Stress zum Fest

Lieferengpässe zu Weihnachten trifft eine Zielgruppe besonders heftig

Im Zuge der pandemiebedingten Lieferprobleme könnte es auch zu Engpässen bei Spielzeug kommen. Das erklärt der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DSVI).

Deutschland – Aufgrund der Lieferprobleme wegen Corona werden immer mehr Produkte knapp. Auch Eltern sollten die Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder in diesem Jahr früher planen als gewohnt – denn entsprechend einem aktuellen DPA-Bericht betreffen die Engpässe auch Spielwaren.

Geschenke kaufen: Spielzeug von Lieferengpässen betroffen – auch 2021 wird coronabedingt mehr gespielt

Die Rohstoffknappheit treffe derzeit auf begrenzte Transportkapazitäten, habe Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DSVI) in Nürnberg erläutert. Die Auswirkungen bekämen so gut wie alle Hersteller zu spüren – und schließlich auch der Handel.

Verstärkt werde das Problem durch die gestiegene Nachfrage nach Spielzeug. Denn die Spielzeugbranche profitiere auch im zweiten Corona-Jahr von der gesteigerten Spiellust während der Pandemie.

„In unsicheren Zeiten wurde bei den Kindern immer zuletzt gespart“, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), Steffen Kahnt, gegenüber der DPA. Die Umsatztreiber waren laut Bericht vor allem Bausätze, Brettspiele, Puzzle sowie Spielzeuge für Klein- und Vorschulkinder. 

Lieferschwierigkeiten zu Weihnachten – Technik sowie Holz- und Plastikspielzeug betroffen

Was die Spielzeugbranche jetzt bestätigt, hatte sich bereits angekündigt. Schon seit Wochen wird vor Lieferschwierigkeiten zum Weihnachtsfest gewarnt. Besonders betroffen sind dabei Technik-Produkte wie Smartphones. Wegen der Knappheit des Materials sind außerdem Holzspielzeuge besonders knapp.

Aber auch viele weitere Spielzeuge könnten rar werden. Denn wie der MDR bereits Ende Oktober berichtete, werde auch der für die zahlreichen Plastikspielwaren so wichtige Rohstoff Kunststoffgranulat knapp.

Die Spielzeugbranche warnt vor ernsten Engpässen – vor allem Holzspielzeug könnte Weihnachten knapp werden. (Symbolbild)

Lieferprobleme wegen Corona – die meisten Spielwaren kommen aus Fernost

Einen weiteren wesentlichen Grund nennt der BR: Unzählige der Produkte kommen aus China. Ob Modepuppen, Autos oder Technik-Spielzeug: Der kleine Hinweis „Made in China“ prangt auf vielen beliebten Artikeln. Aufgrund der Pandemie käme es aber zu teilweise monatelangen Lieferverzögerungen. Auch Chinas strikte Null-Corona-Politik in China verschärfe die Probleme in der Logistik.

Wie der MDR bereits Ende Oktober berichtete, komme es in China zudem verstärkt zu Produktionsproblemen. So sei es beispielsweise durch Corona-Ausbrüche in Firmen immer wieder zu Produktionsstillstand gekommen.

Lieferschwierigkeiten: Branchenkenner gehen von höheren Spielzeugpreisen aus

Auch Thomas Märtens, Vorstandsvorsitzender des Spielzeug-Giganten Vedes AG, erklärt in der BR-Sendung Abendschau, ein Großteil der Produkte werde in Fernost produziert. Daher sei die Branche unbedingt darauf angewiesen, dass die Lieferketten funktionieren.

Durch die aktuellen Probleme käme es dabei nicht nur zu Engpässen, sondern auch zu einer „dramatischen Erhöhung“ der Frachtkosten. Experten erwarten daher, dass Spielwaren im nächsten Jahr teurer werden könnte.

Trotz ersten Lieferengpässen bei Spielzeug — Branche ist „vorsichtig optimistisch“

Die gute Nachricht: Die Spielzeugbranche hat offenbar bereits vorgesorgt. Wie die DPA mitteilt, habe Steffen Kahnt vom BVS erklärt, viele Händler hätten ihre Lager aufgrund dieser besonderen Situation so gut gefüllt wie noch nie. So dramatisch, dass die Bescherung in diesem Jahr ausfallen muss und Eltern traurige statt leuchtende Kinderaugen erwarten, ist die Lage also wohl nicht.

Allerdings bemerkt der BVS-Geschäftsführer auch, dass es bereits Lücken in den Regalen gibt: „Wir gehen angesichts der angespannten Liefersituation vorsichtig optimistisch ins Weihnachtsgeschäft“, sagte er der DPA.

Gemäß den Berichten könne Händlern insbesondere bei beliebten Spielzeugen der Nachschub ausgehen. Nach dem Motto: Was weg ist, ist weg. Außerdem ist grundsätzlich mit längeren Lieferzeiten zu rechnen. Branchenkenner empfehlen Eltern daher, mit dem Geschenkkauf nicht bis zur letzten Minute zu warten. Mit DPA-Material.

Rubriklistenbild: © Xing Yun/picture alliance

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