Gesundheit

Wärmeflasche statt Heizung: Sparmaßnahme kann gefährlich enden

Wärmflaschen sind im Herbst und Winter hoch im Kurs. Doch sie können auch für Probleme sorgen.

Dortmund – Wenn es draußen kalt und nass ist, kann eine Wärmflasche ein entscheidender Gemütlichkeitsfaktor werden. Eingekuschelt auf der Couch oder auf schmerzenden Muskeln angewendet, kann eine Wärmflasche wahre Wunder wirken. Bei falscher Anwendung allerdings droht sogar eine „getoastete Haut“.

GegenstandWärmflasche
optimale Temperatur47 Grad für Erwachsene, niedriger als 40 Grad für Kinder
PhänomenToasted-Skin-Syndrom; Erythema ab igne

Wärmflasche wird bei falschem Gebrauch zur Hitze-Falle – Haut wird „getoastet“

Besonders in Zeiten wie diesen, in der die Energiepreise steigen und das Sparen von Strom und Gas immer wichtiger werden, kann eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen für Wärme und Wohlbefinden sorgen. Schließlich sind die Hilfsmittel einfach anzuwenden und man kann sie nahezu überall mitnehmen.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil – vor allem bei übermäßigem Gebrauch. Die dauerhafte und direkte Wärme auf der Haut erhöht die Gefahr von „getoasteter Haut“. Dermatologinnen und Dermatologen nennen dieses Phänomen „Toasted-Skin-Syndrom“ oder auch „Erythema ab igne“, was auf Altgriechisch „Röte durch Feuer“ bedeutet (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Anders als die Bezeichnung vielleicht suggeriert, handelt es sich dabei nicht um eine Verbrennung der menschlichen Haut. Dafür sind die Temperaturen, die ein rotbräunliches Netz auf der Haut entstehen lassen, viel zu niedrig.

Aber bereit bei 43 bis 47 Grad Celsius können Hautprobleme auftauchen – also genau die Temperatur, die Ärzte bei einer Wärmflasche-Anwendung empfehlen.

„Toastet-Skin-Syndrom“ als Berufskrankheit – Auch ein Laptop kann Haut schädigen

Doch was passiert, wenn die Haut „getoastet“ wird? Dermatologen gehen davon aus, dass die intensive Wärme Schäden in den Blutgefäßen verursacht. Die Hitze erweitert zunächst die Adern – die Haut rötet sich. Kommt es dann zu Schädigungen, treten rote Blutkörperchen aus. Ihre Abbauprodukte – Hämosiderin genannt – lagern sich in der Haut ab. Dadurch kommt es zur Verfärbung der Haut, einer sogenannten Hyperpigmentierung, erklärt Dermatologin Esther Wißmüller gegenüber der DPA.

Dieses Phänomen tritt übrigens nicht nur bei Wärmflaschen auf. Laut der Ärzte-Zeitung gibt es ähnliche Hautprobleme bei zu langem Gebrauch eines Laptops auf den blanken Oberschenkeln. Auch bei Bäckern, Köchen, Schmieden und Glasbläsern ist das „Toasted-Skin-Syndrom“ zu beobachten. Alles Berufe, in denen Hitze eine Rolle spielt.

Eine Wärmflasche kann für Gemütlichkeit sorgen, aber auch für eine „getoastete Haut“.

„Getoastete Haut“ kann chronisch und gefährlich werden – Wärmflasche als Gefahrenherd

Die „getoastete Haut“ ist zwar nicht unbedingt schmerzhaft, allerdings können die Hautprobleme chronisch werden. „Wenn die Wärmeanwendung regelmäßig über einen längeren Zeitraum erfolgt, wird die Hautveränderung chronisch. Das heißt, das Erythema ab igne ist dauerhaft und geht nicht mehr weg“, sagt Dermatologin Friederike Wagner der Deutschen Presse-Agentur.

Eine weitere Warnung der Ärztin: Falls ein rot-bräunliches Netz auf der Haut festgestellt wird, sollte man dennoch einen Facharzt aufsuchen. Denn es gebe auch Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild.

Und wie kann ein gemütlicher Abend mit Wärmeflasche gelingen, ohne gleich eine „getoastete Haut“ zu bekommen und ohne die Heizung aufdrehen zu müssen? Die Dermatologin empfiehlt, nicht jeden Abend mit Wärmflasche, Heizdecke oder Körnerkissen zu kuscheln. Vor allem bei Kindern sollte ab einer Temperatur von 40 Grad besondere Vorsicht gelten. Mit DPA-Material

Rubriklistenbild: © Emma Innocenti/ imago

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