Gefährliches Summen

Wespen im Sommer fernhalten mit billigen Hausmitteln

Wespen treiben wieder ihr Unwesen. Doch wir müssen uns von den geflügelten Unruhestiftern nicht den Sommer vermiesen lassen. Sie lassen sich vertreiben.

Dortmund – Der Sommer kann mitunter auch ganz schön anstrengend sein. Die Hitze treibt einem den Schweiß auf die Stirn, alles klebt, denn Sonnencreme ist ja Pflicht und jetzt beginnt es auch noch zu summen. Wespen verderben aktuell so manches Picknick – doch das muss nicht sein. Mit ein paar Tricks hält man sich die Biester vom Leib.

InsektWespe
FamilieFaltenwespen (Vespidae)
OrdnungHautflügler (Hymenoptera)
UnterordnungTaillenwespen (Apocrita)

Wespen vertreiben und bloß nicht töten – Bußgelder bis zu 50.000 Euro drohen

Wohin man auch geht, man hat keine Ruhe. Wespen schwirren um einen herum, als hätten sie die bösartige Absicht, ihren Stachel schmerzhaft in unserer Haut zu vergraben. Eine Seniorin aus Bochum hatte sogar gleich 30 der schwarz-gelben Insekten in ihrer Wohnung – sie rief die Polizei zu Hilfe.

Doch es muss nicht immer gleich der Notruf sein. Es gibt andere wirkungsvolle Hausmittel und einfache Tricks, um die ungeliebten Wespen zu vertreiben. Denn: Wespen töten ist verboten, da die Insekten unter Artenschutz stehen. Bußgelder zwischen 5.000 und 50.000 Euro drohen.

Wespen nicht anpusten: Das macht sie nur aggressiv und sie greifen an

Hat sich eine Wespe erst einmal an die Kaffeetafel verirrt und hat den süßen Kuchen gewittert, wird sie so schnell nicht wieder verschwinden. Einige Menschen reagieren panisch auf die fliegenden Störenfriede und fangen an, nach ihnen zu schlagen oder versuchen, sie wegzupusten.

Beides ist keine gute Idee. Das verärgert die hitzköpfigen Wespen nur noch mehr und sie gehen zum Angriff über. Gerade anpusten versetzt Wespen in Angriffsmodus. Das ausgeatmete Kohlendioxid ist für sie ein Alarmsignal.

Wespen vertreiben: Als allererstes das gesamte Essen und alle Getränke abdecken

Kluge Wespen-Bekämpfer hingegen bewahren die Ruhe, denn laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) kann sogar Angstschweiß Angriffe auslösen. Also durchatmen (nicht in Richtung der Wespe) und hektische Bewegungen vermeiden.

Damit die Wespe das Interesse verliert, sollten zunächst alle Speisen und Getränke abgedeckt werden. Außerdem sollte der Mund von Kindern abgewischt werden, damit die Wespen von den Speiseresten nicht angelockt werden.

Gegen Wespen helfen nicht nur Chemiebomben, sondern auch Hausmittel.

Wespen vertreiben: Hausmittel sind günstig und vieles hat man schon zu Hause

Wollen sich die Wespen nicht verziehen, kann es helfen, ihnen etwas anzubieten – weit weg vom Ort des Geschehens. Dazu eignen sich laut NABU vor allem überreife Weintrauben. Die können einige Meter entfernt platziert werden. Das freut Wespen und Menschen.

Weitere wirkungsvolle, aber teils auch umstrittene Tipps gegen Wespen:

  • Kaffeepulver: Wespen mögen den Geruch von Kaffeepulver nicht. Den Effekt kann man sich zunutze machen und noch verstärken, indem man das Pulver anzündet. Dazu das Pulver in eine feuerfeste Schale geben und anzünden, sodass ein leichter Rauch entsteht.
  • Kupfermünzen: Dieser Trick gilt als umstritten, allerdings ist er so günstig, dass es doch einen Versuch wert ist. In der Theorie sollen Wespen den Geruch von Kupfer nicht ausstehen können. Daher solle man Kupfermünzen auf dem Tisch verteilen, das solle besonders gut klappen, wenn die Münzen erwärmt werden (durch die Sonne oder die Handflächen). Dazu sollen sich 1-Cent-, 2-Cent- und 5-Cent-Münzen eignen. Laut Chip reiche die Erwärmung allein aber nicht aus, um die Wespen mit dem Geruch zu vertreiben. Aber einen Versuch ist es doch wert, oder?
  • Wasser: Das hingegen hilft auf jeden Fall. Wer Angst vor einem Wespen-Angriff hat, sollte im Sommer immer eine Sprühflasche gefüllt mit Wasser bei sich tragen. Spritzt man Wasser auf die Wespen, verziehen sie sich sehr schnell. Kommt die Wespe mit Wasser in Kontakt, denkt sie, es fängt an zu regnen und will Schutz im Nest suchen.
  • Zitronen: Während andere Speisen abgedeckt werden sollten, kann es sich lohnen Zitronen oder Orangen aufgeschnitten auf den Tisch zu verteilen. Auch diesen Geruch mögen die Insekten nicht und verziehen sich wieder.
  • Ätherische Öle: Die aromatischen Öle riechen angenehm und halten zudem Wespen fern – win, win! Dazu eignen sich laut Sat.1 Frühstücksfernsehen Öle mit Nelken, Teebaum, Pfefferminz, Lavendel und Citronella.
  • Papiertüte: Im Internet kursiert ein angeblich wirkungsvoller Trick, der die Insekten mit einer zerknüllten Papiertüte vertreiben soll. Dem Internet-Mythos zufolge solle das Knäuel ein Wespennest imitieren. Dass der Papiertüten-Trick bei Wespen allerdings keine Wirkung zeigt, weiß HNA. Auch Wespennest-Attrappen, die im Internet zu kaufen sind, scheinen – zumindest laut Kundenbewertungen – oft wirkungslos.

Wespen im Sommer: Wenn es zu spät ist und das Insekt zugestochen hat

Wohl oder übel müssen wir uns mit den schwarz-gelben Insekten arrangieren. Wer es schafft, bei dem Summen die Nerven zu behalten und ruhig zu bleiben, übersteht die Wespen-Saison auch ohne fiesen Stich. Wen es doch erwischt hat, sollte den Stachel entfernen und anschließend den Stich schnell kühlen.

Eine halbe Zwiebel wirkt auch kühlend und zusätzlich entzündungshemmend. Spezielle Salben aus der Apotheke sind ebenfalls hilfreich. Bei heftigen allergischen Reaktionen sollte in jedem Fall der Notruf verständigt werden. Auch, wenn man eine Wespe versehentlich verschluckt oder sie im Rachen zugestochen hat.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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