Im Wasserkocher

Tee kochen: Sollte man altes Wasser aus dem Wasserkocher wieder aufkochen?

Altes Wasser im Wasserkocher spaltet Deutschland. Die eine Hälfte kocht es einfach erneut auf, die andere Hälfte schüttet es lieber weg. Immerhin warnen auch die Hersteller.

Dortmund – Der Herbst macht sich breit in Deutschland. Das bedeutet nicht nur Laub wohin das Auge reicht, sondern auch Temperaturen, die nach Heizung, Pulli und Tee schreien. Doch was sollten Verbraucher eigentlich mit altem Wasser im Wasserkocher machen, bevor sie ihren Tee zubereiten? Verwenden oder lieber wegschütten?

InstitutSGS Institut Fresenius
GründerCarl Remigius Fresenius
Gründung1848

Wasser im Wasserkocher wegkippen oder neu aufkochen? Frage spaltet Deutschland

Tatsächlich spaltet genau diese Frage die Bevölkerung in Deutschland, wie das SGS Institut Fresenius herausgefunden hat. „Befindet sich noch Restwasser vom Vortrag im Gerät, kochen es 47 Prozent der Bundesbürger wieder auf“, heißt es in einem Bericht des Instituts. Die restlichen 53 Prozent kippen das alte Wasser lieber weg.

Die Gründe fürs Wegkippen: „Jeder Zweite fürchtet sich vor Keimen, jeder Dritte vor im Wasser gelösten Schadstoffen“, heißt es in den Ergebnissen der Umfrage, an der 500 Deutsche teilgenommen hatten.

Altes Wasser im Wasserkocher erneut aufkochen: Hersteller warnen davor

„Die Angst vor abgestandenem Kochwasser ist ein Relikt aus der Zeit der Tauchsieder und Teekessel“, sagt Gisbert Lemke vom Prüflabor SGS Institut Fresenius. Allerdings warnen Hersteller in den beiliegenden Gebrauchsanweisungen weiterhin davor, altes Wasser im Wasserkocher erneut aufzukochen. Was ist also dran?

Klar ist, dass beim Kochen von Wasser gelöste Gase wie Sauerstoff und Kohlendioxid entfernt werden, erklärt Geo. Weiter nimmt der Gehalt von Calcium und Magnesium ab – die Stoffe setzen sich als Kalk am Boden des Wasserkochers ab. Das hat allerdings keine gesundheitlichen Auswirkungen auf Verbraucher und stellt somit kein Problem dar.

Wasser im Wasserkocher erneut verwenden: Personen mit Unverträglichkeiten sollten aufpassen

Auch eher unproblematisch sind Bakterien und Keime, die sich nach einiger Zeit im Wasser ansiedeln. Sie werden mit erneutem Aufkochen abgetötet, denn dazu reicht eine Temperatur von 100 Grad Celsius.

Die Warnung der Hersteller bezieht sich eher auf toxische Rückstände, die sich nach längerem Stehen im Leitungswasser lösen können. Bei Edelstahlkochern könnten sich Spuren von Nickel lösen. Bei Personen, die unter einer Unverträglichkeit leiden, könnte Nickel eine allergische Reaktion auslösen.

Tee im Herbst und Winter tut gut – auch mit altem Wasser aus dem Wasserkocher.

Nickel im Wasserkocher: Institute geben Entwarnung

Doch vermutlich ist der Warnhinweis der Hersteller lediglich eine rechtliche Absicherung. „Tatsächlich zeigen Haushaltsgeräte, die wir in unseren Laboren für das GS-Siegel [Anm. d. Redaktion: Sicherheitszeichen in Europa] testen, nur selten problematische Belastungen“, erklärt Gisbert Lemke.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu einem ähnlichen Schluss. In einer Untersuchung von Wasserkochern resümiert das Institut: „Die elektrischen Wasserkocher setzten nur geringe Metallmengen frei, die deutlich unter den vom Europarat vorgeschlagenen Grenzwerten lagen.“

Rubriklistenbild: © Victoria Maiwald/RUHR24

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