Egal ob Internet- oder Handyvertrag

Vertrag kündigen wird ab sofort dank neuem Gesetz deutlich einfacher

Eine Gesetzesänderung macht es möglich, leidige Verträge deutlich einfacher zu kündigen, als sonst. Wer die Gunst der Stunde nutzen möchte, muss sich nicht mehr lange gedulden.

Deutschland – Wer hat das nicht schon mal erlebt: Wenn nach zwei Jahren Laufzeit die Kündigung eines Internet- oder Handyvertrags ansteht, fällt einem das oft genau einen Tag nach Ende der Kündigungsfrist auf. Und erneut stecken Kunden dann in der Regel wieder über Monate in einem unliebsamen Vertrag fest. Doch wie RUHR24* weiß, ändert sich das dank einer Gesetzesänderung schon bald.

TelekommunikationsmodernisierungsgesetzTGK
in Kraft treten der TGK-Novelle 1. Dezember 2021
ZweckUmsetzung der EU-Richtlinie 2018/1972 vom 11. Dezember 2018

Verträge leichter kündigen: Gesetzesänderung macht es ab Dezember 2021 möglich

Bislang war es wahrlich nicht leicht, aus einem Handy-, Internet oder Telefonvertrag wieder herauszukommen. Wer nach der Mindestvertragslaufzeit von häufig zwei Jahren den Termin zur Kündigung nicht verpassen wollte, dem blieb oft nur, sich den Tag groß und rot im Kalender einzutragen, oder den Vertrag direkt nach Abschluss zum nächstmöglichen Termin wieder zu kündigen.

Denn wer die fristgerechte Kündigung verpasste, musste sich bislang weiter eine lange Zeit an den Anbieter binden. Besonders ärgerlich wurde das, wenn nach der Mindestvertragslaufzeit eingeräumte Rabatte wegfielen und der Vertrag nicht nur verlängert, sondern auch teurer wurde.

Wer sich genau darüber schon einmal geärgert hat, kann sich nun freuen. Denn ab dem 1. Dezember gilt eine Gesetzesänderung, die laut chip.de besagt, dass Telekommunikationsanbieter ihre Kunden nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit nicht mehr im Vertrag gefangen halten dürfen. Eine automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr, wie bisher oft üblich ohne die Möglichkeit vorab zu kündigen, ist dann nicht mehr erlaubt.

Lange Vertragslaufzeiten und stille Verlängerung: Das ändert sich ab Dezember

Für Kunden, die in einem entsprechenden Vertrag festhängen, bedeutet das: Ab dem 1. Dezember können Verträge nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit monatlich gekündigt werden. Das gilt nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Verträge.

Schnelles Internet, überall – auch dafür soll das Gesetz sorgen.

Wie die Verbraucherzentrale erklärt, können Kunden, die nach der Mindestvertragslaufzeit nicht gesagt haben, ob sie kündigen wollen oder nicht, dann mit einer einmonatigen Kündigungsfrist aus einem automatisch verlängerten Vertrag aussteigen (mehr digitale News* auf RUHR24).

Gesetzesänderung macht Kündigung von Verträgen ab Dezember einfacher

Eine stillschweigende Verlängerung des Vertrags, die erst wieder nach 12 Monaten gekündigt werden kann, darf es ab Dezember also nicht mehr geben. Geregelt ist das in der sogenannten TKG Novelle, welcher der Bundesrat im Mai 2021 zugestimmt hat.

Ebenfalls in dem Gesetz geregelt ist übrigens das Recht der Verbraucher auf schnelles Internet. So erhofft sich die Politik, dass das Gesetz den schnellen und flächendeckenden Ausbau von Gigabitnetzen vorantreibt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dazu: „Schnelle und zuverlässige Internetzugänge sind für unsere heutige Gesellschaft unverzichtbar.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/ dpa & Siebel/ RUHR24; Collage: RUHR24

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