Heiligabend im Lockdown

Weihnachten sicher zusammen verbringen: So sinnvoll sind Selbstquarantäne, Schnelltest, Maske

Eine gemeinsame Weihnachtsfeier birgt das Risiko, sich gegenseitig zu infizieren. Doch es gibt ein paar Wege, wie man etwas sicherer zusammen feiern kann.

Dortmund - Die Regeln der Regierungen für das Weihnachtsfest in der Corona-Pandemie stehen fest. Heiligabend darf im kleinen Kreis gefeiert werden. Doch das Virus macht auch an Weihnachten keine Pause, weshalb eine gemeinsame Feier weiterhin die Gefahr birgt, sich gegenseitig zu infizieren.

FesttagWeihnachten oder auch Heiligabend
Datum24., 25. und 26. Dezember
AnlassFest der Geburt Jesu Christi

Weihnachten 2020: Heiligabend trotz Corona sicher zusammen feiern

Experten schätzen, dass die Wahrscheinlichkeit aktuell bei acht Prozent liegt, dass mindestens einer der Gäste Corona-positiv ist, wenn wir Weihnachten mit zehn Personen feiern. Einige verzichten daher in diesem Jahr ganz auf eine Familienfeier zu Weihnachten.

Andere überlegen, wie man sich an Heiligabend treffen kann, ohne sich und andere zu gefährden. Auch wenn sich das Risiko einer Corona-Infektion nicht ganz ausschließen lässt, gibt es nämlich Möglichkeiten es zu minimieren.

Weihnachten in der Corona-Pandemie: vor Heiligabend in Selbstquarantäne

Eine Option ist beispielsweise die freiwillige Selbstquarantäne vor Weihnachten. Das bedeutet, dass man einige Tage vor dem Fest soziale Kontakte so gut es geht vermeidet und das Haus nur in dringenden Fällen verlässt. Für diese Maßnahme sprachen sich sowohl die Bundesregierung als auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé aus.

Beide betonten aber, dass trotz Schutzwoche vor Weihnachten dennoch ein gewisses Restrisiko bestehe. Kekulé weist außerdem darauf hin, dass die freiwillige Quarantänezeit mindestens sieben Tage betragen müsse. Generell gilt: Je weniger Treffen in der Zeit vor dem Familienfest liegen, umso geringer sei das Risiko einer Corona-Infektion.

Lockdown an Weihnachten 2020: Maske unterm Weihnachtsbaum tragen

Alexander Kekulé empfiehlt zusätzlich zur Selbstquarantäne noch das Tragen einer FFP2-Maske. Damit schließt er sich dem Hinweis der WHO an, die vor wenigen Tagen betonte, wie wichtig es sei, bei Weihnachtsfeiern die Corona-Regeln zu befolgen.

Dazu zähle auch, in privaten Wohnzimmern und beim Geschenke auspacken unter dem Weihnachtsbaum einen Mund-Nase-Schutz zu tragen - insbesondere wenn Großeltern an Heiligabend dabei sind, warnte das WHO-Regionalbüro für Europa.

Der Virologe Kekulé weitet seine Empfehlung sogar noch auf die Weihnachtseinkäufe aus. Er rät im Supermarkt nicht länger eine Alltagsmaske, sondern besser eine FFP2-Maske zu tragen, die 94 Prozent der Aerosole filtern soll und damit einen besseren Schutz bieten.

Corona-Regeln an Weihnachten 2020: Lüften, Spaziergang und Einkäufe planen

Um einen erneuten Anstieg der Fallzahlen nach Weihnachten und in den ersten Wochen des neuen Jahres zu vermeiden, muss das Weihnachtsfest also gut geplant sein. Weitere Vorsichtsmaßnahmen sollten eingehalten werden, um das Risiko einer Corona-Infektion an Heiligabend zu reduzieren:

  • Auch zu Hause den nötigen physischen Abstand von 1,5 Metern einhalten.
  • Regelmäßiges Lüften an Heiligabend nicht vergessen.
  • Zusammentreffen an Weihnachten ins Freie verlegen, beispielsweise bei einem Spaziergang.
  • Einkäufe von Lebensmitteln und Geschenken gut planen, sodass überfüllte Märkte und lange Schlangen an den Kassen ausbleiben

Corona-Test vorm Weihnachtsfest ist keine optimale Lösung

Viele Bürger überlegen sich aber auch, ob sie vor Weihnachten noch einen Corona-Test machen sollen, um ein entspanntes und sicheres Fest feiern zu können. Wer die Option eines Schnelltests in Erwägung zieht, sollte vorab wissen, dass er den Test selbst bezahlen muss, solange er nicht vom Arzt angeordnet wird.

Hinzu kommt, dass die Kapazität der Labore derzeit womöglich nicht ausreichen wird, um noch vor Weihnachten die Corona-Tests von Millionen von Menschen zu prüfen.

Heiligabend im Corona-Jahr: So macht man seinen Liebsten dennoch eine Freude

Antigen-Schnelltests für zu Hause gibt es bislang noch nicht - sie sind nur für medizinische Fachkräfte erhältlich. Wer dennoch einen solchen Corona-Schnelltest vor Weihnachten machen lassen möchte, sollte im Hinterkopf haben, dass der Antigen-Test aufgrund seiner Funktionsweise in der Regel nur eine Art Momentaufnahme liefert.

Aufgrund der aktuellen Situation lassen viele das Weihnachtsfest in diesem Jahr ausfallen - und überlegen sich nette Alternativen.

Am nächsten Tag könnte das Ergebnis schon wieder anders aussehen, wenn beispielsweise bei Infizieren die Virenlast erst dann so weit angestiegen ist, dass die Schnelltests anschlagen. Um eine Corona-Infektion an Weihnachten also ganz sicher auszuschließen wäre es daher notwendig, sich täglich testen zu lassen.

Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, sollte das Weihnachtsfest in diesem Jahr ausfallen lassen - zumindest im großen Kreis der Familie. Wenn persönliche Treffen nicht wie sonst stattfinden können, kann man seinen Liebsten dennoch eine Freude machen und beispielsweise Weihnachtsbriefe schreiben oder die Familie digital an Heiligabend zusammentrommeln.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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