Hoch Kevin bringt Sommer zurück

Hitzewelle kommt nochmal: Experten erwarten hohe Temperaturen in Deutschland

Der Sommer geht – aber nicht ohne ein letztes Aufbäumen: Wetter-Experten erwarten im Altweibersommer erneut Hitze mit tropischem Ausmaß.

Dortmund – Es ist Herbst. Zumindest meteorologisch gesehen, denn der Herbstanfang war am 1. September. Und das spüren wir auch: Die Temperaturen sinken, der Himmel ist immer öfter grau. Aber dabei bleibt es nicht. Der Altweibersommer wartet schon auf uns und Experten haben für alle Sonnenanbeter herrliche Nachrichten.

Behörde

Deutscher Wetterdienst

Staatliche Ebene

Bund

Zentrale

Offenbach am Main

Gründung

1952

Wetter im September: Altweibersommer mit warmen Tagen und kühlen Nächten

Es ist ein letztes Aufbäumen des Sommers, wenn die Temperaturen Mitte September und Anfang Oktober noch einmal richtig anziehen. Dann spricht der Volksmund auch gerne vom Altweibersommer

Dabei handelt es sich laut Experten des Deutschen Wetterdienstes um eine beständige frühherbstliche Hochdrucklage über Mitteleuropa, die häufig zu dieser Zeit auftritt. Diese Hochdrucklage bringt in der Regel warme Tage und kühle Nächte mit sich. Aber was hat das mit alten Frauen zu tun?

Altweibersommer: Spinnen und alte Frauen sind Namensgeber für Wetterereignis im Herbst

Der Begriff Altweibersommer geht wohl zum einen auf das altdeutsche Wort "weiben" zurück, was weben bedeutet. Immer wenn die Temperaturen noch einmal ansteigen, unternehmen Jungspinnen vermehrt Ausbreitungsflüge: Die kleinen Spinnen lassen sich an ihren Spinnfäden durch die aufsteigende warme Luft umher wehen.

Zum anderen erinnern die mit Tau benetzen fliegenden Spinnweben gerade in der Morgensonne an lange silbergraue Haare älterer Frauen. Dieser Vergleich passte einer Seniorin so gar nicht. Sie klagte 1996 am Landgericht Darmstadt, weil sie sich durch den Begriff diskriminiert fühlte. Die Klage wurde aber abgewiesen und der zweite Sommer darf weiterhin Altweibersommer heißen.

Die Spinnenweben im Herbst erinnern besonders am Morgen an die langen weißen Haare einer älteren Frau – daher der Name. Altweibersommer.

Herbst 2020: Nebel, Tau und kurze Tage

Und dieser Altweibersommer ist einer wie aus dem Lehrbuch. Es ist vielleicht die letzte Gelegenheit ein paar Sonnenstrahlen einzufangen und vielleicht um noch einmal den Grill auf dem Balkon anzuschmeißen. 

Aber bevor es noch einmal schön wird, macht es sich der Herbst erst einmal gemütlich. Die DWD-Experten sprechen von teils frischen Temperaturen in den Morgenstunden, lokalen Nebelfeldern, Tau auf Dächern, Wiesen und Autoscheiben. 

Und es wäre kein richtiger Herbst, wenn nicht auch die Tage kürzer würden. Bereits in knapp zwei Wochen, am 22. September, ist laut Experten die Tag-Nacht-Gleiche erreicht. Dann verteilen sich Tageslicht und nächtliche Dunkelheit etwa zu gleichen Teilen (12 Stunden) auf den gesamten Tag. 

Spätsommer in Deutschland: Hoch Kevin beschert uns Sommerwetter

Doch schon in den kommenden Tagen erwartet uns der Spätsommer: Laut neuesten Modellberechnungen des Deutschen Wetterdienstes verzieht sich das aktuelle Tief Quinta bald und dann übernimmt Hoch Kevin das Ruder (mehr Service-Nachrichten bei RUHR24.de). 

Hoch Kevin schnürt sich vom Azorenhoch ab und nistet sich über Mitteleuropa ein. Dann setzt sich in Deutschland immer öfter die Sonne durch – sogar an den Küsten, die zunächst noch mit ein paar Tiefausläufern kämpfen müssen. Damit steigen die Temperaturen bis zum Wochenende immer weiter an.

Wetter im September 2020: Temperaturen bis zu 31 Grad möglich

Im Süden Deutschlands erwarten die Experten sogar Temperaturen bis zu satten 31 Grad. Aber auch der Rest von Deutschland bekommt die Sommer-Hitze noch einmal zu spüren. So werden in der kommenden Woche auch in Nordrhein-Westfalen Temperaturen bis 31 Grad erwartet. 

Grund dafür: Hoch Kevin verzieht sich in den Osten Europas und macht somit den Weg für eine Südströmung frei. Dann gelangt aus Frankreich, Italien und dem westlichen Mittelmeerraum ein Schwall subtropischer Warmluft zu uns nach Deutschland. Alle Infos zum aktuellen Wetter in Deutschland und Nordrhein-Westfalen gibt es in unserem Wetter-Ticker.

Altweibersommer: Hitzerekorde noch nicht erreicht – doch noch ist alles offen

Damit können weite Teile des Landes Temperaturen zwischen 25 und 31 Grad und Sonne satt erwarten. Rekordverdächtig sind diese Temperaturen allerdings nicht wie Dipl.-Met. Robert Hausen des Deutschen Wetterdienstes erklärt. "Ein kurzer Blick auf die Statistik verrät, dass Mitte September sogar 35 Grad (wie z.B. 1947 in Hamburg) schon geknackt wurden. Die zu erwartenden Höchstwerte um 30 Grad wurden im Südwesten Deutschlands 1985 sogar noch am 03. und 04. Oktober überschritten."

Allerdings würde der Experte seine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass solche Temperaturen auch in diesem Herbst nicht möglich seien. Bis Anfang Oktober ist noch etwas Zeit.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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