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Walnüsse knacken und lagern: Giftige Nüsse erkennen – bloß nicht essen

Im Herbst sind sie reif: Walnüsse. Die leckeren Nüsse können gesammelt und getrocknet werden, aber Vorsicht! Einige können giftig sein.

Dortmund – Bei einem Spaziergang durch den Wald findet man so einiges, was gesammelt werden kann. Kastanien, schöne Herbstblätter und Bucheckern haben zu dieser Jahreszeit ihre Hochzeit. Doch Vorsicht! Nicht nur beim Sammeln von Pilzen gibt es einiges zu beachten, auch Walnüsse haben ihre Tücken.

PflanzeEchte Walnuss
Wissenschaftlicher NameJuglans regia
Höhere KlassifizierungWalnüsse
ErhaltungszustandPotenziell gefährdet (Abnehmend)
FamilieWalnussgewächse (Juglandaceae)

Walnüsse im Herbst sammeln: Wann die leckeren Nüsse reif und wann giftig sind

Wer einen Walnussbaum im Wald entdeckt muss aufpassen. Walnüsse sollten unbedingt nur im reifen Zustand verspeist werden, andernfalls können sie giftig für Mensch und Tier sein (mehr Tipps rund um den Garten bei RUHR24 lesen).

Die leckeren Nüsse im Inneren der Frucht sind erst reif, wenn die äußere grüne Schale sich allmählich braun verfärbt und aufplatzt. Nüsse sollten außerdem nur gesammelt werden, wenn sie bereits von allein zu Boden gefallen sind. Nur dann kann man davon ausgehen, dass die Nüsse vollständig ausgereift sind.

Gefährliche Walnüsse: Durchfall und Nervenkrämpfe drohen

Wer zu ungeduldig ist und eine unreife Walnuss isst, läuft laut plantopedia Gefahr, Durchfall und Magen-Darmbeschwerden zu bekommen. Die unreifen Nüsse enthalten oft Gerbsäure. Aber das ist nicht die einzige Gefahr, die bei Walnüssen lauert.

In manchen Fällen ist die grüne Schale im Inneren sogar mit toxinbildenden Pilzen infiziert, dadurch bilden sich im inneren Giftstoffe, die zu Nervenkrämpfen führen können. Diese gefährlichen Pilze können mit dem bloßen Auge nicht erkannt werden, daher darf die grüne Schale der Walnüsse auf keinen Fall verzehrt werden. Doch auch andere Sorten Nüsse können giftig sein.

Vergiftung durch Walnüsse: Auch Hunde und Katzen gefährdet

Aber auch eingelagerte Walnüsse können mit dem Pilz infiziert sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Walnüsse mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken lieber nicht verzehren, sondern am besten direkt entsorgen.

Und nicht nur Menschen sind durch infizierte Walnüsse gefährdet, auch Haustiere wie Hunde und Katzen können sich eine Vergiftung zuziehen. Zu den Vergiftungserscheinungen zählen:

  • Erbrechen
  • Zittern
  • Nervenkrämpfe

Walnüsse im Herbste sammeln und trocknen – es ist Geduld gefragt

Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, Walnüsse zu sammeln, kann einige Tipps befolgen. Für den sicheren Walnuss-Genuss ist Geduld angesagt, beim Sammeln wie auch beim Trocknen:

  • Walnüsse können vom Boden aufgesammelt werden, sie dürfen auf keinen Fall vom Baum abgeschlagen werden. Das hat Auswirkungen auf die nächste Ernte im folgenden Jahr.
  • Wer einen Walnussbaum im Garten hat, sollte regelmäßig die abgefallenen Nüsse aufsammeln. Liegen sie zu lange im Gras, können sie zu schimmeln.
  • Die gesammelten Walnüsse werden anschließend sorgfältig gereinigt.
  • Zum Trocknen muss die grüne Außenschale komplett entfernt werden. Dazu die Schale abpellen und Reste mit einer Bürste entfernen. Auf keinen Fall die Walnüsse mit Wasser waschen: Feuchtigkeit könnte die Nuss verderben. Dabei unbedingt Handschuhe tragen, denn die in der äußeren Schale enthaltenen Gerbsäuren färben die Finger braun.
  • Um die Nüsse zu trocknen, werden sie einlagig in flachen Kisten, auf Sieben oder einem alten Handtuch an einem warmen Ort gelagert. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind ideal, wärmer als 30 Grad sollte es auf keinen Fall werden – dann könnten die Walnüsse ranzig werden.
  • Die Nüsse können auch draußen getrocknet werden, nachts sollte man sie aber wieder ins Haus holen.
  • Die Walnüsse müssen regelmäßig gedreht werden, sodass alle Seiten ausreichend Luft bekommen.
  • Der Trocknungsprozess dauert zwischen drei und sechs Wochen. Sie sind ausreichend getrocknet, wenn sie die Hälfte ihres Gewichts verloren haben – also die Nüsse vorher wiegen!

Die Nüsse im Backofen zu trocknen würde theoretisch schneller gehen, aber davon ist abzuraten. Zwar entweicht die Feuchtigkeit der Walnüsse im Ofen. Aber die Hitze ist alles andere als gut für die enthaltenden Fette der Nüsse – so werden sie schnell ranzig. Sind die Walnüsse getrocknet, halten sie sich mehrere Monate. Wichtig ist, dass sie weiterhin trocken und luftig gelagert werden.

Rubriklistenbild: © Ding Lei/dpa

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