Überdosis ist gefährlich

Vitamin D: Verbraucherschützer warnen vor Lebensmitteln ohne Zulassung

Die Verbraucherzentralen haben die Vitamin-D-Zufuhr in verschiedenen Lebensmitteln überprüft. Dabei mussten sie Erschreckendes feststellen.

Deutschland – Erstmal verbindet wohl jeder mit Vitamin D etwas Gutes: Es ist das Vitamin, das der Körper selbst produziert, wenn er genug Sonnenstrahlen abbekommt. Doch eine Überdosis ist gefährlich.

VitaminD
Täglicher Bedarfetwa 20 µg (800 IE) täglich (Summe aus Hautproduktion und Nahrungsaufnahme)
Folgen bei MangelRachitis, Osteomalazie

Vitamin D in Lebensmitteln: Verbraucherzentrale macht erschreckende Erkenntnisse – Gesundheitsgefahr

Dann drohen akute Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. In schweren Fällen könne es sogar zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen, so das Institut.

Wichtig: Die Vergiftung könne aber nicht über die körpereigene Vitamin-D-Bildung erreicht werden. Jedoch durch die Aufnahme von Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel und hoch dosierte Medikamente (weitere Warnungen bei RUHR24).

Vitamin D: Verbraucherzentralen warnen vor Überbelastung – Großteil der Produkte ohne Zulassung

Und hier warnen die Verbraucherzentralen. Sie führten eine Stichprobe durch. Dafür gingen sie in Discounter, Supermärkte, Drogeriemärkte und Reformhäuser. Die Erkenntnis: Von 112 überprüften Produkten waren 68 – also 61 Prozent – mit Vitamin D angereichert, ohne dafür eine Erlaubnis zu haben. 13 von ihnen überschritten gar die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Höchstmenge pro Tag. Das kann zur Gefahr für die Gesundheit führen.

In Deutschland ist eine Zugabe von Vitamin D nur in Streichfetten und Margarine zugelassen. Einige Produkte dürfen mit UV behandelt werden. Bei anderen Produkten bedarf es einer Genehmigung. Ein Vitamin-D-Präparat musste zuletzt aufgrund der Belastung zurückgerufen werden.

Verbraucher sollten aufpassen, was in ihrem Einkaufswagen landet. Bei einer Stichprobe überschritten viele Produkte den Höchstwert für Vitamin D.

Vitamin D: Warnung vor gefährlicher Überdosis – namhafte Marken sind betroffen

Überprüft wurden Cerealien, Süßigkeiten, Getränke, Milchprodukte, Milchersatzprodukte und UV-behandelte Produkte. Besonders bedenklich: In allen überprüften Milchersatzprodukten (30), allen getesteten Süßigkeiten (3) und einem Großteil der Getränke (15 von 16) in der Stichprobe wurde die Höchstmenge überschritten.

Das BfR empfiehlt bei derartigen Produkten nämlich keinerlei Zugabe von Vitamin D. Überprüft wurden unter anderem namhafte Marken wie Alpro, Actimel, Amecke oder Hohes C. Genauere Informationen und alle getesteten Produkte listet die Verbraucherzentrale auf.

Vitamin D in Lebensmitteln: Das können Verbraucher tun

Aus Sicht der Verbraucherzentralen dürften also 61 Prozent der getesteten Produkte nicht auf dem Markt sein. Es laufe eine Anfrage beim Bundesamt für Verbraucherschutz, diese aus dem Verkauf zu nehmen.

Verbraucher können sich indes vor einer zu hohen Vitamin-D-Zufuhr schützen, indem sie die Verpackungen überprüfen. Hier werden in der Regel die genauen Angaben genannt. Die empfohlenen Richtwerte listet das BfR auf. Auch liefern Eier, Pilze sowie fetthaltige Fische Vitamin D.

Darüber hinaus soll es auch im Winter schöne Tage geben. Die Chance sollte jeder für einen Winter-Spaziergang nutzen. Einfach Schuhe an, Mantel übergeworfen und das Gesicht gen Sonne gestreckt.

Rubriklistenbild: © Charly Triballeau/AFP

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