Deutschland verliert Wasser

Wasserknappheit: Jeder kann mit einigen Tipps Wasser sparen – auch indirekt

Deutschland verliert immer mehr Wasser. Die Sommer werden immer trockener. Das wertvolle Nass einzusparen wird immer wichtiger.

Dortmund – Ohne geht nichts: Wasser. Und das wird mit steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels mit der Zeit immer weniger. Deutschland trocknet langsam aus – das belegen viele Messwerte. Doch jeder Verbraucher und jede Verbraucherin kann dazu beitragen, das wertvolle Nass einzusparen, wie RUHR24 berichtet.

Wasser sparen: Deutschland wird immer trockener – doch Trinkwasser ist noch vorhanden

Doch vorweg: Noch gibt es in Deutschland ausreichend Trinkwasser. Doch gerade in den Sommermonaten, in denen es in den vergangenen Jahren immer häufiger zu extremen Trockenperioden gekommen ist, kann es Auswirkungen auf das Grundwasser geben. „So sind zum Beispiel 2018 und 2019 aufgrund der langanhaltenden Trockenheit in einigen Regionen die Grundwasserstände in den oberflächennahen Grundwasserleitern deutlich gefallen“, berichtet das Umweltbundesamt.

Dabei stammen rund 70 Prozent des deutschen Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser. Aber auch das Umweltbundesamt betont, dass es noch keinen Mangel an Trinkwasser in Deutschland gibt. Dennoch kamen im Sommer 2018 in einigen betroffenen Regionen die Eigenversorgung mit Trinkwasser teilweise zum Erliegen.

Wasser sparen: Deutsche konnten in den vergangenen Jahren schon einiges einsparen

Und auch im aktuellen Hitzesommer 2022 lässt sich feststellen, dass Deutschland langsam austrocknet. Ein Blick aus dem All verrät das Ausmaß, wie das ZDF berichtet. Jay Famiglietti vom Global Institute for Water Security in Kanada berichtet demnach, dass Satellitendaten zeigen, dass Deutschland in 20 Jahren Wasser im Umfang des Bodensees verloren hätte. Jährlich verliere Deutschland 2,5 Kubikkilometer Süßwasser.

Doch deutsche Haushalte sind sich anscheinend darüber bewusst, wie kostbar das Gut aus dem Wasserhahn ist. Immerhin konnten sie ihren Verbrauch in den letzten 30 Jahren senken. Waren es 1991 noch 144 Liter Wasser pro Person und Tag, sind es heute nur noch 123 Liter. Das liegt zum einen an dem bewussteren Umgang mit Wasser und zum anderen an modernen Geräten wie Waschmaschinen, Spülmaschinen oder auch an Sparaufsätzen für Wasserhahn oder Duschkopf.

Wasser im Haushalt sparen: Mit einigen Tipps Wasser und Energie sparen

Weitere nützliche Wasserspar-Tipps:

  • Duschen: Es ist sparsamer, schnell unter die Dusche zu springen, anstatt ein Vollbad zu nehmen. Die Betonung liegt dabei auf „schnell“. Denn beim Duschen entscheidet die Zeit über den Verbrauch: Laut Utopia fließen je nach Duschkopf rund 15 Liter Wasser pro Minute. Ein Vollbad beansprucht rund 140 Liter Wasser.
  • Toilette: Wer kann, sollte seinen alten Spülkasten entsorgen und auf eine moderne Variante setzen. Denn die verbrauchen wesentlich weniger Wasser. Außerdem sollte beim kleinen Geschäft die Wasserspartaste genutzt werden.
  • Wasserhahn: Es ist der Klassiker – beim Zähneputzen sollte das Wasser ausgeschaltet werden. Das wird wohl jeder und jede verinnerlicht haben. Aber auch beim Händewaschen gilt diese Regel. Zudem ist ein Sparaufsatz – auch für Duschköpfe – sinnvoll.
  • Waschmaschine und Spülmaschine: Beides sollte gut gefüllt sein, bevor die Geräte angeschaltet werden. Die Spülmaschine für zwei Teller anzustellen ist reine Wasser- und Energieverschwendung.
  • Regenwasser: Wer die Möglichkeit hat, Regenwasser zu sammeln, sollte das tun. Damit lassen sich Blumen und bei Trockenheit der Rasen gießen. Es kann sogar für die Toilettenspülung genutzt werden.
  • Gießen: Beim Gießen der Blumen kommt es auf die Uhrzeit an. Am besten sollte man seine Pflanzen auf Balkon und Garten morgens oder abends gießen, so verdunstet weniger Wasser und die grünen Freunde haben wesentlich mehr von der Dusche. Generell gilt: Lieber weniger oft, dafür aber ausreichend gießen.

Wasser sparen ist nur ein kleiner Teil der Rechnung – der indirekte Verbrauch zählt

Diese Lifehacks können helfen, den Wasserverbrauch zu senken. Allerdings trägt der direkte Wasserverbrauch der Haushalte nur einen sehr kleinen Teil zur Wasserknappheit bei. Das Hauptproblem liegt beim indirekten Wasserverbrauch.

Das bezeichnetet den Verbrauch von Wasser, der für die Herstellung von Lebensmitteln und anderen Gütern benötigt wird. Eine Studie der Technischen Universität Berlin im Auftrag des Umweltbundesamts zeigt: In Deutschland verbraucht jede Person 7.200 Liter Wasser – pro Tag.

Indirekten Wasserverbrauch senken: Das geht über die Ernährung und den Konsum

Das kann Wasser und Ressourcen sparen: Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln, hin und wieder mal ein Griff zur Veggie-Wurst statt zum Schweinenackensteak, weniger Verschwendung, mal eine Shoppingtour im Secondhand-Shop, statt bei den großen Konzernen. All das spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie.

Laut Bayrischem Rundfunk ist es auch nicht verkehrt, auf regionales und saisonales Obst und Gemüse zu setzen. Denn im Gegensatz zu Produkten aus dem Mittelmeerraum, Nordafrika, Israel oder der Türkei benötigen sie eine weniger intensive Bewässerung. Außerdem ist weniger Fleisch zu empfehlen. Denn nicht nur die Tiere benötigen Wasser, sondern auch der Anbau und die Produktion von Tierfutter.

Wasser sparen im Haushalt ist gar nicht so schwer.

Wasser sparen: Haushalte können indirekt ihren Beitrag leisten

Laut ZDF entfallen rund 80 Prozent der Wasserentnahmen auf die Industrie – somit ist sie der weltweit größte Wasserverbraucher. Haushalte können hier nur einen kleinen Teil direkt zum Wassersparen beitragen.

Indirekt können sie durch ihre Kaufentscheidungen den Herstellern einen Wink mit dem Zaunpfahl geben. Um die Wassersicherheit zu verbessern, sei laut Jay Famiglietti die Industrie gefragt. Ein neues Maß der Wasserverantwortung sei demnach unerlässlich.

Doch auch wenn Haushalte nur einen etwas kleineren Teil beitragen können, ist Wasser sparen dennoch sinnvoll. Denn nicht nur Wasser, sondern auch Energie wird bei bewusstem Einsatz gespart. Denn je weniger Wasser fürs Duschen oder Baden erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird verbraucht. Heißwasser verbraucht in etwa 10 Mal mehr Energie als die bloße Wasserbereitstellung und -entsorgung.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

Mehr zum Thema