Schimmel, Asthma, Allergie

Wäsche trocknen in der Wohnung kann gefährlich und teuer werden

Die Wäsche in der Wohnung aufzuhängen, erspart Verbrauchern oft den Trockner. Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn es kann schnell Schimmel entstehen.

Deutschland – Im Herbst und Winter bei „Usselwetter“ liegt es nahe, den Wäscheständer mit der nassen Kleidung innerhalb der Wohnung zu platzieren. Von Vermietern ist dies zwar nicht gerne gesehen, doch rechtlich sind sie im Zweifel gegenüber den Mietern im Nachteil.

JahreszeitHerbst
Dauer (kalendarisch)23. September bis 21. Dezember
Dauer (meteorologisch)1. September bis 30. November

Wäsche im Herbst und Winter trocknen – aufpassen beim Aufhängen in der Wohnung

Der Deutsche Mieterbund weist darauf hin, dass Klauseln im Mietvertrag, die es verbieten, die Wäsche in den Räumen zum Trocknen aufzuhängen, unwirksam seien. Selbst, wenn es einen Gemeinschaftskeller für Waschmaschinen und Trockner gibt, gelte eine solche Regel nicht. Auch die Vorschrift, einen Trockner anzuschaffen, sei nicht rechtens. Trotzdem sollten Verbraucher die zusätzlichen Möglichkeiten außerhalb der Wohnung nutzen.

Dabei kommt es laut dem Deutschen Mieterbund auf die Artikel an, die nach dem Waschgang trocknen müssen. Handelt es sich um „große Wäsche“, sollten Räume, wie Trockenkeller oder Speicher genutzt werden. Bei „kleiner Wäsche“ empfehlen die Experten, eine Wäscheleine auf dem Balkon zu spannen oder eine Wäschespinne dort aufzustellen. Das hat zudem den Vorteil, dass die Kleidung weniger miefig riecht und durch den Wind zudem weicher wird (weitere News zu Lifehacks bei RUHR24).

Falls dies nicht möglich ist, können Mieter etwa das Badezimmer dafür nutzen. Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn man die Wäsche in der Wohnung aufhängt.

Wäsche trocknen in der Wohnung – bei Schimmel kann es teuer für Mieter werden

Denn es ist notwendig, dass Mieter ausreichend in den Räumen lüften. Andernfalls können schnell Feuchtigkeitsschäden, wie Schimmel, entstehen. Sind die dunklen Flecken erstmal an den Wänden, kann der Mieter dafür verantwortlich gemacht werden. Sodass er diese beseitigen lassen soll – entschieden wird dies nach Angaben der R+V-Versicherungen allerdings im Einzelfall. Und das kann teuer werden. Dabei kann eine Summe von „mehr als 1.000 Euro“ entstehen. Im Falle von Sanierungen können es noch höhere Kosten sein.

Aber auch für die Gesundheit gibt es Risiken. Denn in den Pilzen des Schimmels sind Poren, die Allergien oder auch Asthma verursachen können.

Schimmel an Wänden schadet der Gesundheit.

Umso wichtiger ist es daher, dass Verbraucher dem Schimmel in der Wohnung durch richtiges Heizen im Herbst und Winter oder durch das korrekte Trocknen von Kleidung und Co. keine Chance geben. Die R+V-Versicherung empfiehlt deshalb, die „Wäsche nicht in fensterlosen Badezimmern oder kalten, unbeheizten Zimmern trocknen“. Dort könne sich besonders zügig Schimmel bilden.

Wäsche in der Wohnung trocknen – Raumtemperatur und Lüften beachten

Um die feuchte Luft beim Trocknen der Wäsche aus der Wohnung zu bekommen, helfe „regelmäßiges kurzes Stoßlüften“. Waschmittel-Hersteller Perwoll empfiehlt sogar, für Durchzug zu sorgen. Der Deutsche Mieterbund weist zudem darauf hin, dass eine „ordnungsgemäße Ablüftungsvorrichtung“ genutzt werden muss, sofern diese vorhanden ist. Am besten sollte die Wäsche bei 20 Grad Raumtemperatur trocknen.

Kleidung muss nach der Wäsche nicht in den Trockner wandern.

Die Temperatur sollte dabei niemals unter 10 Grad Celsius fallen. Andernfalls entweiche die Feuchtigkeit direkt in Wände und Decken statt in die Luft. Das Heizen in der Wohnung sollte darauf abgestimmt sein, um Kosten zu sparen. Das bedeutet: Während dem Stoßlüften oder Durchzug durch zwei gegenüber liegende Fenster sollte die Heizung für die Dauer heruntergedreht werden.

Und schon vorab lässt sich der Vorgang beschleunigen und Schimmel in der Wohnung verhindern. So hilft beispielsweise eine hohe Drehzahl beim Schleuderprogramm der Waschmaschine. Zudem ist es ratsam, die Kleidungsstücke auszuschütteln und großflächig auf der Leine oder dem Wäscheständer aufzuhängen. Damit die Wäsche ausreichend Platz hat, ist zudem eine zweite Möglichkeit zum Trocknen sinnvoll. Alternativ finden Hemden, Blusen, Kleider und Jacken Platz auf Kleiderbügeln.

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