Phänomen bringt Schnee in die Wüste

Polarwirbel kollabiert: Deutschland droht Eiseskälte bis ins Frühjahr

Die Chancen stehen aktuell gut, dass der Winter und damit der Schnee ein großes Comeback feiern.
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Die Chancen stehen aktuell gut, dass der Winter und damit der Schnee ein großes Comeback feiern.

Kurz war es winterlich in Deutschland, doch vielerorts ist der Schnee bereits wieder geschmolzen. Doch es könnte ein eiskaltes Winter-Comeback geben.

Dortmund – Viele haben sich schon vor Weihnachten danach verzehrt, ihr Wunsch ging dann aber erst drei Wochen später in Erfüllung: Schnee. Endlich sind die weißen Flocken gefallen und haben NRW und den Rest von Deutschland kurz in ein Winter-Wunderland verwandelt. Zwar sieht es jetzt eher verregnet aus, doch das kann sich bald ändern. Dann kann uns der Winter sogar noch einige Monate erhalten bleiben.

Art?Polarwirbel
Wo?Über Antarktis und Arktis
Was?großräumige Höhentiefs

Winter und Schnee bis ins Frühjahr? Der Polarwirbel kann es möglich machen

Ein Wetter-Phänomen könnte dafür sorgen, dass wir bis ins Frühjahr zittern sowie Schneemänner und -frauen bauen können. Grund dafür ist der kollabierende Polarwirbel, er bringt uns eisige Temperaturen – das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtet sogar von einer regelrechten Kältewelle.

Der Zusammenbruch des Polarwirbels – das klingt drastisch, kommt allerdings ungefähr alle zwei Winter vor. Der Polarwirbel (eine Windzirkulation in der Atmosphäre) bildet sich laut Deutscher Welle jedes Jahr im Herbst, wenn die Sonne den Nordpol kaum noch erreicht, und verschwindet wieder im Frühjahr. Er dreht sich in einer Höhe, die eigentlich keine Auswirkung auf das Wetter hier in Europa hat – in der Stratosphäre.

Polarwirbel zusammengebrochen: Kälteeinbruch Ende Januar möglich

Viel mehr ist der Jetstream verantwortlich, der dreht sich in zehn Kilometern Höhe und steuert die Hoch- und Tiefdruck-Systeme. Normalerweise bringt dieses Windband mildes, windiges Regenwetter mit sich und die eisige Luft bleibt im inneren Polarwirbel. Doch alle paar Jahre kommt es vor, dass der Jetstream zu schwach ist und die Polarluft nicht im Zaum halten kann.

Kommt dann noch eine plötzliche Erwärmung der Stratosphäre hinzu, ist das Gleichgewicht dahin. Der Polarwirbel gerät ins Schlingern und bekommt Beulen, kann sich sogar teilen, so gelangt kalte Luft bis nach Europa. Dieses Phänomen konnten Experten laut Deutscher Welle Anfang Januar bereits beobachten und es soll sich wiederholen.

Mit dem Kälteeinbruch ist dann Mitte bis Ende Januar zu rechnen, der könnte sich dann auch bis in den Februar hineinziehen. Noch ist laut Experten allerdings nicht klar, ob die eisige Luft dann nach Nordamerika oder nach Europa fließt.

Eine Konstellation, die die kalte Luft zu uns schickt, deutet sich zumindest in ersten Modellen an. Wie lange die eisige Kälte dann verweilt, kann noch nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Allerdings gibt es Parallelen zu ähnlichen Wetterereignissen in der Vergangenheit.

Polarwirbel hat irren Einfluss auf das Wetter: Schnee in der Sahara

Wie Spektrum berichtet, gab es im Jahr 2013 ein ähnliches Ereignis. Die Kaltlufteinbrüche ähnelten denen im Januar dieses Jahres. Damals lag Deutschland noch im März unter einer Schneedecke begraben. Kalt war es sogar bis Mitte April. Erst danach konnte der Frühling sich endlich durchsetzen (alle News zum Wetter bei RUHR24.de).

Ob es sich in diesem Jahr ähnlich zutragen wird, kann noch nicht gesagt werden. Allerdings hat der Zusammenbruch des Polarwirbels schon jetzt irre Einflüsse auf das Wetter weltweit. So kam es zu einem Wetterphänomen, das nur alle zehn Jahre registriert wird: In der Sahara hat es geschneit.

Video: Polarwirbel einfach erklärt

Wie Wetter.de berichtet, hat auch hier der Zusammenbruch des Polarwirbels seine Finger im Spiel gehabt. Nachdem sich die eisige Kälte in Spanien breit gemacht hat, konnte sie weiter bis nach Nordafrika vordringen, sodass der Wüstensand der algerischen Wüste mit Schnee bedeckt wurde. Normalerweise betragen die Temperaturen in der Region im Januar 15 bis 20 Grad.

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