Fütterung in der Stadt

Vögel im Winter füttern: Diese Regeln gelten für Mieter

Mit dem Herbst beginnt für viele Menschen wieder die Zeit der Vogelfütterung. Wer keinen Garten hat, kann auch auf dem Balkon Vögel füttern – sollte aber einiges beachten.

Deutschland – Auch ohne Garten lassen sich Vögel mit dem passenden Futter anlocken. Allerdings freut sich nicht jeder über gefiederten Besuch auf Nachbars Balkon. Wie der Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) erklärt, führt die Fütterung in der Stadt daher regelmäßig zu Problemen zwischen Vermieter und Mieter.

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)deutsche, nichtstaatliche Organisation
ZielNatur- und Umweltschutz
SitzBerlin

Vogel-Füttern auf dem Balkon: Nicht immer gern gesehen, aber erlaubt

Grundsätzlich gilt: Auch wenn die Fütterung von Vögeln ein beliebtes Streitthema zwischen Nachbarn ist – sie ist erlaubt, wie der LBV verdeutlicht.

Auch das Füttern auf dem Balkon einer Mietwohnung könne ein Vermieter laut einem Urteil des Landgerichts Berlin seinem Mieter nicht untersagen. Es dürfe auch nicht zu einer Mietminderung führen. Die Berliner Richter hätten dies damit begründet, dass das Füttern von Vögeln in Deutschland weit verbreitet sei, erklärt der LBV.

Vögel brauchen im Winter Futter-Unterstützung – aber nicht jeder hat einen Garten. (Symbolbild)

Vögel füttern auf dem Balkon – die Hygiene ist das A und O

Die grundsätzliche Erlaubnis gelte aber nur, solange es nicht zu übermäßig starker und gesundheitlich bedenklicher Verschmutzung komme. Daher sei das Füttern von Tauben gänzlich verboten, da von ihnen sowohl gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen als auch Schäden durch Verschmutzungen an Hausfassaden drohen.

Aber auch bei der Fütterung anderer Vogelarten müssen Balkon-Besitzer einige Tipps befolgen. Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen rät: „Auch auf Balkonen sollten grundsätzlich keine Massenfutterplätze eingerichtet werden.“

Große Leser-Umfrage bei RUHR24

RUHR24 will es wissen. Wir rufen dich auf, uns deine Meinung zu sagen. Am besten direkt bei der Umfrage mitmachen und sich am Ende noch die Chance auf einen Gewinn sichern.

Und weiter: „Wird das Vogelfutter einfach ausgestreut, besteht die Gefahr, dass es schnell verschmutzt, verschimmelt oder keimt.“ Große Futterhäuser, in denen die Vögel durch ihren eignen Kot laufen, seien daher keine gute Idee. Denn mehr noch als im Garten komme es auf dem Balkon auf die Hygiene an (News rund um Garten auf RUHR24).

Vogelfütterung auf dem Balkon – Expertentipps, um Schmutz zu vermeiden

Stattdessen raten der NABU Niedersachsen sowie LBV.de Balkonbesitzern Folgendes für die Vogelfütterung:

  • Empfehlenswert sind Futtergeräte wie Futterschütten und Futtersäulen, die auf Säulen gesetzt, aufgehängt oder an der Balkonbrüstung angeschraubt werden können. So bleibt das Futter sauber und gegen Nässe geschützt.
  • Bei der Montage fester Futterplätze ist darauf zu achten, dass Reste oder Kot nicht direkt zum Nachbarn wehen können.
  • Am besten bietet sich hochwertiges Futter ohne viele Füllstoffe an – sodass weniger Reste anfallen, die zum Nachbarn rieseln. Bei Sonnenblumenkernen sind beispielsweise solche ohne Schale zu bevorzugen.
  • Um dem vorzubeugen, kann man auch spezielle Auffangschalen unter der Futterstelle befestigen. Diese sollten aber täglich gereinigt werden.
  • Bestenfalls sollten Balkonbesitzer solche Futtergeräte wählen, die für Tauben nicht zugänglich sind.
  • Futterhäuschen können dazu beispielsweise mit einem Maschendraht umgeben werden, sodass nur kleinere Vögel an das Futter gelangen.
  • Wer einen großen Balkon hat, kann auch gleich mehrere kleine Futterplätze einrichten. Der Vorteil: So können verschiedene Arten darauf zugreifen und fliegen sich gegenseitig nicht in die Quere. 

Übrigens: Selbst, wer keinen Balkon hat, muss aufs Vogelfüttern nicht verzichten. Wie der NABU Niedersachsen erklärt, gebe es beispielsweise im Handel spezielle Mini-Futterhäuser, die sich per Saugnapf am Fenster anbringen lassen. Es sei „erstaunlich, wie viele Vögel selbst eine solch kleine Futterquelle nutzen,“ bemerkt NABU-Mitglied Rüdigers Wohlers dazu.

Rubriklistenbild: © Jean-Francois Monier/AFP

Mehr zum Thema