Notarzt muss im Extremfall kommen

Wespenstich behandeln: Was im Notfall zu tun ist

Ein Wespenstich ist unangenehm. Um Schmerzen zu lindern, sollte er sofort behandelt werden. Besonders bei Allergien ist Eile geboten.

  • Im Sommer, wenn die Tage lang und die Temperaturen hoch sind, halten wir uns gerne draußen auf.
  • Allerdings ist das nicht immer sicher: Bienen und Wespen sind auf Nektarsuche, werden sie dabei gestört, stechen sie zu.
  • In manchen Fällen muss dann sogar ein Notarzt gerufen werden. Das ist im Falle eines Bienen- oder Wespenstichs zu tun.

Dortmund - Viele von uns wollen sie schützen und hoffen, dass sie bald wieder vermehrt unterwegs sind: Bienen. Doch auch, wenn viel über das dramatische Bienensterben gesprochen wird, haben wir die schwarz-gelben Tierchen gar nicht mehr so lieb, wenn sie zustechen. Dann ist Handeln angesagt – in manchen Fällen braucht es sogar einen Notarzt. Die Behandlung Bienen- und Wespenstiche ist dabei gleich.

Insekten

Bienen

Wissenschaftlicher Name

Anthopholia

Ordnung

Hautflügler

Lebenserwartung

Westliche Honigbiene: 122-152 Tage, Wiesenhummel: 28 Tage

Wespenstich im Sommer 2020: Was tun gegen Stachel, Schmerzen und Allergie

Im Sommer kann es besonders oft zu Wespenstichen und Bienenstichen kommen. Nicht nur, weil die fleißigen Tierchen dann mehr unterwegs sind und Nektar suchen, sondern auch weil wir uns des Öfteren in der Natur aufhalten. 

Wer barfuß über eine Wiese schlendert, läuft schnell Gefahr sich einen fiesen Stich einer Biene  oder einer Wespe einzufangen. Entweder, weil man achtlos auf sie draufgetreten ist oder weil sich die Tiere bedroht fühlen.

Bienenstich: Schmerzvoll aber meistens unproblematisch – außer man ist allergisch

Ist es dann passiert, ist das nicht nur schade um die Biene, denn sie überlebt es nicht, wenn sie einen Menschen sticht, sondern auch äußerst schmerzvoll für den Gestochenen. Doch auch wenn der Stich noch so schmerzvoll ist, in den meisten Fällen ist er unproblematisch.

In der Regel sind Wespen- und Bienenstiche gut selbst zu behandeln. Da das starke Eiweißgift für gesunde Menschen ungefährlich ist. Nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen reagiert allergisch auf einen Stich, wie Öko-Test berichtet. Dann drohen sogar lebensgefährliche Atem- und Kreislaufprobleme.

Allergische Reaktion auf einen Bienenstich – das sind Hinweise auf eine Allergie

Hinweise auf eine Allergie nach einem S tich können sein:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • abfallender Blutdruck
  • Hautreaktionen am ganzen Körper
  • allergischer Schock – es droht Lebensgefahr!

Bienenstich kann tödlich enden – bei Allergie dringend einen Notarzt rufen

Treten diese Symptome nach einem Bienenstich auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt gerufen werden. Denn der Stich kann für einen Allergiker lebensbedrohlich sein und muss dementsprechend behandelt werden. Ein anaphylaktischer Schock kann tödlich enden.

Es kann aber auch vorkommen, dass ärztliche Hilfe notwendig ist, auch wenn die gestochene Person nicht allergisch reagiert. Bei einem Stich im Mund oder Rachenbereich kann die Atmung gefährdet werden. 

Bei einem Stich im Mund oder Rachenbereich schwellen die Schleimhäute an und die oberen Atemwege verengen sich – es droht Erstickungsgefahr! Auch in diesem Fall muss ein Notarzt gerufen werden. Bis der Arzt schließlich eintrifft, hilft laut Öko-Test das Lutschen von Eiswürfeln.

Was tun bei einem Bienenstich? Der Stachel muss schnell raus

Treten keine allergischen Reaktionen auf und hat die Biene nicht im Mund- und Rachenraum zugestochen, kann der Bienenstich einfach selbst behandelt werden. In beiden Fällen – allergische oder keine Reaktion – sollte zunächst der Stachel entfernt werden.

Das sollte möglichst schnell geschehen, denn je länger der Stachel in der Haut steckt, desto mehr Gift kann durch die Giftblase in den Körper gelangen. Zur Not kann man auch versuchen, den Stachel mit den Fingernägeln zu entfernen – besser wäre natürliche eine Pinzette.

Normalerweise können Bienenstiche einfach selbst behandelt werden, bei einer Allergie allerdings muss dringend ein Arzt gerufen werden.

Bienenstich behandeln: Gel gegen den unerträglichen Juckreiz

Wer unter keiner Allergie leidet, kann den Bienenstich anschließend mit desinfizieren und mit Eis kühlen. Es lindert die Schwellung und betäubt die Schmerzen

Juckt der Stich sehr stark, lohnt sich der Griff zu einem Antihistaminikum in Gelform. Das lindert den Juckreiz und kühlt den Stich zusätzlich – jeden Stich, auch anderer Insekten (mehr Ratgeber-Artikel bei RUHR24.de).

Hausmittel gegen den Bienenstich

Ein Hausmittel, das sich schon bei vielen bewährt hat, ist die Zwiebel. Sie wird einfach aufgeschnitten und mit der Schnittstelle auf den Bienenstich gedrückt. Der Saft der Zwiebel wirkt desinfizierend und hemmt die Entzündung, wie Öko-Test berichtet.

Wer kein Fan vom beißenden Zwiebelduft ist, kann stattdessen die Aloe-Vera-Pflanze auf der Fensterbank anschneiden. Dazu wird einfach ein Blatt abgeschnitten und geschält. Das enthaltene Gel der Aloe Vera hilft den Juckreiz zu lindern, es wirkt zudem beruhigend und entzündungshemmend.

Für ein weiteres einfaches Hausmittel lohnt der Gang in den Garten. Wächst hier Spitzwegerich, sollten Gestochene sich ein paar Blätter der Pflanze abpflücken. Sie wirken antibakteriell und können die Schwellung reduzieren. Die Blätter müssen dafür einfach zerquetscht und auf den Bienenstich gedrückt werden.

Bienenstich von Wespenstich unterscheiden – beide werden gleich behandelt

Einen Bienenstich von einem Wespenstich zu unterscheiden ist übrigens recht einfach: Steck noch ein Stachel in der Haut, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Bienenstich. Wespen verlieren ihren Stachel nicht, sie können sogar mehrmals zustechen. Aber egal wer zugestochen hat, die Tipps gelten für Bienen und Wespen.

Wer nicht nur auf Bienen-, sondern auch auf Wespenstiche gut verzichten kann, sollte versuchen die teilweise aggressiven Wespen von sich fernzuhalten. Dazu kann es lohnen bei der Gartenparty den Tierchen ein paar aufgeschnittene Trauben entfernt vom Tisch anzubieten.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dp

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