Wetter-Phänomen

Aktuell schöne Sonnenuntergänge in NRW haben ernsten Hintergrund

Aktuell bezaubern uns extrem schöne Sonnenuntergänge am Himmel. Doch diese haben einen traurigen Hintergrund, der in den USA seinen Ursprung hat.

Deutschland/NRW - Aktuell beobachten viele Menschen in Deutschland gegen Abend spektakuläre Farbspiele am Himmel. Die Sonnenuntergänge leuchten intensiv orange bis rosarot. Allerdings hat der schöne Anblick einen traurigen Hintergrund.

Land

Deutschland

Hauptstadt

Berlin

Bevölkerung

83,02 Millionen (Stand 2019)

Rote Sonnenuntergänge in Deutschland und NRW: Das steckt hinter dem Wetter-Phänomen

Denn die intensiven Farben hängen mit den aktuellen Waldbränden in Kalifornien in den USA zusammen, fand das Leibniz-Instituts für Troposphärenmessung (TROPOS) heraus. Die Forscher stellten fest, dass der Rauch aus Kalifornien über Deutschland zieht. Doch was hat das mit dem Wetter in Deutschland und den aktuell außergewöhnlichen Sonnenuntergängen zu tun?

Wetter in Deutschland und NRW: Asche-Partikel sorgen für rote Sonnenuntergänge

Über die sogenannte Troposphäre, also die unterste Schicht der Erdatmosphäre, und durch Höhenwinde haben die Ruß- und Aschepartikel aus den USA ihren Weg nach Deutschland gefunden. Dadurch beeinflussen sie längst das Wetter in Deutschland und NRW. Nicht nur wird das Sonnenlicht hierzulande durch die Aschepartikel abgeschwächt, auch die Sonnenuntergänge wirken durch die Brände intensiver.

Dass diese überhaupt so rot leuchten, hängt teilweise mit der generellen Verunreinigung der Atmosphäre zusammen. Das ist vor allem Menschen im Ruhrgebiet bekannt, wo die Luft nicht ganz so sauber ist, wie anderswo in Deutschland.

Sonnenlicht wird unterschiedlich gestreut: Das sind die Auswirkung auf das Wetter in Deutschland und NRW

Die Partikel in der Luft besäßen dabei im häufigsten Fall einen Durchmesser von 200 bis 300 Nanometer, so Dr. Albert Ansmann vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung gegenüber der Stuttgarter Zeitung: "Das ist bei typischem Urban Haze der Fall, also unserer selbst produzierten Umweltverschmutzung." Zu diesem sogenannten Urban Haze, also urbanem Dunst, tragen unter anderem Abgase bei.

An diesen Partikeln streut sich dann das Sonnenlicht. Denn normalerweise ist das Sonnenlicht weiß, da alle Teile des Farbspektrums zusammen diese Farbe ergeben. Allerdings unterscheiden sich ihre Wellenlängen. So ist blaues Licht kurzwellig und das rote Licht am anderen Ende des Spektrums langwellig. Allerdings wird kurzwelliges Licht an den kleinen Teilchen in der Atmosphäre stärker gestreut als Langwelliges.

Die Brände in den USA haben auch Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland und NRW. 

Wetter in Deutschland und NRW: Asche von den Waldbränden verstärken Sonnenuntergänge

Durch diese Streuung erhält der Himmel am Tag seine blaue Farbe, beim Sonnenuntergang und -aufgang muss das Licht aber einen längeren Weg zurücklegen. Dabei wird das blaue Licht sozusagen "herausgestreut", der Himmel und auch die Sonne erscheinen dadurch rot.

Durch die Aschepartikel, die aktuell durch den Brand in den USA/Kalifornien verursacht werden, wird dieser Effekt der Streuung noch einmal deutlich verstärkt. Laut Ansmann beträgt der häufigste Durchmesser der Waldbrand-Partikel 600 bis 700 Nanometer. Sie sind damit deutlich größer als die Urban Haze-Partikel.

Wetter in Deutschland und NRW: Gibt es in diesem Jahr weiße Weihnachten?

"Nun sollte das Streuspektrum flacher sein, als das vom Urban Haze verursachte Streuspektrum. Dann bleiben auch gelbe und grüne Lichtanteile über und die Sonne ist keine knallrote, sondern eher eine dottergelbe Scheibe. Wird allerdings die Smoke-Suppe sehr dicht, bleiben dann doch wieder nur die Rottöne übrig", so Ansmann.

Auch ein anderes Wetter-Phänomen beschäftigt die Experten schon jetzt: Wird es in diesem Jahr weiße Weihnachten geben? Wetter-Profi Fabian Ruhnau aus Bochum hält von den frühzeitigen Wettervorhersagen für den Winter 2020/21 relativ wenig und erklärt, das nicht nur ein einzelnes Wetter-Phänomen entscheidend für das Wetter im Winter ist.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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