Landmarkenschild ziert Autobahnen

Neues Verkehrsschild: Spezielles Symbol wird in Zukunft immer wichtiger

Auf zwei deutschen Autobahnen hat sich ein Verkehrsschild breitgemacht. Seine Funktion ist ein Hinweis auf die Zukunft des Autofahrens.

Deutschland – Die wenigsten Autofahrerinnen und Autofahrer kennen wohl jedes einzelne der über 400 Verkehrsschilder in Deutschland. Schließlich sind bei den rund 20 Millionen aufgestellten Schildern allerlei Kuriositäten dabei, zu denen sich in den vergangenen Jahren ein besonders ungewöhnliches Exemplar hinzugesellt hat. Es handelt sich möglicherweise gar um einen Vorboten für die Zukunft des Autofahrens (mehr zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

ADACAllgemeiner Deutscher Automobilclub e.V.
Mitglieder 21.231.584 Mitglieder (Ende 2021)
SitzMünchen

Verkehrsschild: Schwarz-weißes Schild gesellt sich zu kurioser Schilderlandschaft

Immer wieder begegnen Autofahrer in deutschen Innenstädten oder auf Autobahnen weitgehend unbekannten Verkehrsschildern, deren Missachtung im Einzelfall ernste Konsequenzen nach sich ziehen kann. Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) hat die geltenden Gefahr-, Vorschrifts-, Zusatz- und sonstige Zeichen sowie die Verkehrseinrichtungen auf seiner Homepage fein säuberlich aufgelistet und mit entsprechenden Erklärungen versehen.

In welche Kategorie dieses neue Verkehrsschild allerdings einzuordnen ist, wissen wohl die wenigsten Straßenverkehrsteilnehmer. Der noch vergleichsweise junge Verkehrsneuling ist rund, ausschließlich in schwarz-weiß gehalten und weist eine ungewöhnliche Kombination verschiedenster geometrischer Elemente auf. Diese Eigenschaften grenzen es deutlich von den StVO-Verkehrsschildern ab.

Verkehrsschild: Landmarkenschild nicht für Menschen, sondern nur für bestimmte Fahrzeuge relevant

Das weitgehend unbekannte Verkehrsschild wird den ein oder anderen Autofahrer sicherlich bereits verwirrt haben. Handelt es sich um einen neuen Hinweis auf einen Tunnel? Oder wird hier vor einem nahen Hindernis gewarnt? Mitnichten.

Denn die insgesamt 13 Schilder, die ungefähr in einem Abstand von 2,5 Kilometern stehen, sind für deutsche Autofahrer, die zuletzt bei einem ADAC-Test gefährliche Wissenslücken offenbart hatten, irrelevant und können ignoriert werden. Schließlich handelt es sich laut Chip um ein sogenanntes Landmarkenschild. Diese sind nicht für Menschen, sondern für autonome Fahrzeuge bestimmt.

Verkehrsschild: 13 Landmarkenschilder in Südbayern dienen Auto-Tests

Wie das Bundesverkehrsministerium erklärt, können selbstfahrende Autos anhand der Zeichen auf dem Schild ihre exakte Position bestimmen. Dies funktioniert mithilfe der Längs- und Querpositionen. Die Verortung sei laut dem Portal Autokiste allerdings nicht der Hauptzeck der Landmarkenschilder.

Vielmehr gehe es darum, „in dem Testgebiet exakt vermessene Fixpunkte zu definieren, die zur Kalibrierung von Testdaten dienen und die Möglichkeit eröffnen, mehrerer solcher Testdaten/-fahrten exakt zu vergleichen“. Die Landmarkenschilder dienen also ausschließlich Verkehrstests.

Verkehrsschild: Kuriosität befinden sich im „Digitalen Testfeld Autobahn“

Bisher ist das schlicht gehaltene Landmarkenschild auch nur auf der A9 in Südbayern zwischen Plattenhofen und dem Autobahndreieck Holledau sowie auf der A93 bis nach Wolnzach zu sehen. Wegen der Gefahr von Manipulationen und dem hohen Aufwand werden die Landmarkenschilder wohl kaum andere Straßen und Autobahnen zieren, vermutet das Auto- und Verkehrsportal Autokiste.

Die aufgestellten Landmarkenschilder befinden sich im 2015 gegründeten „Digitalen Testfeld Autobahn“. Dort kann sich die Autoindustrie kräftig austoben.

Auf zwei süddeutschen Autobahnen hat sich ein neues Landmarkenschild breit gemacht.

Verkehrsschild: Autoindustrie und Verkehrsministerium träumen vom autonomen Fahren

Denn nahegelegene Unternehmen wie BMW oder Audi können hier „zukunftsweisende Systeme und Technologien im Realverkehr erproben, etwa Sensoren, Messeinrichtungen, die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander oder mit der Infrastruktur“, erklärt Autokiste. Dabei behilflich sind auch die angebrachten Reflektoren für Laser- und Radarsensoren an den Leitpfosten und Schutzeinrichtungen. 

Auch wenn die Landmarkenschilder nur für Testzwecke und nur lokal begrenzt genutzt werden, ist ihre Rolle in Bezug auf das Autofahren der Zukunft insgesamt wohl nicht unerheblich. Denn mit erfolgreichen Tests steigt auch die Wahrscheinlichkeit für immer mehr selbstfahrende Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen und Autobahnen.

Die Politik steht dieser Entwicklung nicht im Wege, berichtet die Augsburger Allgemeine. Im Gegenteil: Das Bundesverkehrsministerium hat das ambitionierte Ziel formuliert, bis 2022 Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den Regelbetrieb zu bringen und ihre Nutzung damit zumindest vorerst auf beispielsweise Firmen- oder Messegelände zu erlauben.

Rubriklistenbild: © Sachelle Babbar/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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