Lifehack im Herbst

Kastanien im Herbst sammeln und als effektives Hausmittel nutzen

Kastanien sind im Herbst vor allem beim Basteln begehrt. Aber auch im Haushalt erweisen sich die braunen Naturschätze als äußerst nützlich.

Deutschland – Kastanien sammeln gehört für viele Menschen genauso zum Herbst dazu, wie Kürbissuppe essen. Doch die Früchte können auch als Waschmittel, zum Putzen oder gegen ungebetene Gäste eingesetzt werden.

PflanzeGewöhnliche Rosskastanie
Wissenschaftlicher NameAesculus hippocastanum
FamilieSeifenbaumgewächse (Sapindaceae)
OrdnungSeifenbaumartige (Sapindales)

Rosskastanie als Hausmittel – beliebte Herbst-Frucht hilft gegen Spinnen und Blattläuse

Zu den bekanntesten Sorten gehört die Rosskastanie, die nicht mit der Esskastanie zu verwechselt werden darf. Denn im Gegensatz zu den Maronen sind die runden, glänzend braunen Varianten in rohem Zustand äußerst giftig für Mensch und Tier, warnt das Universitätsklinikum Bonn. Trotzdem haben die Früchte mehr zu bieten als nur das Material für selbst gebastelte Männchen zu sein.

Die gesammelten Kastanien können im Herbst und Winter ungeliebte Spinnen fernhalten: Dafür zerkleinert man sie mit einem Hammer und verteilt sie auf der Fensterbank. Denn die Achtbeiner verabscheuen den entstehenden Geruch und suchen anschließend das Weite.

Auch gegen Blattläuse kann man Rosskastanien einsetzen: Dazu einfach aus den Naturschätzen ein Pulver herstellen, zehn Esslöffel (EL) davon mit Wasser aufkochen und weitere 20 Minuten auf niedriger Stufe schmoren lassen. Sobald die Mischung abgekühlt ist, kann man sie in eine Sprühflasche füllen und die Pflanzen mit dem Hausmittel von den Ungeziefern befreien. Das Pulver dafür lässt sich in wenigen Schritten selbst herstellen (weitere Lifehacks bei RUHR24 lesen).

Kastanie als Waschmittel nutzen – so klappt die Wäsche ohne Chemiekeule

Für das Pulver einfach ein Kilogramm der frisch gereiften Rosskastanien mit Natron und warmem Wasser gründlich waschen und vierteln. Außerdem ist es sinnvoll, die Schale zu entfernen. Als Hilfe dafür dient beispielsweise ein Nussknacker. Anschließend folgt das Zerkleinern mithilfe von Mixer, Küchenmaschine und Co, was zuerst auf niedriger Stufe ausprobiert werden sollte, berichtet der Nachhaltigkeitsblog Smarticular. Das entstandene Granulat dann auf einem Backblech oder Tuch an einem warmen Ort ausbreiten und zwischendurch wenden.

Nach mehreren Tagen sollten die Kastanien trocken genug sein, um vor Schimmel geschützt zu sein. Schließlich das Produkt zermahlen und luftdicht verschließen. Alternativ können Verbraucher aus den zerkleinerten Kastanien auch Waschmittel herstellen. Wer genug von den Chemiekeulen der Waschmittel hat, kann sich so sein eigenes Pulver selbst zubereiten und als Alternative nutzen.

Kastanien sind zum Basteln und als Hausmittel nützlich.

Die geviertelten Kastanien dafür in ein Glas geben und mit lauwarmen Wasser bedecken. Sobald sich ein Schaum bildet, die Mischung vor der Nutzung drei Stunden ziehen lassen. So können sich die sogenannten Saponine entfalten und für saubere Wäsche sorgen. Vor dem Start der Waschmaschine die Flüssigkeit in ein weiteres Glas sieben und mit ätherischen Ölen verfeinern. Für eine längere Haltbarkeit des Waschmittels lässt sich auch das Granulat verwenden.

Waschmittel aus Rosskastanien herstellen – aufpassen bei heller Kleidung

Bei der Nutzung zwei bis vier Esslöffel der zerkleinerten Rosskastanien mit Wasser anrühren und wie bei den frischen Früchten vorgehen. Aber Achtung: Bei heller Wäsche lieber auf das selbstgemachte Waschmittel aus Kastanien verzichten. Wer dies trotzdem nutzen möchte, sollte die Zutat gründlich schälen. Für weiße Kleidung ist die Variante ungeeignet.

Rubriklistenbild: © Niehoff/ Imago Images

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