#Wetterberichtigung

Tief „Ahmet“: Warum das Wetter ausländische Namen bekommt

Tief „Ahmet“ zieht derzeit über Deutschland und sorgt für reichlich Wirbel. Und das nicht nur wegen Schneeglätte und Kälte, sondern wegen seines Namens.

Deutschland – Wer in dieser Woche einen Blick auf die Wetterkarte geworfen hat, hat sich vielleicht gewundert. Denn in dieser Woche bestimmt Tief „Ahmet“ das Wetter – und ist verantwortlich für den Schnee in NRW. Dass das Tief einen Namen ausländischer Herkunft hat, ist ungewöhnlich. Und dahinter steckt eine Botschaft.

Neue deutsche MedienmacherNichtregierungsorganisation
Gründung2008
SitzBerlin

Wetter mit Migrationshintergrund: Wer den Hochs und Tiefs die neuen Namen gibt

Verantwortlich für das neue „Wetterphänomen“ ist die Kampagne #Wetterberichtigung, der Neuen deutschen Medienmacher (NdM). Die NdM sind ein bundesweiter Zusammenschluss von Medienschaffenden mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln. Mit kämpferischen Slogans wie „Wir kapern das Wetter“ oder „Zieht euch warm an!“ wollen sie nach eigenen Angaben „neue deutsche Namen“ in den Wetterbericht „schleusen“ (alle News zum Wetter auf RUHR24.de).

Die Medienmacher bemerken, dass ausländische Namen wie Ahmet längst auch Teil der deutschen Kultur geworden seien. Mit anderen Worten: Das Wetter bekommt einen Migrationshintergrund, um auf die Vielfalt in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Die Kampagnen hat sich bereits 14 Patenschaften für die Hoch- und Tiefdruckgebiete im Jahr 2021  beim Institut für Meteorologie der FU Berlin gesichert. Dementsprechend werden wir ab sofort häufiger Namen ausländischer Herkunft im Wetterbericht sehen.

Wetterberichtigung ist erst der Anfang: Was noch geplant ist

Für die NdM-Vorsitzende Ferda Ataman ist das „migrantische Wetter“ dabei nur ein erster „symbolischer Schritt“. Die Kampagne möchte insgesamt für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in den Medien sorgen.

Denn das erklärte Ziel der Neuen deutschen Medienmacher ist es, aufzuzeigen, dass Vielfalt Normalität ist. Dementsprechend soll sie sichtbarer werden, und zwar nicht nur im Wetterbericht, sondern auch darüber hinaus.

Tief „Ahmet“ über Deutschland: Das Wetter bekommt einen Migrationshintergrund.

Die Medienschaffenden fordern außerdem:

  • Diversity-Checklisten für jedes mediale Thema und jede Sendung.
  • Eine Ausländerquote für Moderator*innen und Schauspieler*innen; und zwar 30 Prozent bis 2030.
  • Nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund, auch Behinderte, Homosexuelle und Menschen verschiedenster Religionen sollen in den Medien sichtbarer werden.

#Wetterberichtigung: Viel Zuspruch in den sozialen Medien, harte Kritik der AfD

Was nicht verwundert: Die AfD wettert bereits gegen das neue Wetter – und zwar scharf. Alice Weidel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, veröffentlichte am 5. Januar einen entsprechenden Tweet. Darin heißt es, das Wetter würde nun divers werden, dabei vergesse „das NDM, dass die Tiefs Ahmet & Goran schon seit 2015“ über Deutschland zögen.

Viele Twitter-User halten aber schon dagegen. So schreibt beispielsweise ein User: Er sei dafür, „dass Schlechtwetterfronten zukünftig Gauland, Weidel, Hoecke, Storch usw.“ hießen.

Auch insgesamt erhält die Kampagne in den sozialen Medien viel Zuspruch. Neben zahlreichen Unterstützern der Forderungen, loben auch viele einfach die raffinierte Idee. Tatsächlich hat die Kampagne bereits zum Start eines erreicht: Sie hat für reichlich mediale Aufmerksamkeit gesorgt.

Rubriklistenbild: © #Wetterberichtigung, NdM

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