Ungebetener Gast

Darum sollte man zwischen den Jahren niemals die Wäsche waschen

Zwischen den Jahren sollte dreckige Wäsche lieber nicht gewaschen werden. Denn andernfalls könnten laut einem Mythos böse Überraschungen drohen.

Dortmund – Zwischen den Jahren mal so richtig entspannen und alltägliche Hausarbeit ruhen lassen: Das nehmen sich viele für die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester sowieso vor. Doch laut einer uralten Regel sollte man während diesem Zeitraum die Wäsche auf keinen Fall waschen. Der Grund dafür sind die sogenannten Rauhnächte. Aber was steckt hinter dem Mythos?

Zwischen den Jahren niemals die Wäsche waschen: uralte Regel für die Rauhnächte

Vielleicht ist dem ein oder anderen der Mythos zu den Rauhnächten bekannt. Denn auch heute halten sich einige Menschen an das „Verbot“, im Zeitraum vom 24. Dezember bis zum 6. Januar die Wäsche nicht zu waschen.

Zeitlich fallen die Nächte um die Wintersonnenwende. Sie gibt den kürzesten Tag des Jahres an. Die Rauhnächte sind die sechs Nächte vor der Wintersonnenwende und die sechs Nächte danach. Auch die Nacht vom 20. bis zum 21. Januar wird als Rauhnacht bezeichnet. An diesen Tagen und Nächten darf laut einem alten Geisterglauben die Wäsche weder gewaschen noch aufgehängt werden.

Dabei handelt es sich um einen uralten Aberglauben aus dem Heidentum. Er besagt, dass sich das Tor zum Geisterreich genau in diesem Zeitraum öffne. Um sich keine ungebetenen Gäste aus dem Reich der Toten ins Haus zu holen, müssten bestimmte Regeln befolgt werden. Dazu gehört auch, die Wäsche nicht zu waschen oder aufzuhängen.

Denn wenn das Tor zum Geisterreich geöffnet ist, jagen die Seelen der Toten als Geister und Dämonen umher und verbreiten Unglück. Laut dem heidnischen Brauch drohe Zeugen dieses Rituals der Tod (mehr Service-Themen bei RUHR24).

Geisterglaube zwischen den Jahren – niemals Bettwäsche waschen und aufhängen

Insbesondere das Waschen und Aufhängen von Bettwäsche gilt laut dem religiösen Brauch als gefährlich. Denn die Geister aus dem Totenreich würden diese stehlen und ein Mitglied aus dem Haushalt mit in den Tod reißen. Ein anderer Aberglaube besagt, dass die Geister sich in den weißen Laken verfangen würden und so provoziert werden. Dann drohe der Familie angeblich großes Unglück.

Ein alter Brauch besagt, zwischen den Jahren keine Wäsche zu waschen.

Einigkeit gibt es in diesem Mythos also nicht. Wie Merkur zusammenfasst, sind das die wichtigsten Rauhnächte im Jahr:

  • 20. und 21. Dezember – Nacht auf den Thomastag (kürzester Tag des Jahres)
  • 24. und 25. Dezember – Heiligabend, Christnacht
  • 31. Dezember und 1. Januar – Silvester und Neujahr
  • 5. und 6. Januar – Dreikönigstag, Epiphaniasnacht

Zwischen den Tagen die Wäsche nicht waschen – Geisterglaube hat keine wissenschaftlichen Beweise

Ob der Zorn der bösen Geister zwischen den Jahren wirklich droht, ist wissenschaftlich nicht belegt. Es handelt sich bei diesem Geistermythos lediglich um einen Aberglauben. Dass die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester als etwas Besonderes wahrgenommen wird, geht bereits auf viele ältere Generationen und Kulturen zurück.

Es gibt also keinen Grund zur Sorge, dass ungebetene Geister in die Häuser treten könnten. Wer sich daher doch dazu entscheidet, die Wäsche zu waschen, könnte auf den ein oder anderen Wäsche-Lifehack zurückgreifen.

Übrigens: Auch der Brauch an Silvester Raketen zu zünden und mit Feuerwerk ordentlich Lärm zu machen, geht auf einen alten Aberglauben aus dem Heidentum zurück. Mit dem Krach sollen böse Geister vertrieben werden.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Zoonar/Wodicka/Imago; Collage: RUHR24