Schon bei drei Tabletten

Apotheken-Rückruf: Chemikalie in Nahrungsergänzung birgt Krebsrisiko

Nahrungsergänzung dient normalerweise der Unterstützung einer gesunden Lebensweise. Nun ist ein solches Mittel allerdings von einem Rückruf betroffen.

Dortmund – Calciumcarbonat wird in der Regel bei Calciummangel vom Arzt verordnet. Aber auch gegen Sodbrennen und Krämpfe, bei Stoffwechsel-Problemen oder zur Unterstützung von Muskelzellen soll das Mittel helfen. Die Bittermedizin Arzneimittel-Vertriebs GmbH informiert nun aber über den Rückruf eines Nahrungsergänzungsmittels.

ChemikalieEthylenoxid (kurz: EO)
BeschreibungFarbloses, hochentzündliches Gas mit süßlichem Geruch
FormelC2H4O
VerwendungDesinfektionsmittel für Nahrungsmittel, organische Dämmstoffe (Wolle, Pflanzenfasern), Textilfasern und medizinische Geräte

Rückruf von Nahrungsergänzung wegen krebserregender Chemikalie

Die Warnung des Herstellers klingt dramatisch: „Bei einem längerfristigen chronischen sowie einmaligen Verzehr in Hinblick der auf der Fertigpackung angegebenen täglichen Verzehrmenge von drei Tabletten [ist] ein erhöhtes Krebsrisiko nicht auszuschließen.“ Im Rahmen von Kontrollen wurden in dem Nahrungsergänzungsmittel Rückstände von Ethylenoxid gefunden.

Die Chemikalie wird in Desinfektionsmitteln oder außerhalb der EU als Pflanzenschutzmittel eingesetzt – allerdings steht sie im Verdacht krebserregend zu sein, weshalb Ethylenoxid häufig der Grund für Rückrufe ist. So auch in dem Fall des Calciumcarbonats.

Rückruf von Chargenbezeichnung: Nahrungsergänzung birgt Gesundheitsrisiko

Folgendes Nahrungsergänzungsmittel ist von dem Rückruf betroffen:

  • Artikel: Nahrungsergänzungsmittel Calciumrenal
  • Produktbezeichnung: Chargenbezeichnung Lot: 015302-Tabletten
  • Pharmazentralnummer (PZN): 04790157
  • Chargenbezeichnung Lot: 015302
  • Packungsgröße: 200 Tabletten
Diese Tabletten mit Calciumcarbonat sind aktuell von einem Rückruf betroffen.

Der Hinweis, um welche Dosierung es sich bei dem Rückruf des Nahrungsergänzungsmittels handelt, fehlt in der aktuellen Mitteilung des Herstellers. Einzig die Information über die täglich empfohlene Verzehrmenge von drei Tabletten gibt Aufschluss über die Einnahme.

In einer online veröffentlichen Packungsbeilage findet sich jedoch die Anmerkung, dass zu jeder Mahlzeit zwei Tabletten eingenommen werden können, was insgesamt sechs Tabletten pro Tag bedeuten würden. Dadurch würde sich das Krebsrisiko den Angaben des Herstellers zufolge noch einmal erhöhen. Betroffene Kunden sollten den Rückruf also unbedingt ernst nehmen und das Mittel nicht weiter verwenden

Rückruf von Nahrungsergänzung: Calcium-Mittel nicht mehr einnehmen

Die Bittermedizin GmbH gibt an, alle Chargen des Nahrungsergänzungsmittels zurückzurufen. Verbraucher sollen die Einnahme also unbedingt unterlassen. Allerdings gibt das Unternehmen nicht an, ob die Verbraucher das Calcium-Mittel zurückgeben können und den Einkaufspreis erstattet bekommen. Normalerweise ist das bei Rückrufen üblich.

Das von dem Rückruf betroffene Nahrungsergänzungsmittel wurde vor allem über den Pharmazeutischen Großhandel und in Apotheken verkauft. Auch einige Online-Apotheken hatten das Calcium-Präparat im Angebot. Auf einigen Seiten, so zum Beispiel bei shop-apotheke.com findet sich bereits ein Hinweis, dass der Verkauf des Produkts gestoppt wurde. Außerdem wird auf den Rückruf hingewiesen.

Rubriklistenbild: © Daniel Roland/AFP/Matthias Hiekel/dpa/Collage: RUHR24

Mehr zum Thema