Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nützlich für die Natur, aber nervig für die Menschen: Im August sind Wespen am aktivsten.

  • Die Zahl der Wespen scheint 2019 gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben zu sein.
  • Die Tiere sind kleiner als im Vorjahr.
  • Vier Tipps, um Wespen fernzuhalten.

Im Hitzesommer 2018 summte die Luft im August vor Wespen. In diesem Jahr scheint das anders zu sein, berichten zumindest einige Dortmunder. In eher ländlichen Gebieten wie dem Sauerland ist das nicht erkennbar. Beide Bevölkerungsgruppen berichten aber, dass die Tiere in 2019 schwächer und kleiner sind als im vergangenen Jahr.

Diesen Eindruck kann der Naturschutzbund (Nabu) nach jetzigem Stand bestätigen. Das würde vor allem am Wetter liegen, erklärt Pressesprechern Birgit Königs. Im Mai werden die Wespenvölker aufgebaut. Das Wetter war aber eher mittelmäßig. Und das ist schlecht für die Wespen.

Wespen-Zeit beginnt erst jetzt

Ein Experte des Nabu konnte aber bislang nicht feststellen, dass es in diesem Jahr weniger Wespen gebe als im Vorjahr. Allerdings hat sich die Wespenzeit wohl etwas nach hinten verschoben. „Es geht jetzt erst richtig los mit den Anfragen zu Wespennestern“, so Königs. Erst danach könne gesagt werden, wie groß die Population war.

Dabei kann es auch zu lokalen Unterschieden kommen. In den Städten war die Trockenheit und Hitze noch größer als auf dem Land. Entscheidend sei hier aber auch immer das subjektive Empfinden der Menschen, sagt die Nabu-Pressesprecherin.

Tiere helfen bei der Verbrechensbekämpfung

Sie erklärt außerdem, wie nützlich Wespen sind. Sie gelten als die „Gesundheitspolizei“ der Natur und verspeisen mit Vorliebe andere Insekten. Außerdem tragen sie ihren Beitrag zur Bestäubung der Pflanzen bei.

Und in ganz seltenen Fällen helfen die Tiere sogar bei der Verbrechensbekämpfung. Kürzlich machten Wespen einen gesuchten Verbrecher fest. Er trat versehentlich bei seiner Flucht auf ein Nest. Und auch Wildpinkeln scheint bei den Tieren nicht gut anzukommen.

Vier Tipps, um Wespen fernzuhalten:

  1. Festmahl für Wespen: Wer in Ruhe Kuchen essen möchte, sollte den Wespen ein alternatives Festmahl anbieten. Entweder an das andere Ende des Tisches oder aber ins Umfeld des Tisches eine kleine Schale mit Essen stellen. Das nehmen die Tiere liebend gerne an und halten sich vom Festmahl der Menschen fern. Was auf dem Wespenteller landet, ist dabei fast egal. Auf der sicheren Seite seid ihr mit Fleisch oder Süßem.
  2. Ruhe bewahren: Für die Wespen sind Menschen uninteressant. Erst, wenn wir nach ihnen schlagen oder pusten, werden sie aggressiv und können zustechen.
  3. Künstlicher Regen: Wer sich erfolgreich gegen Wespen wehren möchte, sollte immer eine Spritzflasche voll Wasser dabei haben. Wenn die Tiere merken, dass es nass wird, denken sie, es regnet und ziehen sich in ihr Nest zurück.
  4. Auf Blumen-Deo verzichten: Wespen stehen auf Süßes. Und wer gut riecht, lockt Wespen an. Lieber neutral riechende Produkte verwenden.

Wespenstiche sind harmlos

Sollte es doch mal zu einem Stich gekommen sein, keine Panik. Für die allermeisten Menschen sind diese harmlos. Hitze hilft im ersten Moment, um einen Teil des Giftes abzutöten. Und auch eine aufgeschnittene Zwiebel wirkt abschwellend. Allergiker sollten immer ein Notfallset dabei haben.

Wer an seiner Wohnung oder dem Haus ein Wespennest entdeckt, sollte das auf gar keinen Fall selbst entfernen. Birgit Königs vom Nabu NRW sagt: „Man kann gut damit leben.“ Sollte das Nest aber am Fenster eines Kindes oder einer gefährdeten Person hängen, besser Fachleute anrufen.