Hinweis kommt

Vorsicht: Eine spezielle Süßigkeit dürfen bald nur noch Erwachsene essen

Einige Lebensmittel dürfen erst ab einem bestimmten Alter konsumiert werden. Süßigkeiten waren bislang ausgenommen. Das ändert sich jetzt.

Deutschland – Wer in Deutschland harten Alkohol trinken oder Zigaretten rauchen möchte, darf dies erst ab einem Alter von 18 Jahren machen. Das Gesetz ist seit Jahren bekannt und mittlerweile ganz normal geworden. Eine neue Regel, die eine Altersgrenze für Süßigkeiten vorschreibt, ist deutlich gewöhnungsbedürftiger. Aber sie tritt bald in Kraft.

Warnung: Bestimmte Süßigkeiten dürfen bald nur noch von Erwachsenen gegessen werden

Konkret geht es bei dem neuen Gesetz um die Kennzeichnung von bestimmten Lakritz-Sorten. Die Süßigkeit ist in Deutschland äußert beliebt, aber auch nicht ganz unbedenklich. Grund dafür ist ein bestimmter Inhaltsstoff, der von jüngeren Menschen nicht konsumiert werden sollte.

Lakritze mit einem besonders hohen Gehalt an Salmiak müssen in Zukunft mit Hinweisen zum Schutz vor Gesundheitsrisiken gekennzeichnet werden. Eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung wurde am Freitag (8. Oktober) vom Bundesrat gebilligt. Die Pflicht zur Kennzeichnung greift ab einem Gehalt an Salmiak (Ammoniumchlorid) von mehr als 20 Gramm pro Kilogramm (mehr Warnungen und Rückrufe auf RUHR24).

Hinweis über Erwachsenenlakritz wird zur Pflicht - Kinder sollen so besser geschützt werden

Konkret wird der neue Hinweis dann so lauten: „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“. Bei einem noch höheren Anteil an Salmiak muss der Hinweis noch verschärft werden: „Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ und „Übermäßiger Verzehr kann insbesondere bei Personen mit Nierenerkrankungen die Gesundheit beeinträchtigen“.

Die neuen Hinweise über die Gesundheitshinweise seien nötig, da Salmiak in hohen Dosen laut Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu einer Übersäuerung des Blutes führen kann. Im schlimmsten Fall drohen Übelkeit, Erbrechen und neurologische Störungen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Lakritze mit einem hohen Salmiak-Anteil. Das Salz könne unter anderem zu einer Übersäuerung des Blutes führen.

Lakritz mit zu viel Salmiak führt bei bestimmten Personen zu Gesundheitsproblemen

Bei Kindern liegt die Toleranzgrenze von Salmiak deutlich unter der von Erwachsenen. Deshalb sollten sie Lakritze mit viel Ammoniumchlorid auf keinen Fall zu sich nehmen. Im Zweifel darüber, wie viel Salmiak im Lakritz enthalten ist, empfiehlt es sich, das Produkt dort zu lagern, wo Kinder schlecht dran kommen. Oder man kauft ohnehin nur kinderfreundliches Lakritz.

Das Gesetz über die Hinweis-Pflicht von Lakritzen gilt in Deutschland ab sofort. Noch nicht gekennzeichnete Waren, die sich aber schon im Handel befinden, dürfen noch abverkauft werden.

Lakritz lässt den Blutdruck steigen und kann die Entwicklung des Embryos stören

Der Konsum von Lakritz ist nicht nur wegen seines Anteils an Salmiak für bestimmte Personen bedenklich. Darüber hinaus kann Lakritz zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen. Grund dafür ist ein bestimmter Inhaltsstoff, der laut Studien gegen Covid-19 helfen kann.

Menschen, die an Herz-Kreislauf-Problemen leiden, sollten wegen des Stoffs aber nur wenig von der Süßigkeit essen oder im Bestfall gänzlich darauf verzichten. Das Gleiche gilt für Schwangere: Laut NDR kann Lakritz einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Embryos haben.

Dass Lakritz mit zu viel Salmiak für Kinder schädlich sein kann, ist in Deutschland längst bekannt. Deswegen gibt es im Laden schon seit Jahren extra gekennzeichnetes „Kinderlakritz“. Ein Hinweis darüber, dass Kinder bestimmte Sorten gar nicht essen sollen, fehlte bislang aber.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa; Collage: RUHR24

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