Anlage zum recyceln

Wasser sparen und Grauwasser nutzen – aber Kostenfalle droht

In Zeiten von Hitzewellen sind Verbraucher dazu angehalten, Wasser zu sparen. Das können Haushalte durch das „Recyceln“ von Grauwasser tun.

NRW – Ob Trink-, Schwarz-, Ab- oder Grauwasser: Bei all den verschiedenen Wassersorten mit unterschiedlichen Hygienelevel kommt man als Verbraucher schnell mal durcheinander. Um Wasser zu sparen, wie von der Bundesregierung während der vergangenen Hitzewellen gewünscht, kann man unter bestimmten Voraussetzungen Grauwasser wiederverwerten.

Grauwasserfäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser aus Bädern, Duschen oder Waschmaschinen.
FunktionKann nach Aufbereitung als Brauch-, bzw. Betriebswasser dienen
Europäische Norm12056-1

Grauwasser kann wiederverwertet werden, um in Krisenzeiten Wasser zu sparen

Während der Energiekrise empfahl die Regierung seinen Bürgerinnen und Bürgern umstrittene Maßnahmen zum Wassersparen, beispielsweise durch sparsame Energiespar-Duschköpfe. Fakt ist: Um im Haushalt Wasser und auch Energie zu sparen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Jenseits von Wassersparmaßnahmen beim Gang zur Toilette oder beim Duschen können Verbraucherinnen und Verbraucher altes Wasser dank einer besonderen Anlage „recyceln“. Auch wenn Grauwasser wohl den Wenigsten ein Begriff ist, kommt wohl jeder täglich mehrmals damit in Kontakt – eine regelrechte Goldgrube für Sparfüchse (mehr Lifehacks auf RUHR24).

Grauwasser ist „gering verschmutztes Wasser“ und daher weder Frisch- noch Abwasser

Beim sogenannten Grauwasser handele es sich laut Lars Wagner vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) um „fäkalienfreies, gering verschmutztes Wasser, zum Beispiel nach dem Duschen oder Händewaschen“. Dies teilte er auf eine Anfrage des „Do-it-yourself“-Portals myhomebook mit.

Auch das Abwasser einer Waschmaschine und der Badewanne falle unter diese Definition. Damit sei Grauwasser also „weder Frisch- noch Abwasser“, sondern sei irgendwo dazwischen einzuordnen.

Grauwasser stammt nicht aus dem Küchenabfluss oder der Toilette

Eine wichtige Einschränkung liefert das Portal aber direkt hinterher. Schließlich dürfe das zu recycelnde Wasser wegen der Fettanteile nicht aus der Küche stammen und auch nicht aus der Toilette. Dieses Wasser werde als „Schwarzwasser“ bezeichnet und könne „aus Gründen der Hygiene nicht recycelt werden“.

Mithilfe einer Anlage zur Wiederverwertung von Grauwasser werde hygienisch sauberes Klar-, Brauch- oder Betriebswasser hergestellt, welches wiederum nicht mit Trinkwasser zu verwechseln sei. Solch eine Anlage dürfe allerdings nur von einem Profi installiert werden, erklärt myhomebook.

Grauwasseranlage lohnt sich hauptsächlich in Neubauten – Wassereinsparungen von 50 Prozent

Die Anschaffung lohne sich vor allem bei einem hohen Wasserverbrauch, der insbesondere bei Campingplätzen oder Hotels vorkommt. Letztlich ließen sich dank der Anlage bis zu 50 Prozent Wasser und je nach Region pro Jahr in einem Mehrpersonenhaushalt „einige hundert Euro“ sparen – eingerechnet sind hier die geringeren Entsorgungskosten für Abwässer.

Bei der Installation sei aus Sicht des DVGW entscheidend, „dass bei Einbau und Verwendung entsprechender Anlagen eine strikte Trennung von Trinkwasser und Grauwasser und kein Anschluss an die Trinkwasser-Installation erfolgt.“ Damit die Anlage arbeiten kann, müssen Grau- und Schwarzwasser getrennt transportiert werden.

Ansonsten kann auch das nicht wiederverwertbare Schwarzwasser in die Anlage geraten. So eine Grauwasseranlage lohne sich „daher hauptsächlich bei Neubauten“, so myhomebook.

Grauwasseranlage reinigt das Wasser in mehreren Schritten – Wiederverwertung beim Putzen

Eine Anlage zur Aufbereitung von Grauwasser speichert es zunächst, bevor es „im hygienisch unbedenklichen Betriebswasserspeicher landet“, erklärt das Portal. Dort werde es in Form einer Grobreinigung, einer biologischen Aufbereitung und einer physikalischen Filterung, alternativ auch mithilfe von UV-Bestrahlung, nacheinander gereinigt.

Laut Baunetzwissen könne danach das wieder aufbereitete Grauwasser – jetzt als Betriebswasser – in der Toilettenspülung, beim Wäschewaschen, der Bewässerung, in der Industrie sowie für Reinigungszwecke im Haushalt zum Einsatz kommen.

Grauwasser lässt sich ideal wieder für den Hausputz verwenden.

Grauwasseranlage erfordert separates Leitungsnetz und kann „mittlere vierstellige Summe“ kosten

Wer sich angesichts dieser Möglichkeiten des Wasser-Recycelns schon freudig die Hände reibt, sollte sich vor dem Kauf zunächst ein paar Gedanken machen. Gerade in Altbauten sei die Anschaffung sehr teuer, schließlich sei der Bau eines separaten Leitungsnetzes sehr aufwändig. Selbst im Neubau könne laut myhomebook „schnell eine mittlere vierstellige Summe fällig werden“.

Hinzu kämen Kosten für die regelmäßige Instandhaltung. Auf der anderen Seite gebe es allerdings Wasserversorger und Gemeinden, die eine Anschaffung einer Grauwasseranlage fördern. Nicht nur aus finanzieller Hinsicht, sondern auch der Umwelt zuliebe lohnt sich die Installation einer Grauwasseranlage.

Rubriklistenbild: © Becker&Bredel/Imago

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