Heute bundesweite Aktion

Probealarm am Handy nicht ausgelöst – Warntag mit Abstrichen

Der Warntag in Deutschland lief nicht ganz reibungslos. Das neue Cell-Broadcast-System verschickte zwar einen Probealarm – der kam aber nicht bei allen an.

Update, Donnerstag (8. Dezember), 13.50 Uhr: Dortmund – Anscheinend waren es viele Telekom-Kundinnen und -Kunden, die die Warnungen gar nicht oder verspätet bekommen haben. Vodafone hingegen spricht laut Focus von einem vollen Erfolg am Warntag 2022.

Eine Erklärung für die Probleme bei den Sendungen kann sein, dass sich das Cell-Broadcast-System noch in der Testphase befindet. Ab Februar 2023 soll es dann vollständig funktionieren. Auch deaktivierte Testwarnungen in den Systemeinstellungen könnten die Testwarnungen unterdrückt haben.

Erstmeldung, Donnerstag (8. Dezember), 11.50 Uhr: Es war der erste Versuch dieser Art und ganz rund lief das Experiment nicht. Der bundesweite Warntag hat erstmals auch über das sogenannte Cell Broadcast Probewarnungen an Handys versendet. Doch nicht bei allen Nutzerinnen und Nutzern kam die Meldung wie geplant an.

Bundesweiter Warntag: Nicht alle Smartphones klingelten

Um 11 Uhr sollte heute (8. Dezember) alle Smartphones klingeln und einen Probe-Alarm von Bund und Ländern erhalten. Zusätzlich schrillten in den Städten die Sirenen. Doch wie sich zeigt, kamen die Warn-SMS nicht bei jedem an.

Wie die RUHR24-Redaktion selbst erlebte, klingelten manche Smartphones gar nicht um die angekündigte Zeit. Einige erhielten zwar eine Nachricht, blieben aber stumm oder vibrierten lediglich. Bei manchen kam nicht einmal irgendetwas an, obwohl die Geräte den Mindeststandard für den Empfang erfüllten. Andere wiederum erschraken bereits um 10.55 Uhr.

So sah die Warnung aus, die am bundesweiten Warntag eigentlich alle Handys und Smartphones erreichen sollte.

Cell Broadcast

Dank der neu eingeführten Technik „Cell Broadcast“ werden Warnungen an Handys gesendet, die sich in einem Gefahrengebiet befinden. Empfängerinnen und Empfänger erhalten die Warnmeldung völlig anonym, sie müssen sich zuvor nirgends registrieren.

Das funktioniert über die Funkzelle, in der sie sich befinden. Denn jedes Mobilfunkgerät registriert sich automatisch in einer Funkzelle, über die ein Netzempfang hergestellt wird.

Findet ein Gefahrenereignis statt, bekommen alle Personen innerhalb der betroffenen Funkzelle, die ein empfangsbereites Mobilfunkendgerät bei sich führen, eine Warnmeldung in Form einer Cell Broadcast-Nachricht übersandt. 

Bundesweiter Warntag kommt nicht bei allen Smartphones an

Und auch bei der Warnmeldung selbst, die auf dem Display erschien, gab es Probleme. Zwar wurde planmäßig angezeigt, dass es sich um einen Probealarm handele, allerdings konnten einige User die hinter der Meldung liegenden Seite nicht anklicken. Zusätzliche Informationen konnten also nicht angezeigt werden. Warum nicht alle Menschen die Probe-Warnung erhalten haben, ist bislang nicht bekannt.

Auf der Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) heißt es zwar, dass nicht alle Smartphones die Warnmeldung empfangen können. Das erklärt allerdings nicht, warum manche Meldungen verzögert oder lediglich tonlos eintrudelten.

Demnach können ab dem iPhone 6s und ab dem Samsung Galaxy A02s Smartphones die Nachricht erhalten. Zudem muss das jeweilige Betriebssystem auf dem neusten Stand sein und das Gerät darf sich nicht im Flugmodus befinden.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/Imago