Nervenkrämpfe möglich

Walnüsse im Herbst: Nüsse können giftig sein - worauf man beim Sammeln achten muss

Hände halten viele Walnüsse
+
Walnüsse sind lecker – können aber auch giftig sein.

Im Herbst sind sie reif: Walnüsse. Die leckeren Nüsse können gesammelt und getrocknet werden, aber Vorsicht! Einige können giftig sein.

Dortmund – Bei einem Spaziergang im Herbst durch den Wald findet man so einiges, was gesammelt und verspeist werden kann. Kastanien, Pilze und Nüsse haben zu dieser Jahreszeit ihre Hochzeit. Doch Vorsicht! Nicht nur beim Sammeln von Pilzen gibt es einiges zu beachten, auch Walnüsse haben ihre Tücken.

PflanzeEchte Walnuss
Wissenschaftlicher NameJuglans regia
Höhere KlassifizierungWalnüsse
ErhaltungszustandPotenziell gefährdet (Abnehmend)
FamilieWalnussgewächse (Juglandaceae)

Walnüsse im Herbst sammeln: Wann die leckeren Nüsse reif und wann sie giftig sind

Wer einen imposanten Walnussbaum im Wald entdeckt – die Bäume können bis zu 25 Meter hoch werden und bis zu 150 Kilogramm Nüsse tragen – muss aufpassen. Walnüsse sollten unbedingt nur im reifen Zustand verspeist werden, andernfalls können sie giftig für Mensch und Tier sein (mehr Service-News bei RUHR24.de).

Die leckeren Nüsse im Inneren der Frucht sind erst reif, wenn die äußere grüne Schale sich allmählich braun verfärbt und aufplatzt. Nüsse sollten zudem nur gesammelt werden, wenn sie bereits von allein zu Boden gefallen sind. Nur dann kann man davon ausgehen, dass die Nüsse vollständig ausgereift sind.

Gefährliche Walnüsse: Durchfall und Nervenkrämpfe drohen

Wer zu ungeduldig ist und eine unreife Walnuss isst, läuft laut plantopedia Gefahr, Durchfall und Magen- Darmbeschwerden zu bekommen. Denn die unreifen Nüsse enthalten oft Gerbsäure. Aber das ist nicht die einzige Gefahr.

In manchen Fällen ist die grüne Schale im Inneren mit toxinbildenden Pilzen infiziert, dadurch bilden sich im inneren Giftstoffe, die zu Nervenkrämpfen führen können. Diese gefährlichen Pilze können mit dem bloßen Auge nicht erkannt werden, daher darf die grüne Schale der Walnüsse auf keinen Fall verzehrt werden (weitere Warnungen bei RUHR24.de).

Video: Der Weg der Walnuss

Vergiftung durch Walnüsse: Auch Hunde und Katzen gefährdet

Aber auch eingelagerte Walnüsse können mit diesem Pilz infiziert sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Walnüsse mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken nicht verzehren, sondern besser direkt entsorgen.

Und nicht nur wir Menschen sind durch infizierte Walnüssen gefährdet, auch Hunde und Katzen können sich eine Vergiftung zuziehen, wenn sie eine infizierte Nuss fressen. Zu den Vergiftungserscheinungen zählen:

  • Erbrechen
  • Zittern
  • Nervenkrämpfe

Walnüsse im Herbste sammeln und trocknen – es ist Geduld gefragt

Aber auch reife Walnüsse können gefährlich werden. Nicht selten spielen Hunde gerne mit den in der Schale verpackten Nüssen. Doch wenn sie die Walnüsse zerbeißen, können harte Schalensplitter das Maul und den Magen-Darmtrakt verletzen.

Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, Walnüsse zu sammeln, kann einige Tipps befolgen. Für den sicheren Walnuss-Genuss ist Geduld angesagt, beim Sammeln wie auch beim Trocknen:

  • Walnüsse können vom Boden aufgesammelt werden, sie dürfen auf keinen Fall vom Baum abgeschlagen werden. Das tut dem Baum nicht gut und hat Auswirkungen auf die nächste Ernte im folgenden Jahr.
  • Wer sich über einen Walnussbaum im Garten freuen darf, sollte regelmäßig die abgefallenen Nüsse aufsammeln. Liegen sie zu lange im – feuchten – Gras, beginnen sie zu schimmeln.
  • Die gesammelten Walnüsse werden anschließend sorgfältig gereinigt, bevor der Trockungsprozess beginnt.
  • Zum Trocknen muss die grüne Außenschale komplett entfernt werden. Dazu die Schale abpellen und eventuelle Reste mit einer Bürste entfernen. Auf keinen Fall die Walnüsse mit Wasser waschen: Feuchtigkeit könnte durch die harte Schale eindringen und die Nuss verderben. Dabei unbedingt Handschuhe tragen, denn die in der äußeren Schale enthaltenen Gerbsäuren färben die Finger braun.
  • Um die Nüsse zu trocknen, werden sie einlagig in flachen Kisten, auf Sieben oder einem alten Handtuch an einem warmen Ort gelagert. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sind ideal, wärmer als 30 Grad sollte es auf keinen Fall werden – dann könnten die Walnüsse ranzig werden.
  • Die Nüsse können bei entsprechenden Temperaturen auch draußen getrocknet werden, nachts sollte man sie aber wieder ins Haus holen.
  • Die Walnüsse müssen regelmäßig gedreht werden, sodass alle Seiten ausreichend Luft bekommen.
  • Der Trocknungsprozess dauert zwischen drei und sechs Wochen. Sie sind ausreichend getrocknet, wenn sie die Hälfte ihres Gewichts verloren haben – also die Nüsse vorher wiegen!

Die Nüsse im Backofen zu trocknen würde theoretisch schneller gehen, aber davon ist abzuraten. Zwar entweicht die Feuchtigkeit der Walnüsse im Ofen, doch ist die Hitze alles andere als gut für die enthaltenden Fette in den Nüssen – sie werden schnell ranzig. Sind die Walnüsse getrocknet, halten sie sich mehrere Monate. Wichtig ist, dass sie weiterhin trocken und luftig gelagert werden.