Alle Jahre wieder

Pulli zu groß oder Handy kaputt? Das müsst ihr beim Umtausch eurer Weihnachtsgeschenke beachten

Jedes Jahr werden kurz nach Weihnachten unzählige Geschenke umgetauscht. Worauf ihr beim Umtauschen achten müsst, lest ihr hier.

  • Nach Weihnachten wollen viele ihre Geschenke umtauschen oder reklamieren.
  • Die Gesetzeslage unterscheidet sich zwischen Einkauf im lokalen Geschäft und beim Online-Händler wie Amazon.
  • Besonders schlechte Karten habt ihr auf Plattformen wie Ebay oder Viagogo. 

Dortmund - Alle Jahre wieder liegen unter dem Weihnachtsbaum Geschenke, die sich nach dem Auspacken als kaputt oder doch nicht das Richtige entpuppen. Dann heißt es: ab in die Stadt und das Geschenk im Geschäft umtauschen. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Geschenke umtauschen nach Weihnachten: Rückgaberecht im Einzelhandel

Kauft ihr im Einzelhandel ein Geschenk, schließt ihr mit dem Käufer einen Vertrag ab, der sich grundsätzlich nicht ohne Weiteres widerrufen lässt. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr defekte Ware nicht umtauschen könnt. Entsteht ein Mangel innerhalb der ersten sechs Monate, gilt für gewöhnlich die Annahme, dass dieser von Haus aus bestand.

Zeigt ihr innerhalb dieses Zeitraumes den Kassenbon bei eurem Händler vor, seid ihr in der Regel auf der sicheren Seite und euer Händler in der Pflicht. Erst nach Ablauf des ersten halben Jahres müsst ihr als Kunde nachweisen, dass nicht ihr für den Mangel verantwortlich seid.

Aufgepasst: Etwas anders sieht die Rechtslage aus, wenn euer Geschenk nicht kaputt ist, sondern einfach nur nicht euren Geschmack trifft. Denn der Umtausch ist aus Sicht der Händler freiwillig und wird von vielen lediglich aus Kulanz angeboten. Allerdings bieten gerade in der Weihnachtszeit, wo ihr im Ruhrgebiet einiges unternehmen könnt, die meisten Händler einen Umtausch der Ware ohne größere Komplikationen an.

Umtausch von Weihnachtsgeschenken: Der Kassenbon ist euer Freund und Helfer

Auch hier gibt in der Regel der Kassenbon Aufschluss. Häufig steht auf diesem ein Verweis, bis zu welchem Termin in bzw. nach der Weihnachtszeit, ihr eure Geschenke umtauschen könnt. Den Kassenbon solltet ihr, genau wie die Originalverpackung, sowieso immer behalten - ganz egal ob für einen Umtausch oder für die Reklamation.

Anders als beim Einkauf im lokalen Einzelhandel basiert der Umtausch bei Einkäufen im Internet nicht auf der Kulanz der Händler. Hier steht euch als Käufer nach dem bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ab Vertragsschluss ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Um diese Frist nicht zu verletzen, genügt es, rechtzeitig eine entsprechende Erklärung an den Verkäufer zu senden.

Weihnachtsgeschenke umtauschen: So sieht die Rechtslage beim Online-Kauf aus

Allerdings kommt das Gesetz auch in diesem Fall nicht ganz ohne Ausnahmen aus. So ist ein Rücktritt über einige Waren und Dienstleistungen gemäß §312g BGB ausgeschlossen. Zum Beispiel bei

  • verderblichen Produkten,
  • Datenträgern mit geöffneter Verpackung,
  • Reisebuchungen mit fest definiertem Zeitraum.

Das 14-tägige Widerrufsrecht wird zudem in kompliziertem Juristen-Deutsch weiter eingeschränkt. Denn die Rechte beschränken sich auf Verbraucherverträge. Diese beruhen auf einer asymmetrischen Geschäftsbeziehung zwischen kommerziellem Verkäufer und Endverbraucher. Was nach zwei Semestern Jurastudium klingt, meint: Online-Geschäfte zwischen Privatpersonen, wie beispielsweise auf Ebay, sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen.

Umtausch nach Online-Kauf: Viele Händler gewähren euch mehr als 14 Tage zum Widerruf

Allerdings gilt es auch hier, die spezifischen Bestimmungen der Online-Händler zu checken. Beispielsweise gewährt euch Amazon ein 30-tägiges Rückgaberecht, Zalando sogar ein 100-tägiges. Für Transportschäden beim Online-Einkauf haftet in der Regel der Händler, weil dieser den Zustelldienst beauftragt. Anders verhält es sich, wenn auf Wunsch des Kunden ein anderer Zustelldienst beauftragt wurde.

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