Folgen für Verbraucher

Warnung vor Weizen: Pilzgift wird für Gefahr für Verbraucher

Weizen gehört zu den Grundnahrungsmitteln, ist aber immer häufiger mit Giftpilzen belastet. Worauf Verbraucher achten sollten.

Dortmund – Es ist eine Zutat in vielen Produkten und eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel: Alleine in Europa werden 66 Kilogramm Weizen pro Person und pro Jahr verzehrt. Doch ein Großteil der Ernte ist mit dem sogenannten Fusarium-Pilz kontaminiert – eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit.

Weizen oft von Gift-Pilz befallen: Verzehr kann Gefahr für die Gesundheit sein

Genauer gesagt ist fast die Hälfte des in Europa geernteten Weizens vom Fusarium-Pilz befallen, wie eine Studie der University of Exeter und der University of Bath ergeben hat. Der betroffene Weizen enthält durch den Pilzbefall Spuren verschiedener giftiger Mycotoxine, einfacher ausgedrückt Gifte.

Wie unter anderem Focus berichtet, waren allein in den zehn Jahren vor der Corona-Pandemie 75 Millionen Tonnen Weizen unbrauchbar beziehungsweise nicht geeignet für die menschliche Ernährung (mehr Warnungen bei RUHR24 lesen).

Das bedeutet allerdings nicht, dass die meisten Menschen den Fusarium-Pilz noch nicht zu sich genommen haben. Denn auch Weizen, der für den Handel zugelassen wurde, enthält noch Reste dieses Parasiten. Bei Verzehr können die gebildeteten Toxicine zu einer „chronischen, schleichenden Gesundheitsbelastung führen“, schreibt Focus mit Bezug auf die Studie. Aber wieso ist der Weizen überhaupt belastet?

Umweltbelastung und Hitze: Weizen ist oft mit Toxinen belastet

Wie die meisten Pflanzen braucht Weizen Wasser – bei Hitze und Dürre hatten die Felder in den vergangenen Jahren offenbar zu wenig davon. In NRW fiel die Getreide-Ernte etwa 2022 eher mau aus. Doch im Süden Europas waren schon die Jahre 2018 und 2019 alarmierend. Hohe Temperaturen stehen im Verdacht, die Bildung der Mycotoxine zu verursachen. Doch Klarheit gibt es unter den Forschenden scheinbar noch nicht.

„Wir müssen mehr darüber wissen, wie sich der Fusarium-Befall auf den Feldern entwickelt und welche Gebiete künftig am stärksten gefährdet sind“, so Dan Bebber, Ko-Autor der Studie von der University of Exeter. „Gerade im Zuge des Klimawandels wird dies immer wichtiger.“

Warnung für Verbraucher: Über die Hälfte der Weizen-Ernte mit Pilzgift belastet

Inwiefern schaden die Fusariums-Toxine der Gesundheit? Grundsätzlich sind die Stoffe giftig für Mensch und Tier und können akut zu Übelkeit und Erbrechen führen. Das Pilzgift Deoxynivalenol (DON) kann zudem zu Wachstumsstörungen führen, Zearalenon (ZEA) kann bestimmte Krebsarten begünstigen und den Hormonhaushalt stören. Auch Chips können krebserregend sein.

„Mit Fusarium-Toxinen kontaminiertes Getreide kann eine signifikante Gefahr für unsere Gesundheit darstellen, vor allem weil wir ihre Auswirkungen auf unser Wohlbefinden erst in Teilen kennen“, warnt Neil Brown von der University of Bath. Ähnlich wie die genaue Ursache für die Entstehung der Pilzgifte sind jedoch auch die langfristigen Folgen weitestgehend ungeklärt.

„Es gibt ernste Befürchtungen, dass eine chronische Belastung der Nahrung mit diesen Mycotoxinen der menschlichen Gesundheit schadet“, so Brown weiter. Ein Großteil des Weizens sei außerdem mit gleich mehreren der Fusarium-Toxinen belastet. Welche Folgen eine gleichzeitige Belastung mehrerer Sorten hat, sei derzeit noch völlig unklar.

Weizen ist ein Grundnahrungsmittel, aber nicht immer gesund.

Pilze und Gifte in Weizen: Belastung oft noch innerhalb der EU-Werte

Laut der europäischen Lebensmittelkontrollbehörde überschreitet die Belastung mit dem Gift DON schon jetzt die tolerierbare Tagesmenge für Kinder. Für Erwachsene gilt: Die Belastung durch Fusarium-Pilze lag innerhalb der Studie meist noch unter den EU-Grenzwerten. Nur rund fünf Prozent sollen diese Werte überschritten haben.

In der Regel wird Weizen mit höheren Werten als Tierfutter weiterverwertet. Für die Branche bedeutet das einen Verlust von etwa drei Milliarden Euro – doch für die Tiere kann es ebenfalls ein Gesundheitsrisiko sein. Ob sich die vermehrte Aufnahme der Toxine wiederum auf Menschen auswirkt, wenn diese Fleisch essen, darüber gibt die Studie nichts preis.

Das niedersächsische Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt allerdings davor, dass Mycotoxine sehr wohl über Fleisch und Milch aufgenommen werden können.

Rubriklistenbild: © Cavan Images/Imago

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