Erstickung droht

Bundesamt warnt: Obst-Rückruf wegen kurioser Verwechslungsgefahr

Es gibt einen ungewöhnlichen Rückruf. Es geht nicht um ein Lebensmittel, sondern um ein Produkt, das nur so aussieht wie eins. Das Bundesamt warnt.

Dortmund – Immer wieder müssen Produkte aus unterschiedlichen Gründen zurückgerufen werden. Überschrittene Grenzwerte, Verunreinigungen oder Produktionsfehler sind häufig die Ursache. Auf den aktuellen Rückruf trifft das allerdings nicht zu, der Anlass ist eine gefährliche Verwechslung.

Kurioser Rückruf von Trauben – Gesundheitsamt führt Untersuchung durch

Konkret geht es bei dem Rückruf um Trauben. Doch nicht etwa um das süße Obst, sondern um eine Attrappe. Das Gesundheitsamt kam im Rahmen einer Untersuchung zu dem Schluss, dass das Plastik-Obst echten Trauben optisch zu ähnlich sei. Das teilte der Hersteller, die Steinigke Showtechnic GmbH, mit und veranlasste den Rückruf.

Folgende Deko-Trauben dürfen nicht länger verkauft und verwendet werden:

  • 1. Artikel: Trauben mit Blättern, künstlich, grün
    Artikelnummer: 83309251
  • 2. Artikel: Trauben mit Blättern, künstlich, rot
    Artikelnummer: 83309248 
Diese Plastik-Trauben in rot und grün sind von einem Rückruf betroffen. Es besteht Verwechslungsgefahr.

Rückruf von Deko-Trauben: Bundesamt warnt vor Gesundheitsgefährdung und Erstickung

Das Gesundheitsamt rechnet laut dem Hersteller damit, dass die Trauben insbesondere von Kindern mit echten Früchten verwechselt und dann aus Versehen gegessen werden könnten.

Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angibt, kann es beim Verschlucken von Teilen der künstlichen Trauben zur Gesundheitsgefährdung und im schlimmsten Fall zur Erstickung kommen.

Auch echte Lebensmittel können aufgrund von Produktionsfehlern mit Fremdkörpern – beispielsweise aus Plastik, Holz oder Metall – verunreinigt sein, weshalb es nicht selten zum Rückruf kommt. Die Warnung lautet auch hier stets, dass das Verschlucken von Fremdkörpern zum Gesundheitsrisiko werden kann.

Rückruf: Fremdkörper verschlucken kann gefährlich werden

Doch was ist zu tun, wenn man nun doch einen Fremdkörper oder wie in dem aktuellen Fall eine Plastik-Traube verschluckt hat? Wenn man sich nicht sicher ist, ob man aus Versehen etwas Derartiges gegessen, ist das erstmal ein gutes Zeichen.

Denn dann handelt es sich meistens um einen sehr kleinen Fremdkörper, mit dem der Körper in der Regel selbst fertig wird, ohne dass es zu dramatischen Folgen kommen muss. Horrorgeschichten von inneren Blutungen oder Erstickung sind eher eine Seltenheit.

Ist man sich sicher, einen Fremdkörper verschluckt zu haben, sollte man zunächst Ruhe bewahren und beobachten, ob mögliche Symptome auftreten. Das können unter anderem Schmerzen oder Blut im Mund- und Rachenraum sowie in der Speiseröhre sein. Ist das der Fall, sollte ein Arzt verständigt werden.

Rückruf von Trauben aus Plastik – Artikel wurde bundesweit verkauft

Deshalb sollten Verbraucher den Rückruf unbedingt ernst nehmen und aufpassen, wenn sie selbst Obst für Dekorationszwecke gekauft haben oder in einem Restaurant sind, das Plastik-Trauben bei der Einrichtung verwendet.

Die Steinigke Showtechnic GmbH, ein Hersteller für Veranstaltungstechnik und Dekorationsprodukte, weist selbst darauf hin, dass man davon ausgeht, dass die künstlichen Trauben vorwiegend von Gastrobetrieben gekauft wurden. Allerdings hat die Firma auch einen Online-Shop, sodass auch Privatpersonen von dem Rückruf betroffen sein könnten. Sollte das der Fall sein, können Kunden die Trauben zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet.

Das BVL ergänzt den Hinweis, dass nur Kunden aus den folgenden Bundesländern von dem Rückruf betroffen sind: Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Der Hersteller selbst gibt jedoch an, dass das Plastik-Obst bundesweit verkauft wurde.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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