Räucherlachs im Fokus

Bundesamt warnt vor Lachs zu Silvester

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit spricht eine Warnung für Räucherlachs aus. Es geht um Krankheitserreger und mangelnde Hygiene.

Dortmund – Ob gebratener Lachs auf dem Raclette-Grill oder als leckeres Räucherlachs-Häppchen am Silvester-Buffet: Lachs steht zu Weihnachten und Silvester besonders oft auf dem Speiseplan der deutschen Haushalte. Der beliebte Fisch hat auch seine Schattenseiten. Er zählt EU-weit zu den Lebensmitteln, bei denen am häufigsten Grenzwerte überschritten werden. Das Bundesamt warnt.

Bundesamt warnt vor Lachs zu Silvester – Fisch häufig mit Bakterien belastet

Stremellachs, gebeizter Lachs, Räucherlachs – in den Supermärkten und Discountern sind die Kühltheken aktuell voll mit den unterschiedlichsten Varianten des Fisches. Doch laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zählen die „Erzeugnisse zu den mikrobiologisch sensiblen und daher leicht verderblichen“ Lebensmitteln. Es ist also Vorsicht beim Lachs-Kauf angesagt.

Die Warnung des BVL betrifft vor allem Räucherlachs und andere kaltgeräucherte Fischereierzeugnisse. Laut dem Bundesamt werden bei Räucherlachs besonders häufig die Grenzwerte für Listerien (Listeria monocytogenes) überschritten. Bakterien, mit denen nicht zu spaßen ist, denn sie können eine Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen.

Räucherlachs besonders häufig mit Bakterien belastet – Bundesamt warnt

Grenzwerte bei Listerien gelten dann als überschritten, wenn ein Keimgehalt auf dem Lebensmittel größer als 100 koloniebildende Einheiten pro Gramm (KbE/g) festgestellt werden kann. Bei einer Untersuchung des Bundesamtes wurden insgesamt 474 Proben Räucherfisch überprüft.

In 6,1 Prozent fanden die Tester bereits direkt nach der Entnahme aus der Packung die Bakterien. In 8 Prozent konnten die Erreger zum Ende des Haltbarkeitsdatums nachgewiesen werden. Das Ergebnis des Bundesamtes lautet also, dass die höchsten Keimzahlen zum Ende der Haltbarkeit auftreten.

Da das Problem bekannt ist, besteht die Pflicht, dass vorverpackte Lachs-Produkte mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet sind. Laut BVL sollte Lachs nach Ablauf dieses Datums nicht mehr gegessen werden, da das Risiko einer Gesundheitsgefährdung gegen Ende des Ablaufdatums zunimmt. Wer also die Tage noch Lachs von Weihnachten übrig hat, sollte genau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schauen, bevor die Fisch-Spezialität auf dem Silvester-Buffet landet.

Lachs-Warnung: Bundesamt stellt Mängel bei der Verarbeitung von Räucherlachs fest

Das BVL warnt daher jedes Jahr an Weihnachten und Silvester vor dem Verzehr von Lachs. Die Behörde überwacht bereits seit 2011 das Vorkommen von Listerien bei Fisch. Es wird die Einhaltung der Betriebshygiene und die Produkttemperatur von Räucherlachs in Kühltheken von Supermärkten und Marktständen kontrolliert. Die Ergebnisse zeigen: Listerien in Räucherlachs und anderen Fischen sind nach wie vor ein Problem.

Laut dem BVL bestehen in den fischverarbeitenden Betrieben häufig Hygienemängel, die Kühlkette wird nicht eingehalten oder zur Messung der Produkttemperatur werden ungeeignete Methoden verwendet. Das Resultat: Krankheitserreger wie Listerien können sich kinderleicht vermehren.

Das BVL stellt Mängel bei der Verarbeitung von Räucherlachs fest.

Bundesamt entdeckt häufig Listerien bei Räucherlachs – fiese Krankheitserreger

Listerien gehören neben Salmonellen zu den Bakterien, die häufig bei tierischen Lebensmitteln nachgewiesen werden können. Die Erreger kommen überall in der Umwelt vor – unter anderem auch im Verdauungstrakt oder im Kot von Tieren. Wie die Verbraucherzentrale informiert, können die Bakterien bereits bei der Lebensmittelgewinnung, aber auch bei der späteren Verarbeitung in die Lebensmittel gelangen.

Listerien sind echte Überlebenskünstler. Die Bakterien überleben sogar Tiefkühlen und können sich bei Kühlschranktemperaturen sogar vermehren. Erst das Durchgaren mit mehr als 70 Grad tötet die Erreger ab. Bei rohen Lebensmitteln – wie etwa Räucherlachs – kann das somit zum Problem werden.

Lachs-Warnung wegen Listerien – Symptome können noch 70 Tage später auftreten

Denn durch Verzehr von solchen rohen Lebensmitteln nimmt der Mensch die Bakterien auf und kann dadurch an einer sogenannten Listeriose erkranken. Bei gesunden Menschen kann eine Infektion mit Listerien mild oder sogar ohne Symptome verlaufen. Es sind vielmehr Schwangere oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, bei denen eine Listeriose bedrohlich werden kann.

Folgende Symptome können bei einer Erkrankung ausgelöst durch Listerien auftreten: Durchfall, Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen sowie Abgeschlagenheit. In seltenen Fällen kann es bei den genannten Risikogruppen zu einer Hirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung kommen. Das Problem: Laut RKI können die ersten Symptome einer Listeriose nach einer Zeitspanne von 3 bis 70 Tagen auftreten. Verbraucher können also erst Wochen nach dem Verzehr von Lachs erkranken.

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