Versteckte Funktion

Warnung vor smarten Weihnachtsgeschenken – Spielzeug wird zum Spionagegerät

Weihnachten ist Geschenkezeit. Doch nicht jedes Geschenk ist gefahrenlos. Die Bundesnetzagentur mahnt zur Vorsicht.

Dortmund – Es sind nur noch wenige Tage bis zum Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen. Langsam wird es Zeit, auch die letzten Geschenke unter Dach und Fach zu bringen – eventuell an den verkaufsoffenen Sonntagen in NRW, die noch anstehen. Doch nicht jedes Präsent ist bedenkenlos verschenkbar. Die Bundesnetzagentur warnt aktuell vor allem bei Online-Einkäufen.

Smartes Spielzeug kann Gefahren bergen – Bundesnetzagentur warnt

Was gibt es Schöneres als strahlende Kinderaugen, wenn die Jüngsten der Gesellschaft ein neues Spielzeug zu Weihnachten bekommen haben? Groß, klein, schrill, bunt, laut und vor allem sicher soll es sein. Aber das ist nicht bei jedem angebotenen Spielgegenstand der Fall. Deswegen warnt die Bundesnetzagentur vor smartem Spielzeug und vernetzten Alltagsgegenständen, die auch Erwachsenen „gefährlich“ werden können.

Denn diese können unbemerkt Audio- oder Videoaufnahmen machen – durch versteckt eingebaute Kameras und Mikrofone. Diese Aufnahmen gelangen dann übers W-LAN oder Bluetooth an Dritte (mehr Service-News bei RUHR24).

„Vernetzte Geräte, die sich zum Spionieren eignen und unsere Privatsphäre gefährden, sind verboten. Insbesondere im Kinderzimmer haben solche Geräte nichts verloren“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Smarte Brillen in Deutschland zum Teil verboten – Wichtige Funktion ist unerlässlich

Einige Beispiele: Smarte Brillen mit Foto- und Videofunktion sind in Deutschland dann verboten, wenn kein optisches oder akustisches Signal das Gegenüber darauf hinweist, dass er gerade gefilmt oder aufgenommen wird.

Saugroboter sind dann verboten, wenn sie heimlich Bilder oder Audiodateien per W-LAN oder Bluetooth an das Smartphone des Besitzers übertragen können. Derzeit seien laut Bundesnetzagentur einige dieser Roboter im Umlauf – sie werden überprüft.

Auch Spielzeug mit einer Kamera oder Mikro, mit denen man heimlich Aufnahmen machen kann, gehören zu Spionagegeräten. Als Beispiel nennt die Bundesnetzagentur per App gesteuerte Roboter und Plüschtiere.

Geschenke sind schön – doch nicht jedes Geschenk ist geeignet.

Alltagsgegenstände mit versteckter Kamera – Trinkflaschen und Sparschweine filmen heimlich

Aber auch Alltagsgegenstände sind der Agentur aufgefallen: Blumentöpfe mit Mikrofonen, Wanduhren mit versteckter Kamera oder nachtsichtfähige Sparschweine und videofähige Trinkflaschen sind den Ermittlern ein Dorn im Auge.

Wie kann sich der Verbraucher vor derartigen Spionagegeräten schützen? Die Bundesnetzagentur rät dazu, die Funktion der Gegenstände genauestens zu überprüfen. Dabei lohne sich auch ein Blick in die Datenschutzbestimmungen der App. Wer dann immer noch offene Fragen hat, kann sich bei der Bundesnetzagentur direkt melden unter funkstoerung@bnetza.de oder telefonisch unter 0228 14 15 16 (Erreichbarkeit: Mo.- Fr. von 9 bis 12 Uhr). 

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