Wie oft und wo?

Auto waschen im Winter: Typischer Fehler bewirkt mehr Schaden als Gutes

Sobald niedrigere Temperaturen auftreten, werden viele Autofahrer unsicher: Soll ich den Wagen im Winter waschen – und wenn ja, wann und wo?

Wenn die kalte Jahreszeit anbricht, dann streikt so manches Auto schneller mal. Deshalb müssen Autofahrer bei niedrigeren Temperaturen umso mehr Zeit für die richtige Fahrzeugpflege aufbringen. Besonders, was das Waschen angeht, sind sich viele unsicher: Sollte bei der Kälte überhaupt in die Waschanlage gefahren werden oder eher nicht? tz.de hat Antworten darauf.

Autowäsche im Winter zu Empfehlen oder nicht? „Verschmutzung ist einfach höher“

Viele Autofahrer vermeiden die Autowäsche im Winter gänzlich, um den Lack zu schonen. Tatsächlich empfiehlt Philipp Schreiber vom TÜV Süd gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA), dass der Wagen im Winter öfter gewaschen werden sollte als sonst: "Die Verschmutzung ist einfach höher."

Das viele Streusalz frisst sich nämlich in den Lack und lässt ihn schneller rosten, Schmutz und Feuchtigkeit erledigen den Rest. Der ADAC hingegen empfiehlt, nicht öfter zum Waschen zu fahren als in den Sommermonaten. Sicherheitshalber sollte man die Autoreinigung aber auf Tage verlegen, an denen Plustemperaturen herrschen.

Auto im Winter waschen? Wo man den Pkw bei niedrigen Temperaturen am besten reinigt

Das Risiko bei der Autowäsche im Winter ist immer, dass sich das Putzwasser am Auto festfriert und zum Beispiel Türen nicht mehr geöffnet werden können. Tatsächlich passiert das relativ häufig, wenn das Fahrzeug im Freien gewaschen wird und die Feuchtigkeit keine Zeit hat, richtig zu trocknen, bevor sie mit der kalten Luft in Berührung kommt.

Das Problem lässt sich jedoch eindämmen, wenn man Waschstraßen besucht, da darin gut geheizt wird und der Wagen somit besser trocknen kann. Besonders wichtig ist dann, dass man die Vorwäsche in Anspruch nimmt – dadurch werden Salzreste vom Fahrzeug entfernt, die sich ansonsten in den Lack graben könnten. Ein Dampfstrahler spült dabei die körnige Schicht vom Auto herunter.

Zum Autowaschen sollte man sich am besten morgens in die Waschanlage begeben, erklärt Schreiber. So kann das Fahrzeug den ganzen Tag über trocknen, bevor am Abend die Temperaturen wieder fallen und das Risiko von Frost steigt. Wer eine beheizte Garage besitzt, hat das Problem dagegen nicht.

Auto waschen im Winter: Ist eine Unterbodenwäsche nötig?

Generell ist das Waschen des Unterbodens im Winter und vor allem nach dem Winter zu empfehlen, um Reste von Streusalz zu entfernen. Allerdings verläuft die Unterbodenwäsche in Waschanlagen oft weniger vorteilhaft, da Wasser in Regionen eindringt, wo es mehr Schaden als Gutes bewirkt. Zudem wird in der maschinellen Autowäsche meistens Brauchwasser verwendet, was kontraproduktiv ist, da es ebenfalls Salz enthält.

Besser ist es also, die Unterbodenwäsche von Hand mit einem Dampfreiniger durchzuführen. Den Strahl auf eine mittlere Stärke stellen und damit direkt auf verkrustete Stellen zielen – von Elektrik und beweglichen Teilen sollte man Abstand halten. Diese lassen sich eher mit Druckluft reinigen.

Sollte man sein Auto im Winter waschen? Und wenn ja, wie oft?

Autowäsche im Winter – diese Details sind zu beachten

Wenn es an die Autowäsche geht, darf die Scheinwerfer auf gar keinen Fall vergessen. Normalerweise werden diese im Waschprogramm der Waschanlage gleich mitgesäubert - doch man sollte auch so regelmäßig einen Blick auf die Leuchten am Auto werfen. Gerät zu viel Salz hinein, schwindet die Leuchtkraft – und das ist gerade bei Nebel oder Dunkelheit gefährlich.

Am besten sorgt man schon vor Wintereinbruch dafür, dass das Auto fit für die niedrigen Temperaturen ist. Das schafft man laut dem TÜV Süd, indem man den Wagen einmal gründlich wäscht, polieren und wachsen lässt. Dann ist der Wagen schon mal vor zukünftigen Unmengen an Salz und Feuchtigkeit geschützt.

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago

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