Schnee oder nicht?

Wetter im Winter 2022: Prognose laut DWD „eine gute Nachricht“

Wie wird das Wetter im Winter? Gibt es Schnee? Bleibt er einfach grau, matschig und trist? Der Deutsche Wetterdienst hat eine erste Prognose gewagt.

Dortmund – Bald eröffnen die ersten Weihnachtsmärkte und mit dem Dezember steht der erste Wintermonat vor der Tür. Dann sind die Menschen in Deutschland bereit für Schnee – insbesondere zum Fest wünschen sich viele niedrige Temperaturen und eine weiße Winterlandschaft. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat jetzt eine erste Prognose für 2022/2023 gemacht.

Wetter im Winter 2022: Weiße Weihnachten oder Hitze-Rekord zum Fest?

Wie die Meteorologen bekannt geben, hat der DWD „nun anhand von saisonalen Klimavorhersagen den Temperaturtrend in Deutschland für den Zeitraum der drei Wintermonate Dezember 2022 bis Februar 2023 abgeschätzt.“ Das bedeutet eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Chancen auf weiße Weihnachten 2022 stehen relativ gering. Denn die Wetter-Experten gehen von einem relativ milden Winter aus – sogar von einem „etwas zu milden Winter in Deutschland“. Das bestätigen auch die Modelle der nationalen Wetterdienste wie des britischen Met Office oder von Meteo France.

DWD wagt Prognose für den Winter 2022/2023 – Winter wird „zu mild“

Ab wann spricht man aber von einem milden Winter? In der Wetterkunde gibt es dafür genau definierte Temperaturbereiche. Man spricht in der Meteorologie von thermischen Adjektiven. Daswetter.com hat diese aufgelistet, woraus sich folgendes für das Wetter im Winter schließen lässt:

DezemberJanuarFebruar
sehr kalt<-10 Grad<-10 Grad<-10 Grad
kalt < 0 Grad< 0 Grad< 0 Grad
mäßig kalt1 bis 4 Grad1 bis 3 Grad1 bis 4 Grad
sehr kühl---
kühl---
mild4 bis 8 Grad3 bis 7 Grad4 bis 8 Grad
sehr mild9 bis 13 Grad8 bis 12 Grad9 bis 13 Grad
ungewöhnlich mild> 14 Grad> 13 Grad> 14 Grad
ungewöhnlich warm ---
mäßig warm---
warm ---
sehr warm---
heiß---
sehr heiß---

Wenn der DWD also für den Winter 2022 ein mildes Wetter prognostiziert, würde das laut der Tabelle bedeuten, dass die Durchschnittstemperaturen stets im positiven Bereich und zwischen 3 und 8 Grad liegen.

Winter-Wetter 2022/2023: Milde Temperaturen haben mehrere Gründe

Die durchschnittliche Temperatur lag in den Jahren 1991 bis 2020 bei 1,4 Grad. In diesem Jahr könnte es – wenn die Modellrechnungen des DWD eintreten – mindestens eine Mitteltemperatur von 2 Grad erreichen. Das wären durchschnittlich 0,6 Grad mehr als in den vergangenen Jahren.

Damit würde der Winter 2022/2023 zu den „33 Prozent der mildesten Winter der Referenzperiode gehören“. Dass die letzten Winter verhältnismäßig mild waren und der Trend auch dahin zu gehend scheint, dass die Durchschnittstemperaturen steigen, hat mehrere Gründe:

  • Wetter-Phänomene wie etwa Polarwirbel sorgen entweder für extreme Kälte oder vergleichsweise milde Winter. Das ist vom sogenannten Jetstream – ein Starkwindband in zehn Kilometern Höhe – abhängig. Kommt dieses Phänomen von West nach Ost, sind die Winter tendenziell mild, windig und regnerisch. Ist der Jetstream selbst schwach, beeinflusst das den Polarwirbel. Dieser wird selbst abgeschwächt oder bricht sogar zusammen. Dann kommt eisige Luft aus der Arktis Richtung Süden.
  • Auch der Klimawandel und seine Folgen haben Einfluss auf das Wetter im Winter. Stefan Rahmstorf, Leiter der Forschungsabteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erklärt gegenüber dw.com, dass die Temperatur in der Arktis aufgrund der globalen Klimaerwärmung in den vergangen 40 Jahren dreimal so stark gestiegen seien wie der globale Durchschnitt. Das beeinflusse auch das Wetter in Europa – was insbesondere im Winter zu spüren ist.
  • El-Niño und La Niña, zwei weitere Wetterereignisse, können ebenfalls die Winter in Deutschland beeinflussen. Je nach Auftreten der Phänomene kann die Jahreszeit besonders kalt oder warm ausfallen. 2022 herrscht La Niña vor – laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA hat das Wetterereignis dieses Jahr jedoch keinen Einfluss auf den Winter.

Mildes Winter-Wetter ist „eine gute Nachricht“ – Sparen bleibt Gebot der Stunde

Welcher Grund letztendlich für einen milden Winter sorgt, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Insbesondere aufgrund des Polarwirbels kann sich die Wetterprognose auch kurzfristig ändern. Aufgrund der globalen Erderwärmung werden die kalten Winter mit viel Schnee in den nächsten Jahren jedoch wohl immer seltener.

Wie wird das Wetter im Winter 2022? Der DWD hat gute Nachrichten.

Dass das Wetter 2022/2023 voraussichtlich mild ausfallen wird, hat aber auch Vorteile. So sagt Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des nationalen Wetterdienstes gegenüber dem DWD: „Die Winterprognose des Deutschen Wetterdienstes ist für alle Energieverbraucher eine gute Nachricht. Wir erwarten einen vergleichsweise milden Winter. Sollte das Modell recht behalten, können wir dadurch Heizenergie einsparen.“

Dem pflichtet Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, bei. „Ein vergleichsweise milder Winter könnte uns dabei helfen, die notwendigen Einsparungen von mindestens 20 Prozent beim Gasverbrauch auch in den kommenden Monaten durchzuhalten“, so Müller.

Zwar habe man aktuell volle Gasspeicher in Deutschland, doch man dürfe jetzt nicht nachlassen. Schon wenige kalte Tage könnten dafür sorgen, dass die Speicher sich schneller leeren, warnt der Präsident der Bundesnetzagentur. Deshalb bleibt im Winter Sparen das Gebot der Stunde.

Rubriklistenbild: © Francesca Russell/Imago

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