Chemie ist nicht immer die Lösung

Wespen loswerden: Welche günstigen Hausmittel im Sommer wirklich helfen

Wespen können wahre Plagegeister sein. Einfache Tricks können dabei helfen, die schwarz-gelben Insekten auf dem Balkon und im Garten loszuwerden.

  • Wespen werden im späten Sommer gerade von süßen Speisen angelockt und können gefährlich nahe kommen.
  • Doch es gibt mehrere Methoden, sie loszuwerden.
  • Grundsätzlich besteht aber kein Grund zur Panik, wenn eine Wespe in der Nähe ist.

NRW - Wie fast jedes Insekt haben auch Wespen ihre Aufgabe in der Natur. Im Spätsommer haben die gelb-schwarzen Tiere Hochsaison und gehen dabei so manchem auf die Nerven.

Insekt

Wespe

Wissenschaftlicher Name

Vespinae

Familie

Faltenwespen (Vespidae)

Für Wespen bietet 2020 ideale Bedingungen - so wird man sie wieder los

Kaum sitzt man im Spätsommer draußen mit Kuchen oder einem leckeren Getränk, machen sich auch die ersten Wespen bemerkbar. In diesem Jahr sind aber nicht nur süße Speisen für ihr zahlreiches Auftreten verantwortlich, auch wegen des Wetters in Deutschland und NRW ist es ein gutes Jahr für Wespen.

Der recht warme, regenarme Frühling sei ideal für die Bildung von Wespenvölkern gewesen. "Deshalb gibt es eventuell mehr Wespen als sonst", erklärt Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Aggressiver als in anderen Jahren seien sie aber nicht (mehr Ratgeber auf RUHR24.de).

Trotzdem wurden bei einem Wespen-Angriff an einer Schule in Lüdenscheid im August rund 14 Kinder verletzt.

NABU: Wespen haben aktuell ihre Hochsaison - diese Tipps helfen, wenn die Insekten aufdringlich werden

Laut Einschätzung des Naturschutzbundes (NABU) gibt es vor allem einen Grund, weshalb so derzeit so viele Wespen unterwegs sind. "Im Moment ist ihre Hauptzeit. Die Völker haben mit bis zu 1000 Tieren ihre maximale Größe erreicht", so NABU-Sprecherin Birgit Königs. "Sie alle sind auf Nahrungssuche - da gibt es auch schon mal untereinander Gerangel um den Kuchen."

Doch wie wehrt man sich gegen die teils lästigen und vor allem bei einer Allergie gefährlichen Tiere? Der NABU empfiehlt zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall sollte man eine Wespe anpusten oder gar um sich Schlagen um sie zu vertreiben. Der Grund: Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffshaltung.

Der Anblick eines süßen Stücks Kuchen entzückt nicht nur Menschen, sondern auch Wespen. 

Sanft wegschieben statt um sich schlagen: Wespen im Sommer mit Vorsicht begegnen

Wer dennoch von einer Wespe belästigt oder das Essen von ihnen belagert wird, kann versuchen, die Insekten sanft wegzuschieben. Außerdem sollte man süße Getränke und Mahlzeiten im Freien besser abdecken, um die Wespen gar nicht erst anzulocken.

Auch einige Hausmittel können helfen, die Insekten fernzuhalten. So soll es etwa helfen, Basilikum und Tomaten anzupflanzen. Das geht auch auf dem eigenen Balkon. Einige Mittel lassen sich aber auch ganz einfach auf einer flachen Schale auslegen. Dazu zählen etwa:

  • Zitronen und Orangen, die dazu mit Nelken gespickt werden.
  • Ätherische Öle von Zitrone, Orange oder Teebaumöl.
  • Frisch geschnittene Knoblauchzehen.
  • Kaffeepulver, welches in einem alten Topf angezündet wird.

Tipps: Wenn eine Wespe sticht, sollte man am besten schnell reagieren

Grundsätzlich lässt sich bei den gelb-schwarzen Tieren besser vorsorgen, als nachsorgen. Sollte es dennoch zu einem Stich einer Wespe kommen, sollte man besser schnell reagieren. Ein Wespenstich kann Schwindel, Übelkeit oder Atemnot auslösen.

Manchmal hat man es aber nicht nur mit einzelnen Wespen, sondern mit einem ganzen Nest zu tun. Der NABU rät hierzu: Bevor ein Wespennest umgesiedelt werden soll, sollte man sich überlegen, ob nicht doch ein Miteinander von Mensch und Wespenstaat möglich ist. Denn spätestens im Herbst ist die Zeit der Wespen ohnehin vorbei.

Wenn eine Umsiedlung oder Beseitigung doch unumgänglich ist, etwa wegen einer Allergie, sollte dies nur von Fachleuten durchgeführt werden. Außerdem ist hierzu eine Genehmigung der örtlichen unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Denn Wespen sind laut Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa