Umstrittene Alternative zu Plastik

Verbraucherzentrale fordert Mega-Rückruf von Bambus-Geschirr

Bambusgeschirr übereinander gestapelt
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Für Bambusgeschirr sollte es laut der Verbraucherzentrale einen Rückruf geben.

Bambusgeschirr sollte besser nicht verwendet werden. Die Verbraucherzentrale NRW warnt und fordert gar einen Rückruf.

NRW – Seit Anfang Juli ist Plastikgeschirr in Deutschland verboten. Der Umstieg zu einer Variante aus Bambus liegt daher nahe. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Denn das angeblich umweltfreundliche Geschirr kann drastische Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

OrganisationVerbraucherzentrale
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung1. November 2000
ZweckVerbraucherschutz; Dachorganisation

Bambusgeschirr in der Kritik: Verbraucherzentrale NRW fordert Rückruf

Coffee-To-Go-Becher, Besteck und Teller aus Bambus sind heutzutage in vielen Supermärkten und Geschäften erhältlich. Doch die Verbraucherzentrale NRW rät dringend von der Verwendung solcher Produkte ab. Das gilt vor allem, wenn man sie in Verbindung mit Lebensmitteln und Getränken nutzen möchte.

Schon bei Untersuchungen von Stiftung Warentest wurden in Geschirr aus Bambus Schadstoffe entdeckt. Trotzdem seien viele der bedenklichen Produkte weiterhin zum Verkauf verfügbar. Das muss sich ändern, meinen Experten. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Organisationen fordern die Verbraucherzentralen nun einen Rückruf der Produkte.

Diese Produkt-Warnung für Kunden in Deutschland soll aber nicht nur für Bambusgeschirr gelten, sondern auch für die Varianten aus Reis- oder Weizenfasern. Denn auch diese Alternativen seien aufgrund der Belastung nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet.

Warnung vor Geschirr aus Bambus: Gesundheit könnte unter Nutzung leiden

Das Problem: Solche Artikel bestehen laut Verbraucherzentrale nicht nur aus der asiatischen Faser, sondern auch aus Kunststoffen wie Melaminharz. Trinkt man beispielsweise Getränke aus solchen Bechern, übertragen sich die schädlichen Stoffe auf die Flüssigkeit und geraten somit in den Körper. Dies kann im schlimmsten Fall zu Krebs führen (weitere Service-News bei RUHR24).

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und die Verbraucherzentralen verlangen deshalb nun von der Bundesregierung neben einem flächendeckenden Rückruf auch Aufklärungsarbeit, also die Konsumenten besser über die verunreinigten Produkte zu informieren.

Bambusgeschirr sollte nach Ansicht der Verbraucherzentrale nicht verwendet werden.

„Es ist ein Skandal, dass der Handel Verbraucher weiterhin illegales und potenziell krebserregendes Plastik-Geschirr mit Bambus-, Reis- oder Weizenfasern anbietet“, so die Verbraucherzentrale NRW. Der Bundesregierung sei das Problem bereits seit Juni 2020 bekannt, dass „der Verkauf illegal ist“. Doch der allgemeine Rückruf von Bambusgeschirr und ähnlichen Produkten blieb bislang aus.

Verbraucherzentrale warnt vor Bambusgeschirr: was Kunden jetzt tun können

Doch nicht nur die Politiker sind aufgefordert, aktiv zu werden. Auch Kunden können etwas bewirken. Dazu gehört nach Einschätzung der Experten, dass solche Produkte nicht weiter mit Lebensmitteln in Berührung kommen, um das Risiko von gesundheitlichen Schäden zu minimieren. Als Alternative zum To-Go-Becher aus Bambus dienen Produkte aus Edelstahl. Das Geschirr kann beispielsweise durch Variante aus Pappe und Papier ersetzt werden.

Zudem ist es hilfreich, mit Familie, Freunden und Bekannten darüber zu sprechen. Die Nutzung von „Kunststoff-Naturfaser-Mix-Geschirr“ sei zwar weit verbreitet, aber die gesundheitlichen Risiken nicht.

Auch beim Einkauf können Konsumenten zu Verbesserung der Situation beitragen, indem sie solche Produkte in den Geschäften melden, wo die Artikel in den Regalen zu finden. Zusätzlich ist es möglich, die zuständige Lebensmittelüberwachung zu informieren.

Video: Plastikverbot in Deutschland - Warnung vor umweltfreundlichen Alternativen

Nach dem Verbot von Plastik gibt es auch Ersatzprodukte Bambusgeschirr und Papier eine Warnung. Obwohl sie auf den ersten Blick nach einer umweltfreundlichen Lösung aussehen, sollten Kunden sich vor dem Kauf informieren, ob die Produkte für Mensch und Umwelt wirklich verträglich sind oder zu schlimmen Konsequenzen führen können.

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