben, auf das, was kommen mag (mehr News zu Wetter und Klima auf RUHR24).

Polarwirbel geschwächt: Erste Hinweise auf Winter-Wetter 2021 in Deutschland

Laut wetter.de gibt es aktuell zumindest einen Hinweis darauf, wie der Winter werden könnte: Da sich die Arktis im Zuge des Klimawandels erwärmt, sind die Temperaturunterschiede im Norden nicht mehr so groß, wie sie sein sollten. Die Weichen für den Winter 2021 seien gestellt, der Polarwirbel durch zu wenig Meereis geschwächt.

Denn gerade die kälter werdende Luft über der Arktis ist es, die ein Polarwirbel braucht, um stabil zu bleiben. Der DWD erklärt: Eine starke Erwärmung in der Stratosphäre schwächt den Polarwirbel ab. Infolgedessen könnte es erneut zu einem Polarwirbelsplit oder Kollaps wie im vergangenen Winter kommen. Eisige Kälte in Europa und Deutschland wäre die Folge. Kommen dann noch ausreichend Niederschläge dazu, würde das für viel Schnee im nächsten Winter sorgen. Doch es bleibt eine vage Prognose.

Rubriklistenbild: © Andreas Gebert/dpa

Mehr zum Thema