Im Straßenverkehr

Neue Vorfahrtsregel gilt in Deutschland – Autofahrer sollen sich „verständigen“

In Deutschland gilt eine neue Vorfahrtsregel. Diese sollten Autofahrer unbedingt beachten.

Dortmund – Aufgrund eines neuen Beschlusses des Bundesgerichtshofs müssen sich Autofahrer im Straßenverkehr nun umstellen. Verkehrsteilnehmer von Rechts haben an einer bestimmten Stelle keine Vorfahrt mehr.

VerkehrsregelGebot der wechselseitigen Rücksichtnahme
Folgenkein Vorrang für das rechts fahrende Fahrzeug
Entschiedenam 08.03.2022

Neue Verkehrsregel: An dieser Stelle haben Autofahrer von Rechts keine Vorfahrt mehr

An den Orten, wo sich zwei Fahrstreifen zu einem verbinden, sollten Autofahrer vorsichtig sein und nach Angaben von chip.de nicht auf die eigene Vorfahrt bestehen. Denn „ein regelhafter Vorrang eines der beiden bisherigen Fahrstreifen besteht nicht“, entschied der Bundesgerichtshof. Auch Fahrzeuge auf der rechten Spur habe keine Vorfahrt. Stattdessen soll das sogenannte „Gebot der wechselseitigen Rücksichtnahme“ gelten.

Diese Entscheidung wurde bereits im März getroffen und am Montag in Karlsruhe veröffentlicht. Doch auch andere Änderungen gelten seit diesem Jahr für Autofahrer. Grund für das neue Gesetz sei ein Unfall, der sich 2018 in Hamburg ereignet haben soll. Dabei handelte es sich um ein Auto und einen LKW, welche nebeneinander gefahren sind – das Auto soll sich auf der rechten und der Laster auf der linken Spur befunden haben.

Hinter einer Ampel soll die Strecke dann zu einer Spur zusammengeführt worden sein. Dies wurde mit dem Zeichen für „beidseitige Fahrbahnverengung“ angekündigt. Der LKW-Fahrer zog somit nach rechts, da er das Auto nicht gesehen haben soll. Die Autofahrerin ging hingegen davon aus, dass sie Vorfahrt habe. Somit kam es zu einem Unfall, bei dem beide Fahrzeuge beschädigt wurden.

Neue Vorfahrtsregel: Deshalb sollten sich Verkehrsteilnehmer an die neue Regel halten

Nach Angaben des Bundesgerichtshofs trägt in diesem Fall allerdings nicht nur der Lastwagenfahrer die Schuld an dem Unfall. Denn anders als bei der sogenannten „einseitig verengten Fahrbahn“ endet nicht nur ein Fahrstreifen, sondern beide Fahrstreifen werden in einen übergeführt.

Deshalb gäbe es dabei andere Regeln, denn diese Situation führe „zu einer erhöhten Sorgfalts- und Rücksichtnahmepflicht der auf beiden Fahrstreifen auf die Engstelle zufahrenden Verkehrsteilnehmer“. Dies entschieden die obersten Zivilrichter. Somit hätten sich die beiden Fahrer vor dem Rüberziehen absprechen müssen, wer zuerst fährt.

Wer hat Vorfahrt, wenn aus zwei Fahrspuren eine wird? Laut Bundesgerichtshof niemand. Es gilt gegenseitige Rücksichtnahme.

„Gelingt die Verständigung nicht, sind sie dazu verpflichtet, im Zweifel jeweils dem anderen den Vortritt zu lassen“, besagt das neue Gesetz. Wer rechts fährt und wer links, soll demnach überhaupt keine Rolle mehr spielen.

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