Amt schlägt Alarm

Milchshake gefährlich: Warum ein Bundesamt die Verbraucher vor Gesundheitsschäden warnt

Milchshakes sind lecker und im Sommer eine Abkühlung. Doch ein Bundesamt warnt die Verbraucher jetzt vor dem beliebten Eisgetränk.

  • Im Sommer greifen viele gerne zum Milchshake, statt zum Eisbecher.
  • Doch ausgerechnet das leckere Getränk könnte schädlich für die Gesundheit sein.
  • Oft ist mangelnde Hygiene in der Gastronomie der Grund dafür.

NRW - Wer einen Eisbecher oder einen Milchshake bestellt, freut sich nicht nur auf sein leckeres Dessert, sondern vertraut auch auf eine hygienische Herstellung. Doch ausgerechnet hier mangelt es oftmals. Teilweise entstehen deshalb sogar gesundheitliche Risiken.

Behörde

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Hauptsitz

Braunschweig, Niedersachsen

Gründung

2002

Dachorganisation

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Milchshake aus der Eisdiele: Getränke oftmals mit gefährlichen Keimen belastet

Denn in den cremigen Drinks können gefährliche Krankheitserreger lauern, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittsicherheit (BVL) warnt. So wurden bei Untersuchungen von selbstgemachten Milchshakes aus Gaststätten und Eisdielen bedenkliche Gehalte von Enterobakterien, besser bekannt als E. coli, und Hefepilzen festgestellt.

Das Erschreckende: Mangelende Hygiene soll der Grund dafür sein. Denn die Zutaten entpuppen sich vor allem dann als Nährboden für gefährliche Keime, wenn sie nicht schnell genug verbraucht beziehungsweise falsch gelagert werden. Dann können sich die Mikroorganismen ungestört vermehren.

Milchshakes aus der Eisdiele sind womöglich eine Gefahr für die Gesundheit

Die Milchshakes aus eigener Herstellung, wie sie in der Gastronomie häufig angeboten werden, wurden im Rahmen eines bundesweiten Überwachungsplans (BÜP) auf ihre mikrobiologisch-hygienische Beschaffenheit untersucht. Für die Beurteilung der Proben orientierten die Tester sich an den Richt- beziehungsweise Warnwerten der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).

769 verschiedene Milchshakes wurden dabei unter die Lupe genommen, wobei das Rezept von fertigen Mischungen bis hin zu den klassisch bekannten Shakes aus Milch, Eis, Obst und Sahne oder Joghurt reichte. Das Ergebnis ist bedenklich: Auch krankmachende Keime wie Listerien und Bacillus cereus wurden nachgewiesen, allerdings nur in geringen Mengen.

Milchshake: Getränk wird in der Gastronomie sowohl frisch als auch mit fertigen Mischungen zubereitet

Dennoch waren 32 der untersuchten Proben von den Krankheitserregern befallen. Bacillus cereus kann ab einer bestimmten Menge in Lebensmitteln ein Toxin bilden, welches zu einer Magen-Darm-Erkrankung führen kann (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

Doch wie verbreitet sind andere Krankheitserreger im hausgemachten Milchshake? Am häufigsten wurden bei den Untersuchungen Hefepilze nachgewiesen, etwa jeder fünfte Drink ist davon betroffen. Vor allem diese Werte sind auf einen Hygienefehler bei der Herstellung oder Lagerung der Zutaten zurückzuführen, teilt das BVL mit.

Üppige Milchshakes liegen im Trend. Doch das auf Eis basierende Getränk kann eine Gefahr für die Gesundheit sein. 

Mangelnde Hygiene in der Gastronomie macht Milchshake zur Keimschleuder

Ebenfalls in fast jeder fünften Probe ein Problem: Die E.coli-Bakterien, welche in den meisten Fällen ebenfalls zu Magen-Darm-Erkrankungen mit unterschiedlichen Verläufen führen können. Auch ihre Verbreitung im Milchshake liegt wahrscheinlich an unsachgemäßer Lagerung der einzelnen Zutaten.

Aber auch andere Hygienemängel in den gastronomischen Betrieben, etwa an den Arbeitsgeräten oder beim Personal könnten eine mögliche Ursache sein. In tierischen Produkten meist gefürchtet, aber bei der Untersuchung von Milchshake immerhin nicht entdeckt: Salmonellen.

Milchshakes: Was wird bei Verzehr empfohlen?

Der BVL warnt Betreiber in der Gastronomie, Zutaten für einen Milchshake sachgemäß zu lagern und die Hygienestandards dringend einzuhalten, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden. Verbraucher sollten bei Verzehr darauf achten, dass das Getränk frisch zubereitet wird.

Denn gerade Milchshakes, die schon Stunden vor dem Verzehr zubereitet werden, bergen das Risiko von Keimen. Auch gefrorene Beeren sind oftmals mit Keimen belastet und daher nicht immer so gut wie ihr Ruf. Auftauen reicht hier leider nicht, die Beeren sollten vor dem Verzehr in heißem Wasser abgekocht werden.

Rubriklistenbild: © Johannes Schmitt-Tegge/dpa; Collage: RUHR24