Der Weihnachts-Knigge

Weihnachten: Geschenk gefällt nicht – Expertin gibt Tipps, wie man reagieren sollte

Wunschzettel haben einen großen Vorteil: Unliebsame Überraschungen an Festtagen bleiben aus. Doch was tun, wenn doch ein Geschenk unter dem Baum liegt, das einem nicht gefällt.

Dortmund – Es ist Weihnachten und die Bescherung steht an. Erst die Schleife lösen, das Geschenkpapier vorsichtig aufreißen, ein Blick in den Karton und dann – pure Enttäuschung. Ein unangenehmes Gefühl macht sich breit. Das Geschenk gefällt nicht. Doch was sag ich jetzt?

BuchÜber den Umgang mit Menschen
AutorAdolph Freiherr Knigge
Erstveröffentlichung1788

Nach Weihnachten: Das Geschenk gefällt nicht – Knigge-Expertin verrät, was zu tun ist

Denn das Problem an Überraschungen ist, dass sie einem nicht zwangsläufig gefallen müssen. Unliebsame Geschenke an Weihnachten können das dutzendste Paar Socken, die kitschige Porzellanfigur von Oma oder ein Spiel für eine Konsole, die man schon längst nicht mehr nutzt, sein. Die kann man sich auch mit dem selbstgemachten Eierlikör nicht mehr schön trinken.

Wer kein oscarreifes Schauspiel liefern will oder kann und Begeisterung nicht heucheln will, braucht jetzt Feingefühl. Die zertifizierte Knigge-Trainerin Stefanie Frieser erläutert auf dem Portal knigge-coaching.de, wie man am besten rüberbringt, dass einem das Präsent nicht zusagt. Denn mit der Wahrheit ist es so eine Sache.

Geschenk an Weihnachten: Expertin erklärt, auf welche zwei Dinge man achten muss

„Jemandem zu sagen, dass einem das Geschenk nicht gefällt, ist ein ganz heißes Eisen. Man kann das schlecht in eine Regel gießen“, schreibt sie auf der Website. Auf zwei Dinge müsse man im Wesentlichen achten.

„Es kommt dabei zum einen auf die Person an, die einem das Geschenk gemacht hat, und zum anderen auf das Verhältnis, das man zu der Person hat“, so die Knigge-Expertin. Bei einem offenen Verhältnis könne man durchaus zur Sprache bringen, dass einem das Präsent zu Weihnachten nicht zusagt. Natürlich sollte man auch da auf eine freundliche Wortwahl achten.

Böse Geschenk-Überraschung an Weihnachten: Knigge-Trainerin rät zur Vorsicht

Wenn die schenkende Person eher zart besaitet ist, würde die knallharte Ehrlichkeit nur verletzen. Doch selbst in dieser Situation ist keine Lüge an Weihnachten notwendig. Dann ist es eher wichtig, daran zu denken, dass hinter jedem Geschenk eine Idee steckt.

Jemand hat sich Mühe gemacht. Das könnte man mit Sätzen wie „das ist sehr lieb, welche Anstrengungen du auf dich genommen hast“ oder „danke, dass du Zeit für mich investiert hast“ wertschätzen. Auch auf eine nachhaltig und schön gestaltete Verpackung kann man eingehen.

Expertin warnt vor Knigge-No-Go: Unliebsames Geschenk nicht verkaufen

Anschließend kann man dann darauf hinweisen, dass das Geschenk allerdings nicht unbedingt den eigenen Geschmack trifft. Doch eines sollte man unter gar keinen Umständen tun: Das Geschenk im Nachhinein weiterzuverschenken oder zu verkaufen, ist ein absolutes Knigge-No-Go. Das ginge aus Knigge-Sicht „überhaupt nicht“, so die Expertin Stefanie Frieser.

Wie reagiere ich richtig, wenn das Geschenk zu Weihnachten nicht gefällt? Eine Knigge-Expertin gibt Tipps.

Zudem ist diese Methode auch mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko verbunden. Schließlich könnte die schenkende Person irgendwann fragen, wo das Geschenk sei.

Tipps für das richtige Geschenk an Weihnachten: Expertin erklärt Knigge-Verhaltensregeln

Die Knigge-Trainerin hat aber einen Tipp, um ein Geschenk-Faux-Pas zu vermeiden: „Wer zuhört, kann auch im Smalltalk von Hobbys und Interessen des anderen erfahren und tut sich damit leichter, ein Geschenk zu finden, über das sich der andere wirklich freut.“

Und außerdem bemerkt die Expertin, dass es an Weihnachten eher ums Schenken geht, anstatt ums Beschenkt-Werden. Und sollte man trotzdem unzufrieden sein mit einem Geschenk: Mit diesen Knigge-Regeln hat man auch an den kommenden Festtagen keine Sorgen an Heiligabend.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/ dpa