Für und Wider

Wäsche waschen mit Regenwasser spart 300 Euro – doch nicht jeder profitiert

Regenwasser steht zur freien Verfügung. Da bietet sich die Verwendung im Haushalt an, oder etwa nicht? Doch nicht jeder kann dadurch Geld sparen.

Dortmund – Die Verwendung von Regenwasser im Haushalt kann die Umwelt und den Geldbeutel entlasten. Aber bevor Geld eingespart werden kann, muss zuerst ein großer Aufwand betrieben werden. Damit geht auch ein Risiko einher.

Wäsche waschen mit Regenwasser spart Waschmittel ein

Regenwasser kann tatsächlich im Haushalt eingesetzt werden – beispielsweise, um die eigene Wäsche zu waschen. Wer nun daran denkt, seine Klamotten in der altbekannten Regentonne zu schrubben, der irrt. Die Techniken zur Nutzung von Regenwasser sind so ausgereift, dass es vom Garten in den Haushalt geleitet werden kann, wie das Umweltbundesamt berichtet.

Und das hat den Vorteil, dass die Wäsche rund 20 Prozent weniger Waschpulver benötigt, wie 24garten.de berichtet. Denn das Regenwasser ist „weich“, was bedeutet, dass es weniger Kalk enthält als Wasser aus der Leitung. Daher wird Leitungswasser oft als „hart“ bezeichnet. Das spart beim Waschen Geld.

Regenwasser im Haushalt nutzen: Bau- und Wartungskosten für Anlage sind hoch

Wie viel Geld mit dem Wäsche-Trick im Endeffekt gespart werden kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Ersetzt ein Vier-Personen-Haushalt einen Teil des Leitungswassers durch Regenwasser, kann dieser zwar bis zu 300 Euro im Jahr einsparen. Doch für den Gebrauch von Regenwasser im Haushalt ist eine Regenwassernutzungsanlage vonnöten.

Die Anlage bewirkt, dass das Regenwasser durch Rohre in den Haushalt gelangt und sich das Trinkwasser nicht mit dem Regenwasser vermischt. Die Anschaffungs- und Wartungskosten sind vergleichsweise hoch. Laut Umweltbundesamt kostet der Bau bis zu 5000 Euro (mehr Lifehacks auf RUHR24).

Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von ungefähr 100 Euro. Regenwassernutzungsanlagen bedürfen regelmäßiger Überwachung und Pflege. Erst nach rund zehn Jahren hat sich die Anschaffung rentiert. Die Verbraucherzentrale gibt auch zu bedenken, dass sich die Anschaffung meist nur dann lohnt, wenn sie in den Plan eines Neubaus integriert ist.

Regenwasser für die Wäsche nutzen: hygienisches Risiko

Hinzu muss das hygienische Risiko bei dem Wäschewaschen mit Regenwasser beachtet werden. Die enthaltenen Keime werden in der Regel bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine abgetötet. Doch wird die Wäsche mit kaltem Wasser nachgespült, können gesundheitliche Risiken für immunschwache Menschen entstehen.

Wäschewaschen geht auch mit Regenwasser.

So beispielsweise für Kleinkinder, ältere Menschen oder Kranke. Das heiße Bügeln der Wäsche schützt demnach gegen diese Risiken. Wird das Regenwasser jedoch für die Toilettenspülung verwendet, besteht keine Gefahr. Doch dann können wiederum Abwasserentgelte anfallen.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago; Westend61/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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