Kribbeln in der Nase

Mildes Wetter in NRW sorgt für frühen Pollenflug: Darauf müssen Allergiker jetzt achten

Immer noch Heuschnupfen?
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Der Pollenflug startet in diesem Jahr ungewöhnlich früh.

Schlechte Nachrichten für Allergiker: Die Wintermonate sind zu warm. Das sorgt für einen zu frühen Pollenflug. Aber eine Chance gibt es noch.

  • Derzeit kommt es in NRW zu besonders milden Temperaturen.
  • Das ist für einen Januar sehr untypisch.
  • Lästiger Nachteil für Allergiker: Der Pollenflug beginnt in diesem Jahr schon früher.

Dortmund - Allergiker schauen derzeit vermutlich verdutzt aus der Wäsche - oder aus dem Taschentuch. Bei den meisten kribbelt es schon ordentlich in der Nase und das Atmen fällt schwerer. In NRW hat der Pollenflug begonnen - Aktivitäten und Sport im Freien werden für Allergiker langsam zur Tortur.

Wetter in NRW sorgt für Frust bei Allergikern: Pollenflug startet früher als erwartet

Für Donnerstag (16. Januar) erwartet der Deutsche Wetterdienst erneut Temperaturen von bis zu 12 Grad in NRW, absolut untypisch für Januar. Das passt allerdings zu dem Trend der letzten Jahre. Dieser zeigt: Die Winter werden immer wärmer.

Das ist eine Prognose, die besonders für Allergiker fatal ist. Laut dem europäischen Allergiezentrum, hat derzeit jeder vierte eine Allergie, rund 15 Prozent der deutschen leiden unter Heuschnupfen. Und diese werden den frühen Pollenflug auch sicherlich schon bemerkt haben.

Warmes Wetter und Wind in NRW schuld an frühen Pollenflug 

Wer dagegen an Ganzjahresblüher leidet, hatte wohl in den letzten Monaten besonders schlechte Karten. Die obligatorische Pause zwischen November 2019 und Februar 2020 fällt wohl komplett aus.

"Warme Temperaturen und ein starker Wind sorgen für eine starke Verbreitung der Pollen", schilderte eine Sprecherin des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung im Deutschen Wetterdienst auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Pollenflug in NRW: Wetter sorgt für tränende Augen und juckende Nase

Betroffen ist der gesamte Raum in NRW. Bisher ist der Pollenflug nicht stark, es geht erst langsam los. Aber Allergiker die auf Hasel und Erle reagieren, werden schon ein leichtes Kribbeln in ihren Nasen spüren. Die klassischen Frühblüher legen los.

In Zeiten des Coronavirus können juckende Augen bei Allergie gefährlich sein - das steckt dahinter. 

Um gegen Symptome wie juckende Augen, Husten und eine verstopfte Nase bei Heuschnupfen zu kämpfen, helfen einige Hausmittel. Manche davon, wie der Honig, sind bislang noch eine Geheimwaffe.

Video: Heuschnupfen: Tipps und Tricks

Aber auch die Augen können schon tränen und die Bronchien belastet sein. Betroffene können daher nur erschwert atmen. Der einzige Lichtblick am Allergiker-Horizont: Der Regen. Bei den meisten verhasst, ist dieser für Allergie geplagte Menschen ein Segen. "Hängen die Pollen nass in den Sträuchern, hat es der Wind schwer, sie zu verbreiten", so die Sprecherin. So sollten Allergiker besonders auf Regen hoffen und auch in dem Zeitraum die Fenster weit öffnen.

Mildes Wetter sorgt für Stress bei den Tieren in NRW  

Aber nicht nur die Menschen merken das ständig warme Wetter, sondern auch Tiere reagieren empfindlich auf den fehlenden Winter. Laut dem Naturschutzbund NABU drohen Winterschläfer bei mehr als zehn Grad vorzeitig zu erwachen. Auch Igel können frühzeitig aus dem Winterschlaf erwachen.

"Er findet dann unter Umständen noch nicht genug Nahrung", so Sprecherin Birgit Königs gegenüber der Rheinischen Post. Zwar schlafen beispielsweise Igel bei kälterem Wetter weiter, allerdings kann es sein, dass der Energievorrat bis etwa Ende April nicht ausreicht. Ein Problem vor allem für Jungtiere.

Vorteil des schönen Wetters in NRW: Vögel suchen schneller Partner und Borkenkäfer-Plage bleibt aus

Auch Amphibien haben mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Bei über zehn Grad und feuchtem Wetter laufen diese schon los zu ihren Laichplätzen. Wenn sie allerdings bereits in den Laichplätzen angekommen sind und es doch wieder kalt wird, drohen die Tiere im Gewässer zu erfrieren.

Aber auch für Insekten ist das warme Wetter gefährlich. Fliegen Hummeln und Schmetterlinge zu früh los, sind die Blüten der Blumen noch nicht genug ausgereift - und finden keinen Nektar. Um Vögel braucht man sich allerdings keine Sorge zu machen. Sie beginnen früher mit ihrer Partnersuche. Auch Forstleute freuen sich über das milde Wetter. Die Borkenkäfer-Plage bleibt aus. Diese hatte im letzten Jahr in NRW aufgrund der Trockenheit zu massiven Schäden geführt.

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