Preissteigerungen

Henkel erhöht Waschmittel-Preise und macht Mega-Umsatz auf Kosten der Kunden

Die Preise der Wasch- und Reinigungsmittel von Persil und Pril sind angestiegen. Der Hersteller Henkel macht starke Gewinne auf Kosten der Kunden.

Dortmund – Der Waschmittel-Riese Henkel hat am Dienstag (8. November) seine dritte Quartalsmitteilung für das Jahr 2022 herausgegeben. Darin gibt der Hersteller von Pril, Persil und vielem mehr einen Rekordumsatz an. Für den Erfolg des Unternehmens zahlen Kundinnen und Kunden.

Umsatz von Henkel steigt: Waschmittel, Spülmittel und Kosmetik bringen positives Wachstum

Seit Jahresbeginn hat der Umsatz von Henkel immer weiter zugenommen. Im dritten Quartal ist er organisch um 11,3 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass Henkel mit seinem Kerngeschäft – Wasch-, Putzmittel und Kosmetik – 11,3 Prozent mehr Umsatz machen konnte. Nach dem Handelsblatt hatten Analysten nur mit einem Plus von neun Prozent gerechnet (mehr Service-News bei RUHR24).

Selbst das Unternehmen scheint mit einem solchen Wachstum nicht gerechnet zu haben. Der Konzern hat seine Jahresprognose wegen „der anhaltend starken Geschäftsentwicklung“ angehoben. Jetzt kalkuliert Henkel nach eigenen Angaben mit einem organischen Wachstum von sieben bis acht Prozent. Davor waren es 5,5 bis 7,5 Prozent – und das, nachdem die Prognose bereits zweimal nach oben korrigiert wurde.

Shrinkflation bei Persil und Pril: Henkel profitiert von höheren Preisen

Damit sind sie in der Branche allerdings nicht die einzigen, wie das Handelsblatt berichtet. Nivea-Produzent Beiersdorf ist in den ersten neun Monaten des Jahres um 11,1 Prozent gewachsen. Der britische Wettbewerber Unilever (dazu gehören „Dove“ und „Knorr“) steigerte seinen Umsatz ebenfalls zweistellig um 10,6 Prozent. Den tatsächlichen Gewinn gibt keines der Unternehmen an.

Pril wurde im März 2022 von der Verbraucherzentrale Hamburg zur Mogelpackung des Monats gekürt.

Diese Rekordumsätze sind nur dadurch möglich, dass sich die Preise vieler ihrer Produkte erhöht haben. Ein Beispiel für Henkel: Im März war das Spülmittel Pril die Mogelpackung des Monats beim Verbraucherschutz Hamburg. Damals hatte Henkel einen Relaunch umgesetzt und füllt jetzt bei gleichbleibendem Preis weniger Spülmittel ab.

Höhere Preise für Kunden ermöglichen Henkel hohe Umsätze

Statt 750 bzw. 500 Milliliter sind es nur noch 675 bzw. 450 Milliliter in einer Flasche. Durch diese Shrinkflation ist das Produkt unter dem Strich elf Euro teurer für Kundinnen und Kunden geworden. Die Umsatzsteigerungen von Henkel basieren also zu großen Teilen auf der preislichen Mehrbelastung der Verbraucher. Kundinnen und Kunden zahlen mehr im Supermarkt und das Unternehmen profitiert.

Die geplanten Preissteigerungen hatte Henkel-Chef Carsten Knobel im Frühjahr bei der Rheinischen-Post als notwendig dargestellt. Begründet wurde der Schritt mit einem „Anstieg des Materialpreises im höheren mittleren einstelligen Prozentbereich“.

Explizit sprach er davon, dass man schauen müsste, inwiefern man die gestiegenen Rohstoffpreise an die Kunden in Industrie und Handel weitergeben könne. Von Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich war damals nicht die Rede.

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