20 Produkte untersucht

WC-Reiniger im Test: Billig-Produkte unter den Testsiegern

WC-Reiniger sollen das Putzen der Toilette erleichtern. Öko-Test hat bei 20 Produkten genauer hingeschaut und geprüft, ob sie auch halten, was sie versprechen.

Dortmund – Sowohl Stiftung Warentest als auch Öko-Test nehmen nicht nur Lebensmittel und Kosmetik unter die Lupe, sondern auch Putzmittel. So kassierte der Allzweckreiniger einer Top-Marke von Stiftung Warentest ein vernichtendes Urteil. Auch Fleckenentferner kamen im Test nicht gut weg. Nun hat sich Öko-Test das nächste Putzmittel vorgeknöpft und wollte wissen, wie gut WC-Reiniger sind.

Öko-TextVerbrauchermagazin
Verkaufte Auflage112.433 Exemplare
ChefredakteurHans Oppermann

Öko-Test prüft WC-Reiniger von Dm, Rossmann, Lidl – aber auch Markenprodukte wie Frosch

Dafür hat das Verbrauchermagazin 20 WC-Reiniger unterschiedlicher Marken gekauft und in einem Labor überprüfen lassen, welche Säuren oder problematische Inhaltsstoffe in den Mitteln stecken – aber auch, wie praxistauglich die Putzmittel sind. Im Test waren unter anderem die Eigenmarken von dm, Rossmann, Drogeriemarkt Müller, aber auch von Discountern wie Lidl, Aldi und Netto dabei.

Aber auch die teureren Markenprodukte von Henkel, Erdal-Rex (Frosch) oder Unilever wurden überprüft. Im Praxistest wollten die Tester sehen, wie lange die WC-Reiniger am Rand der Kloschüssel halten. Das ist nötig, damit der Reiniger gut wirken und dann letztendlich auch effektiv gegen Kalk- und Urinsteinablagerungen helfen kann (mehr Testberichte bei RUHR24).

WC-Reiniger im Test: Öko-Test watscht Produkte mit aggressiven Säuren ab

Damit die WC-Reiniger die unliebsamen Ablagerungen aus Kalk und Urin auch effektiv beseitigen können, enthalten die Putzmittel Säuren – einige davon gelten auch als ätzend oder reizend. Das muss jedoch immer gekennzeichnet sein. Öko-Test ist jedoch der Meinung, dass es nicht immer die agressiven Säuren sein müssen, es gibt mildere Alternativen.

Daher gab es von dem Verbrauchermagazin für WC-Reiniger, die Salz-, Sulfamid- oder Ameisensäure enthalten Punktabzug. Die Argumentation dahinter: Mittel, die Zitronen- und Milchsäure enthalten, reinigten im Test mindestens genauso gut. Dafür lassen sie sich in Kläranlagen und in der Umwelt aber deutlich besser abbauen. Sulfamidsäure hingegen wird vom Umweltbundesamt sogar als schädlich für Wasserorganismen eingestuft. Von der Verwendung der Reiniger mit solchen aggressiven Säuren wird daher abgeraten.

WC-Reiniger im Test: Öko-Test hat bei Verlierern gleich mehrere Kritikpunkte

Und noch einen weiteren Inhaltsstoff kritisieren die Tester: Desinfektionsmittel. So enthalten zwei Marken-Produkte im Test als Desinfektionsmittel etwa Benzalkoniumchlorid. Das kann zu Hautzeitungen führen. Außerdem ist es in WC-Reinigern überflüssig, die Bakterien in der Kloschüssel machen nicht krank. Viel wichtiger sei es, nach dem Toilettengang die Hände zu waschen.

Da die beiden WC-Reiniger jeweils eine der kritischen Säuren enthalten, bekamen sie von Öko-Test die Note „mangelhaft“. Sie bilden somit die Schlusslichter im großen WC-Reiniger-Test von Öko-Test. Denn: Auch bei der Reinigungsleistung konnten sie nicht überzeugen. Das konnte allerdings keiner der getesteten Putzmittel.

Nicht alle WC-Reiniger konnten in Sachen Reinigungsleistung bei Öko-Test überzeugen.

WC-Reiniger im Test: Öko-Test kürt nur zwei Testsieger – die sind aber günstig

Denn damit ein WC-Reiniger gut reinigt, muss er das Klo möglichst großflächig benetzen. Er muss aber zugleich auch so zähflüssig sein, dass er lange an den entsprechenden Stellen haften bleibt. Im Test konnte kein Produkt in dieser Hinsicht überzeugen. Die WC-Reiniger bekamen deshalb in der Unterkategorie bestenfalls ein „befriedigend“ oder „ausreichend“.

Trotz Minuspunkte gibt es zwei Testsieger mit „sehr gut“, auf dem dritten Platz liegt immerhin ein Putzmittel mit der Bewertung „gut“. Diese WC-Reiniger konnten bei Öko-Test überzeugen:

  • Blink Naturelle WC-Reiniger von Müller Drogeriemarkt: Gesamturteil „sehr gut“, Kosten: 2,45 Euro / 750 ml
  • Domol Eco WC-Reiniger von Rossmann: Gesamturteil „sehr gut“, Kosten: 0,94 Euro / 750 ml
  • Clinair Intensiv WC-Reiniger Fresh Lemon von Aldi Nord/Aldi Süd: Gesamturteil „gut“, Kosten: 0,65 Euro / 1.000 ml. Kritikpunkt: enthält Ameisensäure und Kunststoffverbindungen
  • Alle Verlierer und Sieger gibt es bei Öko-Test.

Beide Testsieger mit der Bewertung „sehr gut“ enthalten keine kritische Säure. Zudem sind sie noch relativ günstig. Allerdings bekamen beide in Sachen Kalklösung von den Test-Experten nur die Note „gut“. Der drittplatzierte WC-Reiniger überzeugt hier mit „sehr gut“. Öko-Test rät daher Kunden, die dennoch zu Reiniger mit einer aggressiven Säure greifen, bei der Anwendung unbedingt Handschuhe zu tragen.

WC-Reiniger enthalten kritische Säure: Was bei Kontakt mit dem Putzmittel zu tun ist

Gelangt doch einmal etwas WC-Reiniger auf die Haut, sollte die betroffene Stelle gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Bei Kontakt mit den Augen sollte man diese ebenfalls mehrere Minuten vorsichtig mit klarem Wasser ausspülen. Allerdings kritisiert Öko-Test, dass viele der Reiniger nicht deutlich angeben, welche Säure enthalten ist.

Bezeichnungen wie „Lemon“ oder „Zitrone“ deuten oft nur auf den Duft, aber nicht auf den Inhaltsstoff hin. Verbraucher sollten daher genau hinsehen und lieber zu Produkten greifen, wo eindeutige Angaben gemacht werden.

In einer anderen Sache kann Öko-Test aber im großen WC-Reiniger-Test Entwarnung geben. Egal welche Säure die Putzmittel enthalten, sie schädigen nicht die Keramik der Kloschüssel. Um das herauszufinden, ließen die Tester die Putzmittel über 24 Stunden einwirken. Es gab jedoch bei keinem WC-Reiniger eine sichtbare Veränderung.

Rubriklistenbild: © Jochen Zick/dpa

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