Bild: Bundespolizei

Der illegale Welpenhandel im Netz boomt. Immer mehr der Tiere landen jedoch nach dem Kauf im Tierheim. Allein im Dortmunder Heim hat sich die Zahl der Welpen innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

Reinrassige Welpen für ein paar hundert Euro: Immer mehr Menschen geben sich dieser Illusion hin, die häufig auf Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen versprochen wird.

Hinter dem vermeintlichen Schnäppchenpreis stecken jedoch häufig Vermehrungszuchten im Ausland. Viele der Tiere kommen dabei bereits krank nach Deutschland, zum Beispiel mit Darmparasiten. Besonders „beliebt“ auf dem Markt: Chihuahua, Mops oder Malteser.

Tierheim Dortmund: Zahl der kranken Welpen verdoppelt

Auch die Tierheime leiden unter dem illegalen Welpenhandel. Während das Veterinäramt Dortmund 2017 noch 60 Welpen sicherstellte, hat sich die Zahl ein Jahr später fast verdoppelt. 111 Hunde wurden 2018 in die Obhut des Tierheims gegeben. Fast die Hälfte der Tiere stammte aus dem Ausland.

Peter Hobrecht ist der Leiter des Dortmunder Tierschutzzentrums. Seiner Meinung nach ist der fehlende Impfschutz der Tiere ein großes Problem. Häufig würde das beim ersten Tierarztbesuch auffallen – und dann besteht Handlungsbedarf.

„Schon muss ein Veterinär eingreifen und das Tier eine Quarantäne bringen. Die einzige Möglichkeit ein Tier in Quarantäne zu bringen, ist eben bei uns im Tierheim“, so Hobrecht gegenüber Radio 91.2.

„Für ein paar hundert Euro gibt es keine Rassewelpen!“

Der Leiter des Dortmunder Tierheims, Dirk Rojahn, warnt ausdrücklich: „Für ein paar hundert Euro gibt es keine Rassewelpen!“. Bei Käufen über Kleinanzeigenportale sei besondere Vorsicht geboten.

Dirk Rojahn ist der Leiter des Dortmunder Tierheims. Er warnt vor den Schnäppchenpreisen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Dirk Rojahn ist der Leiter des Dortmunder Tierheims. Er warnt vor den Schnäppchenpreisen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Aber wie können Interessenten den illegalen Welpenhandel erkennen? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Liste von Hinweisen zusammengestellt.

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Auch Volker Schütz, Autor des Buchs „Die Welpenmafia“, hat einige Tipps parat.

So schützt ihr euch vor illegalem Welpenhandel

  • Auf vollständige Papiere achten: EU-Heimtierausweis, amtliches Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland, Impfpass (mit gültiger Tollwutimpfung und von einem deutschen Tierarzt), Mikrochip
  • Verkauf „aus dem Kofferraum“ oder an anderen Orten vermeiden – seht euch stattdessen das Muttertier und die Haltungsbedingungen an
  • Ein schlechter Gesundheitszustand (Schwäche, Augen- und Nasenausfluss, Husten und Lahmheiten) weisen auf unseriöse Angebote hin
  • Bittet den Züchter im Zweifelsfall um eine Untersuchung durch den Tierarzt – so kann auch das Alter geschätzt werden
  • Seid vorsichtig, wenn der Verkäufer den Kontakt auf das Nötigste, also Übergabe und Bezahlung, beschränken will.
  • Wenn der Käufer anbietet, auch Welpen anderer Rassen besorgen zu können, ist es wahrscheinlich, dass diese aus Vermehrungszuchten stammen.

Info

In Sachen Kauf von Welpen gibt das Ordnungsamt Auskunft. Kontakt ist die Abteilung Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen, erreichbar unter 0231/502 3970.